Aargau Marathon 2016 im Rückblick

Premiere bei nasskaltem Wetter

Laufbloggerin Franziska Greuter stellt dem 1. Aargau Marathon ein gutes Zeugnis aus. Für die nächste Austragung wünscht sie sich: mehr Wasser an der Strecke, weniger von oben.

Copyright: Aargau Marathon

Mehr als erwartet 

• Läufer auf der Strecke. Die Befürchtung, phasenweise mutterseelen allein über Feldwege zu rennen, erwies sich als völlig unbegründet.

• Zuschauer an der Strecke und im Ziel. Wer die Zuschauermassen grosser Städtemarathons sucht, ist beim Aargau Marathon falsch. Doch über die ganze Strecke verteilt harrten Zuschauer im Regen aus und motivierten mit Glocken und Zurufen. Und auch im Zielbereich sorgten sie für Stimmung.

• Massnahmen aufgrund des Wetters. Die Organisatoren erwiesen sich als flexibel. Warmer Tee und Regenschutz vor und nach dem Lauf und Heizpilze in der Festwirtschaft erfreuten den frierenden Läufer.

• Meh Dräck! Die Tätowierungen auf den Waden des Läufers vor mir erwiesen sich beim Näherkommen als Schlammmuster. Laufschuhe mit Schutzblech – vielleicht eine Marktlücke?

Schneller als erwartet

• Fanden die Helfer meinen Kleidersack in der grossen Menge weisser Beutel. Im Aargau herrschen noch Ordnung und Organisation.

• Wurde mir im Ziel der Chip abgenommen. Der Aufmerksamkeit der kleinen flinken Helferinnen entging kein Finisher. Danke, Ihr habt mir damit erspart, nach dem Duschen nochmal zum Ziel zu gehen, weil ich schon wieder vergessen hatte, den Chip abzugeben.

• 2:54,29 benötigte die schnellste Frau für die coupierte Strecke durch den Aargau. Und damit nur sieben Minuten mehr als die diesjährige Siegerin beim schnellen Zürich Marathon. 

Länger als erwartet

• Der Weg vom Ziel zur Kleiderrückgabe zur Garderobe. Und bei nassen sieben Grad schien er noch länger.

• Die Schlange vor der Massage. Aber das Warten lohnte sich! 

Weniger als erwartet

• Schilder im Start- und Zielbereich. Was unter anderem dazu führte, dass sich einige Läufer morgens unter einem Vordach umzogen, da sie die Garderobe nicht fanden.

• Schilder auf der Strecke. Nur alle fünf Kilometer fand sich eins und im Ziel war man sich einig, dass sie nicht immer korrekt waren. Zumindest ab Kilometer 35 wären mehr Angaben wünschenswert, denn dann zählt wirklich jeder (Kilo)meter!

• Verpflegung. Auf der zweiten Hälfte, wenn bei manchen die Kräfte schwinden, lagen teilweise mehr als fünf Kilometer zwischen den Verpflegungspunkten. Was einen Läufer im Ziel zur Aussage brachte: «Ich bin unterwegs fast verdurstet!» Nicht auszudenken, was bei durstigem Wetter mit ihm passiert wäre... Und auch die Zielverpflegung ist ausbaufähig.

• Hektik durch die Staffelläufer. Ich wage zu behaupten, dank deutlich zeitversetztem Start erlebte ich das Nebeneinander von Staffel- und Einzelläufer in einem Marathon zum ersten Mal als unproblematisch. Daumen hoch!

• Heisses Wasser. Der Weg zur Garderobe lang, das Wasser kalt, die Enttäuschung gross!

• Medaillen. Den Plämpu mit dem originellen Logo gabs leider nur für die Erstplatzierten. Dafür durfte sich jeder Finisher über ein Funktionsshirt freuen.

• Kinderkrankheiten. Auch wenn es scheinen mag, die kritische Bloggerin hätte viel zu bemängeln - die Premiere des Aargau Marathon bezeichnet sie als sehr gelungen. Kleine organisatorische Mängel lassen sich beheben, wichtig sind jedoch Begeisterung und Herzblut des OKs. Und diese waren zu spüren und der Funken scheint auch auf Teilnehmer und Zuschauer übergesprungen.

Und zum Schluss

So bleibt nur die Frage: Wann darf man den 2. Aargau Marathon erwarten? Offiziell steht noch nicht fest, ob dieser bereits 2017 oder erst in zwei Jahren über die Bühne gehen wird. Dann hoffentlich mit mehr Wasser auf der Strecke und weniger Wasser von oben.

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