Ozon im Ausdauersport

Wenn die Sonne brennt

Gerade bei anhaltenden Schönwetterlagen treten unsichtbare Phänomene auf, die den menschlichen Körper belasten – erst recht bei Höchstleistungen.

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In der hellen und heissen Zeit sind vor allem aktive Menschen sehr gerne im Freien. Joggen, Radfahren, Inline- Skating, Schwimmen oder Wandern machen grossen Spass und können in dieser Zeit fast rund um die Uhr ausgeübt werden. Im Hochsommer treten jedoch oft Wetterlagen auf, die den menschlichen Körper von verschiedenen Seiten her belasten können. Gerade in den letzten Jahren hat sich die Häufigkeit extremen Hitzesommer gesteigert. Die Ozon-Grenzwerte werden an vielen Orten massiv überschritten. Sommersmog mit hohen Ozonwerten, grosser Hitze und hohe Feuchtigkeit führen dazu, dass sich ein gut gemeintes Fitness- Programm plötzlich negativ auf die Befindlichkeit eines Menschen auswirken kann.

Wirkung des Ozons auf den Menschen
Obwohl die Empfindlichkeit der Menschen aufs Ozon sehr unterschiedlich ist, können folgende Auswirkungen auftreten:
• Tränenreiz, Reizung der Atemwege und Atembeschwerden ab 200 μg/m3.
• Veränderung der Lungenfunktion mit Atembeschwerden ab 140–300 μg/m3.
• Reduzierung der körperlichen Leistungsfähigkeit ab 240 μg/m3.
• Entzündliche Reaktion des Gewebes ab 160 μg/m3 bei einer körperlicher Belastung von mehreren Stunden.
• Zunahme der Häufigkeit von Asthmaanfällen bei 240–300 μg/m3.

Messungen haben gezeigt, dass die für eine akute Wirkung charakteristische Ozondosis vor allem von der Ozon-Konzentration und der Atemintensität – also von der körperlichen Aktivität – abhängt. Die Dauer einer erhöhten Ozonbelastung scheint hingegen sekundär zu sein. Nach einer Zeitdauer von einigen Stunden in hoher Ozonkonzentration verstärken sich die akuten Effekte kaum mehr, selbst wenn man weiterhin den hohen Ozonbelastungen ausgesetzt bleibt. Bei extrem hohen Ozonkonzentrationen, wie sie z. B. in Los Angeles herrschen (an rund 70 Tagen im Jahr Werte über 400 μg/m3), kann es nach langjährigem Aufenthalt zu einer geringen Zunahme der Häufigkeit chronischer Lungenerkrankungen wie Bronchitis und Asthma kommen. Allerdings trägt das Ozon in diesen Gebieten mit grosser Wahrscheinlichkeit nur einen Teil zu den gesundheitlichen Beschwerden bei. Eine ebenso wichtige Rolle in diesen Grossstädten spielt auch die erhebliche Feinstaubbelastung.

Hohe Temperaturen und eine grosse Luftfeuchtigkeit belasten den Kreislauf
Unsere Körpertemperatur beträgt konstant 37 Grad. Als angenehm werden im Allgemeinen Aussentemperaturen von 21–24 Grad empfunden. Bei heissem Wetter beginnt auch die Körpertemperatur zu steigen. Als Folge davon werden die Schweissdrüsen in der Haut aktiviert, welche eine wässrige, salzige und saure Flüssigkeit, den Schweiss, absondern. Beim Verdampfen dieser Flüssigkeit wird dem Körper Wärme entzogen. Der Körper reagiert aber auf Hitze auch mit stärkerer Durchblutung, was zur Folge hat, dass mehr wärmeres Blut von der Körpermitte in die äusseren Regionen gelangt und abkühlt. An Tagen mit grosser Hitze und grosser Luftfeuchtigkeit ist die Hitze viel schlechter zu ertragen. Die hohe Feuchtigkeit in der Luft reduziert das Verdunsten des ausgeschwitzten Wassers und damit auch die Abkühlung des menschlichen Körpers. Dies kann zu einem Hitzestau und im schlimmsten Falle sogar zu einem Hitzschlag führen. Im Hitzesommer 2018 waren in der Schweiz infolge der Hitzewelle über 1000 zusätzliche Todesfälle zu verzeichnen in der Altersgruppe der 65-Jährigen und älteren.

Während Hitzeperioden sollte darauf geachtet werden, dass ausreichend Flüssigkeit aufgenommen wird, allerdings wenig alkoholische, koffeinhaltige, stark gesüsste oder sehr kalte Getränke. Längere Aufenthalte im Freien sollten nicht an der prallen Sonne am Mittag erfolgen, sondern vor allem am Morgen oder Abend stattfinden. Dabei sollten immer wieder Schattenplätze oder gekühlte Räume aufgesucht werden. Für Sportler bedeutet dies, dass an schwülen Tagen lang andauernde Höchstleistungen vermieden werden sollten. Wenn dies nicht möglich ist, weil ein wichtiger Wettkampf ansteht, sollten zumindest die folgenden Vorsichtsmassnahmen ergriffen werden, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen:

• An einem Wettkampf nicht bereits vor dem Start lange in der Sonne herumstehen, sondern den Schatten aufsuchen und den Körper kühl halten.
• Vor und auch während der Belastung genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Wenn nötig Trinkgurt mitführen.
• Helle, leichte und funktionelle (Kunstfasern!) Bekleidung tragen und vor allem auch den Kopf schützen (Helm, Dächlikappe).
• Vor dem Wettkampf Sonnenschutzmittel mit hohem Schutzfaktor auftragen. Ein Stirnband verhindert, dass der Schweiss in die Augen rinnt.
• Wenn möglich immer mal wieder den Kopf kühlen (Brunnen, Bach).
• Die Intensität der Belastung den Wetterbedingungen anpassen (nicht in die totale Erschöpfung laufen).

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