Wie verletzungsanfällig sind Triathleten?

Aufgepasst vor Übertraining

Schwimmen, Radfahren und Laufen gehören zu den gesündesten Sportarten überhaupt. Entsprechend ist auch der Triathlonsport grundsätzlich sehr zu empfehlen. Wie sieht es mit Verletzungen im Triathlon aus?

Copyright: istockphoto.com
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Bei Ausdauersportarten ist es grundsätzlich nicht einfach, die richtige Dosierung zwischen Belastung und Belastbarkeit zu finden, vor allem wenn ein ambitioniertes Ziel lockt. Das ist auch beim Triathlon nicht anders, obwohl es aufgrund der Vielseitigkeit eine der gesündesten Sportarten überhaupt ist. Denn ein grosser Vorteil ist, dass man anders als beim Laufen nicht nur eine einzelne Disziplin trainiert, sondern drei im Wechsel. Dadurch belastet ein Triathlet automatisch in jeder einzelnen Sportart seinen Körper weniger als reinrassige Spezialisten in ihren jeweiligen Disziplinen.

Dennoch gleichen allfällige Beschwerden denjenigen der «Einsport-art­-Athleten». Der Schwimmer hat oft Schulter­ oder Ellbogenprobleme, der Radfahrer Rückschmerzen und der Läufer Überlastungsbeschwerden an Füssen, Beinen und Hüfte. Vor allem im Radfahren können allenfalls noch Sturzfolgen dazu kommen wie Schlüsselbein­, Hüft­ oder Handgelenksverletzungen.

Die Überlastungsprobleme resultieren meist aus zu häufigem oder einseitigem Training, ungünstiger Belastung oder einer zu abrupten Steigerung des Trainingsvolumens. Trainiert man als Triathlet alle drei Sportarten ausgewogen, kann man das Risiko einer Überlastung dadurch automatisch gering halten. Häufig vernachlässigen aber vor allem Triathleten mit einer schlechten Schwimmtechnik das Wassertraining, weil ihnen der Zeitgewinn dank einer besseren Technik zu wenig gross scheint im Verhältnis zum zeitlichen Aufwand, den sie dafür aufwenden müssten. Dafür investieren sie vor allem auf die Wettkämpfe hin mehr ins Rad­ und Lauftraining, wodurch auch die klassischen Laufbeschwerden am Bewegungsapparat auftreten können. Der «Vorteil»: Man muss dann im Laufsport wieder zurückstecken und hat jetzt endlich Zeit fürs Schwimmtraining…

Eine weitere typisch triathlonspezifische Problematik ist nicht mechanischer Natur und man sieht sie auch nicht von aussen: Zahlreiche Ironman­Triathleten betreiben für ihren Sport einen riesigen Aufwand und reizen alle sportlichen Bereiche – oft neben Beruf und Familie – derart maximal aus, dass sich der Körper zwischen den Trainings gar nicht mehr erholen kann und sie irgendwann ins Übertraining fallen mit der Konsequenz, dass alle Systeme streiken und dann gar nichts mehr geht. Wie so oft im Leben gilt es also auch als Triathlet, die so wichtige Balance zu halten und die Vorteile, die das vielseitige Triathlontraining bringt, auch tatsächlich zu nutzen.

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