Was bringt das ganz langsame Laufen?

Auch ein tiefer Puls ist gewinnbringend

Immer wieder wird der ganz langsame, anstrengungslose Lauf propagiert mit rund 65 % Intensität. Bringt das etwas?

Copyright: iStockphoto.com

Die erwähnten 65 % werden in der Literatur als unterste Grenze des «langsamen Laufens» angesehen. Diese langsamen Läufe (oft auch als GA1­Läufe bezeichnet) sind nicht nur auf eine «heilige» Intensität beschränkt, sondern besitzen eine gewisse Bandbreite und dürfen zwischen 65 % und 80 % der maximalen Herzfrequenz betragen. Sie dürfen also auch etwas schneller laufen, um den gleichen Effekt zu erzielen, wenn Ihnen die 65% zu langsam erscheinen.

Wenn Sie sich innerhalb der erwähnten Bandbreite bewegen, sind diese «langsamen» Läufe sehr sinnvoll und für eine langfristige Leistungsentwicklung unabdingbar. Der Organismus bildet mehr Blut, um den Sauerstoff effizienter zu transportieren und die Anzahl der Energie­Kraftwerke in den Muskelzellen nimmt zu, damit diese noch leistungsfähiger werden. Neue Kapillaren (kleinste Blutgefässe) sorgen dafür, dass das Blut und somit auch mehr Sauerstoff in den Muskeln überall hingelangen kann. So rüstet sich der Körper für lang andauernde Belastungen und lernt ökonomisch zu arbeiten. Alleine durch diese Anpassungen des Organismus kann der Körper zudem schneller regenerieren und dadurch die Trainingsbelastungen schneller verarbeiten (und ist schneller bereit für ein erneutes Training). Zu guter Letzt schult dieses Grundlagentempo auch die Resistenz des Bewegungsapparates. Die Knorpelflächen, Sehnen und Bänder gewöhnen sich an die moderate Belastung und werden kräftiger und widerstandsfähiger.

News teilen