Triathlonanzüge im Test

«Gratis» eine Minute schneller auf 40 km

Triathlon-Coach Roy Hinnen hat in einem umfangreichen Feldversuch 13 verschiedene Triathlon-Anzüge getestet und Leistungsunterschiede bis zu 13 Watt festgestellt.

Copyright: Roy Hinnen
Copyright: Roy Hinnen
Copyright: Roy Hinnen
Copyright: Roy Hinnen

Triathlon-Anzüge im Test

Triathleten wissen: Das Rad bzw. die Sitzposition und damit schlussendlich der Luftwiderstand beeinflussen die Radzeit bei einem Wettkampf wesentlich. Eine perfekte Sitzposition hängt allerdings stark von der Konstitution des Athleten ab, und speziell aerodynamische Positionen können von den meisten Hobbysportlern gar  nicht über eine längere Zeitdauer gefahren werden. Wie man auf dem Rad am einfachsten Zeit sparen kann, hat Triathlon-Coach Roy Hinnen in einem umfangreichen Feldversuch mit 13 Anzügen getestet.

Roy Hinnen fuhr auf seinem Rad bei identischer Sitzposition und gleichmässigem Tempo in jedem einzelnen Anzug auf der Bahn in Augsburg seine Runden. Von den Wissenschaftern des Leistungsdiagnostikers Staps wurden dabei alle relevanten Werte gemessen und ausgewertet. Das überraschende Resultat: Bei identischem Tempo (40 km/h) traten Leistungsunterschiede bis zu 13 Watt auf zwischen dem schlechtesten (Verbandsanzug des Schweizer Triathlon Verbandes von 2014) und besten Anzug auf (aktueller Castelli Zeitfahranzug). Bei den reinen Triathlonanzügen hatten der PA-Suit, der Skinfit-Anzug mit langen Armen und der Saysky-Anzug (ebenfalls mit langen Armen) die Nase vorn, sie sparten immer noch zehn Watt Energieaufwand, was auf einen olympischen Triathlon umgerechnet (bei einer Stunde Fahrzeit auf dem Rad für die 40 km) über eine Minute Zeitersparnis mit sich bringt, also erheblich ist. Finanziell reisst die Anschaffung eines guten Anzuges noch kein riesiges Loch in die Kasse, denn die erwähnten Modell kosten alle um die 200 Euro.

Zu beachten: Die Resultate dürfen nicht pauschal 1:1 übertragen werden, ist der Sitz eines Anzuges doch immer auch eine sehr individuelle Geschichte. Dennoch zeigt der Test, dass es eine wesentliche Rolle spielt, worin Triathleten unterwegs sind.