Winterrunning

Laufend der Sonne entgegen

Die Schweiz ist die perfekte Schneelauf-Destination. Die besten Tipps.

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Laufen auf Schnee ist per se eine ganz spezielle Erfahrung. Mal wunderschön und federleicht, wenn wenige Stunden zuvor luftiger Pulverschnee einen 10-Zentimeter-Teppich über die Landschaft gelegt hat und sich das Laufen anfühlt, als fliege man über eine gefederte Finnenbahn. Und mal zäh, knifflig und kräfteraubend, wenn der mehrere Tage alte Schnee von unzähligen Spaziergängern zerfurcht und durch die Sonne aufgeweicht wurde, um in der Nacht wieder zuzufrieren.

Da die Tage in Weiss im Unterland in einem normalen Winter gezählt sind und sportliche Ausflüge in die Berge vor allem mit Brettern unter den Füssen unternommen werden, möchten wir an dieser Stelle eine Lanze brechen für Winterrunning in den Bergen. Denn im Gegensatz zu den meisten Waldwegen im Unterland werden die Winterwanderwege in der Höhe von den Gemeinden professionell präpariert und gewartet. Das schlicht sensationelle Schweizer Streckennetz machen das Laufen auf Schnee bei schönem Wetter zu einem absoluten Highlight, und das wortwörtlich. Ganz viele Winterwanderwege führen auf einen Gipfel und daher meist an einen Ort, wo einem eine Bahn wieder sicher und gelenkschonend in die Tiefe führt.

Ob man schlussendlich rennt, walkt, wandert oder eine Kombination aus allem bevorzugt: Winterrunning mit einem Gipfel vor Augen ist nicht nur atemberaubend schön, sondern auch die perfekte Trainingsalternative im Winter, um seine Grundlagen zu festigen. Rasch ist man zwei oder gar drei Stunden unterwegs, kräftigt sein Herz-Kreislauf-System, schont aber zugleich den Bewegungsapparat, weil die Unterlage weich ist und es vorwiegend bergauf geht.

Drei Dinge brauchen Schneeläufer
Ganz so simpel ist Winterrunning aber nicht, denn leider ist der Schnee nicht immer so blütenweiss und in Pulverform gefallen, wie wir uns das wünschen würden. Zwischen Fliegen, Rutschen, Federn und Abknicken kann Laufen auf Schnee daher fast alles bedeuten.

Entsprechend wichtig sind drei Faktoren:
1. das richtige Schuhwerk
2. vorausschauende Planung
3. eine gut ausgebildete Muskulatur

Beim Schuhwerk ist etwas Routine gefragt bzw. ein sorgfältiges Beobachten der Wetterprognosen und gesunder Menschenverstand. So unterschiedlich sich die Schneebeschaffenheit präsentieren kann, so differenziert fällt die Wahl des Laufschuhs aus, der für die jeweiligen Verhältnisse passt.

Da die Schweizer Winterwanderwege dank professionellen Pistenfahrzeugen aufwendig präpariert und unterhalten werden, ist der Schnee meist fest gepresst und kompakt, wenn es nicht dauerhaft schneit oder im Frühling der Schnee tagsüber schmilzt. Ein Gehen und Laufen in den gewohnten Laufschuhen ist daher in der Regel problemlos möglich. Fortgeschrittene wählen bei Sonnenschein und festem Schnee oft sogar einen leichten Wettkampfschuh zwecks direktem Bodenkontakt.

Wichtig ist vor allem bei Bergaufstrecken ein Schuh mit griffiger Sohle. Auch Stöcke können sowohl für Walker wie Läufer Unterstützung bieten. Und als Back-up bzw. für den Notfall bei weichem Schnee oder Eis und Matsch können auch Schneeketten für Schuhe in den Rucksack gepackt werden (z.B. Yaktrax), die in wenigen Handgriffen an die Schuhe geschnallt werden können und ein Ausrutschen verhindern. Für regelmässige Schneeläufer ist allenfalls ein Schuh mit Spikes eine sinnvolle Wahl und für alle, die bei Regen und Matsch unterwegs sind, bietet sich ein wasserdichtes Trailrunningmodell an.

Nicht zu unterschätzen ist das Laufen auf Schnee für die Fuss- und Beinmuskulatur. Schon manch einer hat nach einem anstrengenden Winterlauf seinen Effort mit einem hartnäckigen Muskelkater bezahlen müssen. Wo man sich auf Teer mit schwächelnden Muskeln noch durchmogeln kann, offenbaren sich die muskulären Lücken beim Laufen auf Schnee gnadenlos. Der unebene Untergrund führt dazu, dass die Muskulatur arbeiten muss, und ist sie schwach, knickt die Hüfte ein, die Beinachse bleibt nicht stabil und man «eiert» unsicher auf dem Schnee herum. Umso wichtiger ist es daher für Läufer, gerade im Winter die Fuss-, Bein- und Rumpfmuskulatur zu trainieren. Beispiele dazu finden Sie auf der folgenden Doppelseite.

 

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