Zecken im Ausdauersport

Vorsicht Zecken!

Wie schützen sich Ausdauersportler zuverlässig vor Zecken?

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Jetzt, da die Tage heller und wärmer werden, sind viele Ausdauersportler wieder regelmässig in der freien Natur unterwegs. Mit den wärmeren Temperaturen kehren auch die unbeliebten Zecken zurück, die sich vor allem im Unterholz von Laubwäldern, auf Ästen und in Büschen bis auf eine Höhe von 2000 Metern ausbreiten. Weil die klimatischen Bedingungen in der Schweiz für Zecken günstiger werden und die Zahl der Krankheitsfälle im ganzen Land zunimmt, hat das Bundesamt für Gesundheit jüngst die Zecken-Risikogebiete schweizweit massiv angehoben. Wurden früher bloss einzelne Waldgebiete in der Schweizer Karte rot - was gefährlich bedeutet - eingefärbt, gilt heute das ganze Land mit Ausnahme der Kantone Genf und Tessin als Risikogebiet. Was heisst das für Ausdauersportler?

Impfen: ja oder nein?
Obwohl ein Zeckenbiss dem Menschen meist keine merkbaren Schmerzen zufügt, kann ein einzelner Biss gleichwohl gefährliche Folgen haben. Denn die achtbeinigen Spinnentiere können gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder Hirnhautentzündung übertragen. Rund 1 % der Zecken in der Schweiz sind vom sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitits-Virus befallen. Die Infektion verläuft meist unerkannt und beschwerdefrei. Sieben bis vierzehn Tage nach dem Stich einer infizierten Zecke kann es zu grippeartigen Symptomen kommen. Bei 5 bis 15 % der Erkrankten kommt es danach zum Befall des zentralen Nervensystems mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Lichtscheu, Schwindel, Konzentrations- und Gehstörungen. Im Extremfall kann eine Erkrankung zu bleibenden Behinderungen oder gar zum Tod führen, was allerdings sehr selten ist. Die positive Nachricht: Gegen das FSME-Virus existiert eine wirksame, dreiteilige Schutzimpfung, die von Ärzten und Apotheken ab 185 Franken angeboten wird. Die ersten beiden Impfungen erfolgen innerhalb von vier Wochen und bieten danach bereits einen Schutz von rund 95 %. Eine dritte und letzte abschliessende Impfung erfolgt rund sechs Monate später und liefert Schutz für bis zu 10 Jahren. Anders als gegen Hirnhautentzündung existiert gegen eine Infektion mit dem Borrelia-Bakterium keine Impfung. Je nach Gebiet tragen bis zu 50 % der Zecken diese Erreger in sich. Weil sich Borrelia-Bakterien im Magen-Darm-Trakt der Zecke befinden, gelangen sie erst etwa nach 16 Stunden in den menschlichen Körper. Unerkannt oder ungenügend mit Antibiotika behandelt, kann die Borreliose jedoch bleibende Behinderungen zur Folge haben. Deshalb hilft nur eines: bestmögliche Prävention, schnelles Handeln und sorgfältiges Beobachten.

Wie gut wirken Anti-Zeckenmittel?
Qualitativ hochwertige Anti-Zeckenmittel mit chemischen Inhaltsstoffen schützen gemäss Laboranalysen der Universität Neuenburg «gut bis sehr gut». Wirkungsvolle Lotionen oder Sprays wie etwa «Anti-Brumm Zecken-Stopp», «Anti-Brumm Forte», «Anti-Insect Zecken» oder «Kik Nature Zeckenschutz» (100 ml kosten zwischen 7 und 13 Franken) weisen eine Abwehrquote von über 90 Prozent auf und wirken vier bis sechs Stunden lang. Der Nachteil: Die meisten Zeckenschutzmittel riechen leicht stechend und können bei empfindlichen Personen die Augen reizen oder allergische Reaktionen auslösen. Am besten die Haut ein Stück weit auch unter der Kleidung mit Zeckenmittel einreiben, damit die Parasiten nicht von der Kleidung auf unbehandelte Haut rutschen. Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit warnt allerdings: «Man darf sich nicht einzig und allein auf die Zeckensprays verlassen.» Ebenso wichtig seien weitere Präventionsmassnahmen wie eng abschliessende Kleider für den Gang durchs Unterholz (Socken über die Hosen ziehen, Stulpen tragen, hoch geschlossenes Schuhwerk benutzen) und eine regelmässige Kontrolle. Biker, Jogger, Orientierungsläufer, aber auch Hundehalter und Spaziergänger sollten ihren Körper nach jedem Wald- und Wiesenaufenthalt auf Zecken absuchen. Die kleinen Parasiten lieben warme, feuchte Orte wie Kniekehlen, Leisten, Achselhöhlen und Hautfalten. Falls doch mal eine Zecke andockt, empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit ein rasches Entfernen: «Mit einer Pinzette die Zecke möglichst nahe beim Kopf fassen und dann mit leichtem Zug gerade herausziehen.» Danach: «Die Stichstelle beobachten und bei einer allfälligen Rötung oder bei Fieber sofort den Arzt aufsuchen.»