Artikel - FIT for LIFE Magazin

Wunderwerk Haut

Die Haut ist für Sportler wichtig

Sie verrichtet meist klaglos ihre Arbeit und erregt unsere Aufmerksamkeit häufig erst dann, wenn sie verletzt oder irritiert wird. Die menschliche Haut ist ein ausgeklügeltes Meisterwerk mit unzähligen Funktionen, die auch für Sportlerinnen und Sportler äusserst wertvoll sind.

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Süffisant lächelnd steht der Biologielehrer vor seinen jungen Schülern und fragt nach dem grössten Organ des menschlichen Körpers. Worauf die Streber sogleich die Hand ausstrecken und vorlaut «das Herz» rufen. Andere überlegen kurz und meinen, es könne sich auch um die Leber handeln, allenfalls noch die Niere. Oder vielleicht doch das Gehirn – aber ist denn das überhaupt ein Organ?

«Die Haut», sagt der Lehrer ungerührt, und wer jetzt etwas verschämt denkt, das habe er oder sie auch nicht gewusst – macht nichts: Die Frage taucht nicht umsonst immer wieder in Kreuzworträtseln, bei wer wird Millionär oder in populären Wissenschaftssendungen auf. Die Haut – ein Organ? Und dann auch noch das grösste?

Die Haut wird von vielen Wissenschaftlern, Medizinern und Biologen nicht nur als Organ, sondern respektvoll als Wunder der Natur bezeichnet. Um dem zuzustimmen, muss man nicht studiert haben, sondern sich einfach ein paar beeindruckende Fakten vor Augen führen, welches dieses Organ, das uns umhüllt, schützt, regelt und versorgt, zu bieten hat.

Dass die Haut flach auf den Tisch gelegt rund 1,7 bis zwei Quadratmeter gross ist, könnte man vielleicht noch erahnen. Aber dass man nur ein Sechstel bis ein Siebtel von ihr an der Oberfläche des menschlichen Körpers sieht, ist erstaunlich. Und erklärt ihr verhältnismässig hohes Gewicht: Im Durchschnitt wiegen die drei Schichten der Haut zusammen 10–13 Kilo, also rund ein Fünftel des Körpergewichts.

Erster Sinn des Lebens
Der Mensch nimmt die Haut emotional hauptsächlich über den Tastsinn wahr. Und das schon vor der Geburt: Bereits Embryos in den frühesten Entwicklungsstadien lernen intuitiv, sich über Tasten im Raum einzuordnen. Zwischen den 4–6 Millionen Haarfollikeln – so werden die länglichen Einstülpungen auf der Oberhaut bezeichnet, aus denen die Haare herauswachsen – bemerken feinfühlige Rezeptoren jede noch so geringe Berührung. Etwa die eines wenige Milligramm leichten Insekts. Oder den Hauch eines Luftzugs, der die Haare um ein paar Hundertsel Millimeter zur Seite biegt.

Doch damit nicht genug. Kälte, Wärme, Vibration, Druck, Dehnung, Stauchung bis hin zum Schmerz – alles wird von den Rezeptoren der Haut wahrgenommen, in Impulse verwandelt und in Millisekunden über die Nervenstränge zum Gehirn transportiert. Dort werden die Informationen ebensoschnell verarbeitet und bewertet, damit der menschliche Körper oder das denkende Wesen Mensch intuitiv oder bewusst darauf reagieren kann. Treten Sie barfuss auf einen spitzen Stein und erleben Sie selbst, wie schnell Haut, Gehirn und Körper reagieren!

Liest sich der Palmarès der Haut ein bisschen wie die Funktionsweise hochmoderner Software? Gar nicht abwegig, denn gerade im Aufbau von Netzwerken hat sich die moderne Informatik einiges von der menschlichen Haut abgeschaut. Doch der naheliegende Vergleich zu einem Touchscreen hinkt. Die Haut ist der Technologie weit überlegen. Oder haben Sie Ihr Tablet schon einmal unter der heissen Dusche bedient, eingeseift und dabei das Gerät unsanft gegen die Duschwand gestossen? Prüfungen, die von der Haut problemlos bestanden werden – und dies ohne an Funktionalität einzubüssen.

Kommunikations-Organ
Damit längst nicht genug: Das Wunderwerk Haut kann nicht nur ertasten, sondern es schützt den Körper auch vor unserer Umwelt, es reguliert die Körperwärme auf naturgegebene 36–37 Grad, aktiviert die Schweissdrüsen und produziert dadurch Verdunstungskühlung. Und bei Kälte ziehen sich die Blutgefässe zusammen, so dass nur noch ein Minimum an Wärme den Körper verlassen kann. Gerade für Sportler wichtige Funktionen.

Die Haut besitzt auch kommunikative Fähigkeiten. Sie zeigt bestimmte Krankheiten, Gewohnheiten und Emotionen an. Da ist der Juckreiz, der immer dann auftaucht, wenn man sich konzentriert und am Hinterkopf kratzt. Der Angstschweiss, der sich zeigt, wenn Gefahr im Verzug ist. Oder man wird rot – knallrote Wangen künden von einer akuten emotionalen Phase, die man willentlich nicht abstellen kann.

Bei so viel Kommunikationsfähigkeiten nach aussen erstaunt es kaum, dass die Haut über das Immunsystem auch gute Verbindungen zum Inneren des Körpers aufgebaut hat. Die so genannten Langerhans-Zellen machen es möglich: Ständig in Bereitschaft sind sie in der Lage, bei Verletzungen der Haut eingedrungene Antigene auszuschalten, indem sie eine Immunreaktion auslösen.

Drei Schichten arbeiten zusammen
Doch wie funktioniert die Haut, damit sie alle diese kleinen und grossen Wunder an und in unserem Körper bewirken kann? Mechanisch ist die Haut grob gesagt in drei Schichten unterteilt.
• Oberhaut (Epidermis)
• Lederhaut (Dermis)
• Unterhaut (Subcutis)
In der Epidermis – das ist die äussere, sichtbare Oberhaut – geht es mitunter derb zu. Sie besteht aus überwiegend hornbildenden Zellen, die gnadenlos von nachkommenden, jüngeren Zellen nach oben geschoben werden. Bevor sie als kleine, nahezu unsichtbare Schuppen auf den Boden fallen, verkleben sie sich noch zu verhornten Zellen und dichten die Haut nach aussen hin ab. Die Oberfläche der 0,3mm bis 4mm dünnen Oberhaut (0,3 mm bei Ellenbeugen und Kniekehlen, 4mm an den Handinnenflächen) wird alle vier Wochen runderneuert.

Die Oberhaut enthält drei elementare Zellarten, die jeweils zuständig für spezielle Aufgaben sind. Die Melanozyten produzieren den schwarzen Farbstoff Melanin, der bei Sonneneinwirkung die Haut dunkler macht und sie möglichst vor schädlichen UV-Sonnenstrahlen schützt. Die Merkel-Zellen sorgen dafür, dass unser Gehirn über die erwähnten Nervenbahnen Druck auf der Haut wahrnimmt. Und die Lymphozyten und Langerhans-Zellen schliesslich spielen eine elementare Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern. Die Langerhans-Zellen sammeln die Bakterien und Erreger ein, die es durch eine Wunde in oder durch die Oberhaut geschafft haben, und befördern sie in den nächsten Lymphknoten. Dort wird eine Immunreaktion hervorgerufen, die den Erregern schliesslich den Garaus macht.

Die zweite Schicht – fest mit der oberen Schicht verwachsen – wird Lederhaut genannt. Sie besteht zum grössten Teil aus einem dichten und reissfesten Geflecht aus elastischen Kollagenfasern. Dank ihrer Konsistenz ist die Haut für die meisten Beanspruchungen gewappnet, bleibt elastisch und gleichzeitig stabil. Ein Netz aus Nervenfasern versorgt die Blutgefässe (Kapillare) mit Nähr- und Sauerstoff, leitet überflüssige Körperwärme ab. Und obwohl die Bezeichnung Lederhaut etwas grob tönen mag, sind in ihr doch die meisten der sensiblen Tastsinneszellen eingebettet.

Fehlt noch die dritte Hautschicht, konsequenterweise Unterhaut genannt. Sie ist ein Speichergewebe, das grösstenteils aus Fett und Wasser besteht. Fett wirkt hier wie eine Art Elastomer-Stossdämpfer und schützt die direkt darunter liegenden Knochen und Gelenke vor Schlägen und Stössen. Doch die Unterhaut ist nicht nur zuständig fürs Grobe. Eine Vielzahl von lebenswichtigen Hormonen wird hier gebildet – in Zusammenarbeit mit dem Sonnenlicht zum Beispiel das Vitamin D.

Die Haut im Sport
Stellt sich die Frage, was Sport mit der Haut macht. Oder umgekehrt. Zunächst ist klarzustellen, dass es keine Zusatzfunktionen in der Haut gibt, die erst bei sportlicher Betätigung aktiv werden. Vielmehr ist die Haut, je nach Intensität und Definition der sportlichen Leistung «in Action» mehr gefordert als sonst und wird auch mehr beansprucht. Das kann positive wie negative Auswirkungen auf deren Performance, den Körper und letztendlich unsere Gesundheit haben.

Im Folgenden konzentrieren wir uns in erster Linie auf Ausdauersportarten, die meist oder häufig outdoor ausgeführt werden. Ausdauersport ist grundsätzlich sehr förderlich für die Haut und somit für die Gesundheit der Sportler. Die uns im Alltag schützende Haut erledigt ihren Job auch beim Sport bravourös. Mehr noch: Wirds sportlich, kann sie erst so richtig zeigen, was in ihr steckt. Das richtige Mass und entsprechende Schutzmassnahmen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Denn trotz gesundheitlicher Vorteile ist die Haut beim Sport erheblich höheren Risiken ausgesetzt.

Reibung mit Folgen
Bei steigender Belastung des Herz-Kreislauf-Systems wird die Haut zunächst angeregt, weil besser durchblutet und folglich mit mehr Sauerstoff versorgt. Wo diese Anregung durch intensiv ausgeführte Bewegungsabläufe geschieht, kann die Haut unter erhöhter mechanischer Beanspruchung leiden. Blasen im Fersenbereich oder das Scheuern von Textilien (z.B. Brustwarzen) sind Klassiker unter den Sport-Unannehmlichkeiten, welche die Haut betreffen (vgl. Box unten). Auch Haut auf Haut kann bei stetem Reiben oder Scheuern in der Bewegung zum Problem werden. Unser grösstes Organ reagiert darauf mit dickeren Hornschichten an den betroffenen Stellen und produziert mehr Material zum Abreiben – praktisch, oder?

Ebenfalls zu beachten: In der körperlichen und mitunter auch mentalen Belastung beim Wettkampf oder harten Training ist das komplexe menschliche Immunsystem besonders anfällig. Dann kann die Haut ihren Anteil bei der Immunisierung des Körpers nur noch bedingt leisten. Die Langerhans-Zellen in der Lederhaut stehen dann gewissermassen unter Stress und können nicht mehr optimal reagieren, Bakterien abfangen und dem Lymphknoten zur Vernichtung zuführen. Deshalb können selbst kleine Risse in der Haut (etwa durch Dornen oder Äste) oder Abschürfungen bei leichten Stürzen zu Infektionsherden anwachsen, wenn sie nicht rasch nach dem Workout desinfiziert und versorgt werden.

Austrocknungsgefahr im Wasser
Wasser und Haut ist eine spezielle Thematik. Die ultimative Wasserdichtigkeit bei gleichzeitigem Temperaturausgleich ist eine Eigenschaft, die unzählige Sportbekleidungshersteller seit Jahrzehnten vergeblich nachzuahmen versuchen. Feuchtigkeit ist dennoch heikel für die Haut, die sich im Wasser einiger Widrigkeiten erwehren muss. Obwohl es paradox erscheint, laufen Schwimmer in Bädern, Seen und dem Meer Gefahr auszutrocknen. Das liegt im leicht sauren pH-Wert von rund 5,5 der Haut begründet – Wasser hat dagegen einen neutralen pH-Wert von etwa 7. Was zur Folge hat, dass die Diffusion auf der Haut dieselbe austrocknet – die Haut wird basischer und verliert an Feuchtigkeit und Leistungskraft.

Dies ist ein Phänomen, das nichts mit der Intensität der sportlichen Aktivität zu tun hat. Vielmehr kommt es darauf an, wie lange die Schwimmer im Wasser bleiben, egal ob planschend oder im harten Bahntraining. Mehr als zwei Stunden Training im Wasser sind aus dermatologischer Sicht jedenfalls nicht zu empfehlen. Weil die Haut dann aufweicht, anfälliger wird und an Leistungsfähigkeit verliert.

Die Problematik tritt übrigens auch beim Duschen auf. Nach einem frostigen Jogging so richtig ausgiebig heiss duschen, damit sich der Körper nicht mehr nach Tiefkühltruhe anfühlt? Klar, dem Gemüt tut das gut und bestimmt fühlt sich auch die Muskulatur danach herrlich entspannt an. Doch die Haut leidet. Denn der Fettfilm auf der Oberhaut wird vom heissen Wasser, dem man zu lange frönt, nahezu vollständig abgewaschen. Dieser Fettfilm ist eine leicht saure Fett-Wasserschicht auf der Hautoberfläche, die sich aus den Sekreten der Talgund Schweissdrüsen zusammensetzt und auf Krankheitserreger wie eine chemische Barriere wirkt. Der Tipp für Sportler daher: Kurz und nur lauwarm duschen. Der Haut zuliebe.

Das homöotherme Wesen Mensch
Doch eigentlich sind das alles Nebenschauplätze, die von den Sportlern mit ein wenig Aufmerksamkeit gut unter Kontrolle zu bringen sind. Als Hauptaufgaben beim Sport hat die Haut drei Top-Funktionen zu erfüllen:
1. Regulierung der Körpertemperatur
2. Das damit verbundene Schwitzen
3. Schutz vor UV-Strahlung.

Der Mensch gehört zu den homöothermen Wesen. Die ideale Körperkerntemperatur liegt bei 36–37 Grad und die Körpertemperatur sollte möglichst konstant bleiben. Weicht diese durch äussere Einflüsse ab, muss der Körper mit Hilfe der Haut Gegenmassnahmen einläuten. Im Sport bedeutet dies: Je mehr wir in Bewegung sind, desto mehr Energie respektive Wärme erzeugen wir und entsprechend erwärmt sich das Hautgewebe. Liegt nun – wie meistens – die Umgebungstemperatur deutlich unter der Körpertemperatur, wird die im Körper produzierte Temperatur leicht über die Haut an die Umgebung weitergegeben, als Folge kühlt die Haut ab.

Schwieriger wird es für unser grösstes Organ, wenn sich die äussere Umgebungstemperatur der Körperwärme annähert, im Sommer oder bei tropischen Bedingungen. Dann kommt ein grosser Vorteil zum Tragen, den der Mensch gegenüber anderen Säugetieren vorweisen kann: Schweissdrüsen, aus denen Flüssigkeit auf die Hautoberfläche fliesst. Wenn diese verdunstet, wird Wärme verbraucht und das Gewebe unter der feuchten Hautoberfläche kühlt ab, während der aufsteigende Wasserdampf die Wärme mitnimmt.

Feuchtigkeit kühlt
Unter Hitzebedingungen kann über die Haut eine Schweissmenge von 2 bis 3 Liter pro Stunde abgesondert werden, was die effizienteste Art der Kühlung darstellt. Unser Körper besitzt dazu rund 2–3 Millionen Schweissdrüsen, durchschnittlich 100 bis 200 pro cm2 . Eine perfekte Einrichtung der Natur also, vorausgesetzt, wir sorgen dafür, dass der Wasserhaushalt in unserem Körper immer wieder aufgefüllt wird. Auf die Haut gespritztes oder geschüttetes Wasser dient derselben Funktion – die Bilder heissgelaufener Marathonläufer oder Radsportler, die sich literweise Wasser über den Kopf schütten, zeigen also nicht nur eine mentale (Erfrischung!), sondern haben auch ihre funktionale Rechtfertigung.

An dieser Stelle ein kurzer Exkurs zur Sportbekleidung. Schweisstransportierende Oberteile und Hosen unterstützen die Haut, wenn sie deren Funktionen übernehmen. Saugt sich Kleidung etwa mit Schweiss und Nässe voll (Baumwoll-Shirt), muss der Körper überproportional viel Wärme aufwenden, um das Nass zu verdunsten. Folge: Dem Sportler wird kühl bis kalt. Nur bei sehr hohen Aussentemperaturen macht feuchte Kleidung folgerichtig Sinn für Sportler. Denn dann muss unsere Haut weniger schwitzen, um ihre Oberfläche abzukühlen. Bei Kälte reagiert die Haut umgekehrt. Haut und Unterhautfettgwebe werden deutlich weniger durchblutet, was jedoch gewollt ist: So wirken sie als Isolationsschicht und schützen die Körpertemperatur mit möglichst geringem Energieaufwand.

Aufgepasst vor UV-Strahlung
Bleiben wir beim Thema Schutz. Die Haut schützt uns vor dem Eindringen von Krankheitserregern, gasförmigen, flüssigen, festen und physikalischen Substanzen und wehrt permanent Angriffe auf unseren Körper ab. Vor allem in den letzten Jahrzehnten setzt sich jedoch ein Feind immer mehr durch und verlangt Abwehrmassnahmen, die über die Kapazitäten der Haut hinaus gehen: Die UV-Strahlung.   

Schädliche, weil übermässige UV-Strahlung, kann die Haut bis zu einem gewissen Mass über verstärkte Aktivität der Pigmentzellen mit dem Hautfarbstoff Melanin abwehren: Die Haut bräunt und verdichtet sich, tieferliegende Hautschichten werden geschützt. Doch das funktioniert nur bis zu einer bestimmten Strahlungsintensität, die sich bekanntlich in den letzten Jahrzehnten auf unserem Planeten deutlich verstärkt hat. Entsprechend vorsichtig sollten Sportler ihren Körper bzw. einzelne Körperpartien dem Sonnenlicht aussetzen. Wird die Haut nicht konsequent geschützt, verbrennt sie bei zu langer Sonneneinstrahlung unweigerlich. Dabei können bleibende Schäden an der Haut und im gesamten Körpersystem entstehen, wie z.B. eine erst Jahrzehnte nach dem Sonnenbrand auftretende Hautkrebserkrankung.

Entsprechend sollten sich Sportler bei jedem Workout, Wettkampf und sowieso bei jeder Entspannungsphase irgendwo am Strand oder auf einer Bergwiese vor den schädlichen UV-Strahlen schützen. Indem sie die Haut mit möglichst UV-undurchlässiger Bekleidung umhüllen und exponierte, nackte, dem Sonnenlicht ausgesetzte Hautstellen konsequent mit hohen Lichtschutz-Faktor-Produkten eincremen.

Letztendlich schützt man sich so nicht nur vor dem akuten Sonnenbrand und seinen kurz- bis mittelfristigen Folgen für die Haut. Auch das gefürchtete Photo-Aging (die Lichtalterung) kann massgeblich beeinflusst werden. Denn die Haut merkt sich neben exzessivem Zigaretten- und Alkoholkonsum, neben durchzechten Nächten und nervenaufreibendem Stress vor allem die Sünden der UV-Strahlen, die wir unserer Haut mit Sonnenbränden zugemutet haben. Bester Beweis: Vergleichen sie einmal ihre Haut im Gesicht mit derjenigen am Gesäss, welches normalerweise kaum Sonnenstrahlen aushalten muss. Beide haben als Baby fast gleich ausgesehen, sind gleich alt – und doch sieht die eine Haut deutlich strapazierter und älter aus als die andere.

Haut als Stammzellenspender?
Wer nun im Umkehrschluss glaubt, mit regelmässigem Sport und peniblem Sonnenschutz liesse sich eine Art Jungbrunnen erreichen, der sollte sich zumindest in Bezug auf die Haut keine allzu grossen Illusionen machen. Sorgen-, Kummerund Zornesfalten, Tränensäcke, Denkerstirn, Plissée- und Wangenknitterfältchen, Kinnsäcke, Marionettenfalten, das Doppelbis Dreifachkinn oder ein Truthahnhals lassen sich durch Sport mit entsprechendem Hautschutz leider auch nicht verhindern. Vielleicht sind wir aber vom grössten Geschenk, das uns die Haut bescheren könnte, gar nicht mehr so weit entfernt, wie neuste Forschungen zeigen: Unser faszinierendes Sinnesorgan enthält Stammzellen, mit denen die Haut als Quelle der regenerativen Medizin dienen könnte. Die Haut als Stammzellenspender, um Krankheiten wie Krebs oder Parkinson zu heilen – mehr Wunder geht wirklich nicht!

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