Wie laufen Triathleten?

Laufstil ist von Vorbelastung abhängig

Unterscheidet sich der Laufstil von Triathleten gegenüber demjenigen von reinrassigen Läufern?

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Jein, müsste man wohl antworten, bzw. während eines Triathlons ja. Doch der Reihe nach: Triathlon-Profis liegen auf der abschliessenden 10 000-m-Strecke eines olympischen Triathlons nicht mehr weit hinter den besten Bahnspezialisten zurück und laufen den Schlussabschnitt unter unglaublichen 30 Minuten. Damit sie ein solches Tempo erreichen können, unterscheidet sich der Laufstil ambitionierter Triathleten kaum von demjenigen reinrassiger Läufer. Ohne gezieltes Techniktraining sind solche Zeiten nicht möglich.

Etwas anders sieht es bei den Altersklassensportlern aus. Sie trainieren vorwiegend ihre Ausdauer und feilen eher selten an der Lauftechnik herum. Durch die Ermüdung ist bei ihnen in einem Wettkampf nach der Vorbelastung vom Schwimmen und Radfahren der Laufstil meist nicht mehr so dynamisch. Ein technisch guter Läufer holt alles aus seinem Schritt heraus, besitzt eine aktive Flugphase und steckt viel Energie in die Zugphase. Bei den meisten Triathleten fehlt ein derart aktiver Laufstil, je länger der Wettkampf dauert. Der Fuss bleibt dadurch näher am Boden und der Schritt wird flacher. Das spart zwar Energie, ist aber dafür nicht mehr dynamisch und schnell. Und viele Sportler geraten mit zunehmender Distanz und fortschreitender Ermüdung in eine hockende und gebückte Laufhaltung. Mit einer besseren Laufökonomie könnten sie bei gleichem nergieaufwand wesentlich schneller rennen. Und das wiederum bedingt, dass Triathleten nicht nur beim Schwimmen, sondern auch beim Radfahren und Laufen neben dem Ausdauervermögen an der Technik arbeiten sollten. Mit einer guten Leistungsdiagnostik und einem geschulten Auge eines Trainers können individuelle Defizite sichtbar gemacht und mit verschiedenen Technikübungen verbessert werden.

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