Wettkampfanzüge «closed back»

Nachgefragt bei Arena Swimwear

Was bringen Wettkampfanzüge mit geschlossenem Rücken? Sind sie wirklich schneller als herkömmliche Anzüge, bei denen der Rücken frei liegt?

Copyright: Arena Swimwear
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Copyright: Arena Swimwear

An den Schwimm-Weltmeisterschaften 2017 in Budapest war ein neuer Trend zu erahnen: Es schien, als ob Spitzenschwimmerinnen aus aller Welt vermehrt in Wettkampfanzügen mit geschlossenem Rücken auf den Startblock steigen würden.

Wer einmal versucht hat, einen derartigen Wettkampfzug anzuziehen, weiss, dass dafür viel Fingerspitzengefühl und noch mehr Zeit nötig ist. Denn damit im Anzug Bestzeiten geschwommen werden, müssen diese satt und richtig eng sitzen. Das kann bei einem nigelnagelneuen Anzug durchaus 45-60 Minuten dauern.

Man fragt sich deshalb: Welche Athletinnen tragen Racingsuits mit «closed back»? Gibt es wissenschaftliche Beweise, dass ein «closed back» schneller macht? Und täuscht der Eindruck, dass dies der neue Trend im Wettkampfschwimmen ist?

Wir haben bei Arena Swimwear nachgefragt und spannende Antworten erhalten:

«Ob sich eine Athletin für oder gegen einen closed back entscheidet, ist primär von den individuellen Vorlieben abhängig. Die Statistik von Arena-Schwimmerinnen zeigt: Von allen gesponserten Athleten, die einen closed back schwimmen, entfallen 55% auf Freistil-, 22% auf Rücken-, 22% auf Lagen- und 1% auf Delfinschwimmerinnen. Hydrostatische Berechnungen zeigen, dass bedeckte Rücken nur dann einen Vorteil bringen, wenn das Wasser mit einer höheren Geschwindigkeit als 1,6 m/s über die Haut fliesst. Dies ist zurzeit (im Jahr 2017, Anm. d. Red.) nur beim Freistil und Rückenschwimmen der Fall. Aber in diesen Schwimmarten geht der Trend nachweisbar in Richtung closed back.»