Training zu Corona-Zeiten

Lustvoll gegen Lockdown

Sie sind begeisterter Lauf- oder Ausdauersportler und tun sich mit dem amtlich verordneten Lockdown schwer? Psychologin und Marathonläuferin Franziska Greuter weiss Rat.

Fitness-Videos boomen. Probieren Sie etwas Neues aus - schaut ja keiner zu... (Copyright: iStockphoto)
Es könnte schlimmer sein. Lieber Lockdown statt Laufpause! (Copyright: iStockphoto)
Wie wärs zur Abwechslung mit Pilates oder Yoga? (Copyright: iStockphoto)
Auch eine Art Sport: Mal wieder die Wohnung putzen. (Copyright: iStockphoto)
Da waren noch Zeiten! Autorin Franziska Greuter am LGT Alpin Marathon. (Copyright: Swiss-Image)

Und plötzlich sind Trainings im Sportverein, Workouts im Fitnessstudio sowie Jogging- und Velotouren mit Freunden verboten. Die regelmässigen Joggingrunden mit Bürokollegen fallen ebenso aus wie freudig ersehnte Breitensportwettkämpfe oder längst geplante Trainingslager. Schmerzlich vermisst man die persönlichen Kontakte zu lieb gewonnenen Sportkollegen.

Wie gehen Lauf- und Ausdauersportler damit um? Franziska Greuter – Psychologin, Marathonläuferin, Running-Autorin und Yoga-Coach – verrät mit konkreten Tipps, wie sich der sportliche Lockdown positiv erleben lässt.

Probieren Sie etwas Neues
Fitness-Videos schiessen zurzeit wie Pilze aus dem feuchten Waldboden. Für beinahe jeden Geschmack ist etwas dabei. Es ist die Gelegenheit, einmal etwas Neues auszuprobieren - ohne sich gleich für einen Kurs zu verpflichten. Wieso nicht mal Pilates ausprobieren? Oder dieses Zumba, über das man immer gespottet, es aber es doch nie getestet hat? Jetzt sieht es keiner!

Setzen Sie sich Ziele
Es fällt schwer, sich für das Training zu motivieren, wenn der anvisierte Wettkampf plötzlich abgesagt ist und auch die Vorgabe der Trainingsgruppe wegfällt. Da kann es helfen, sich selbst kleine Wochenziele zu setzen. Beispielsweise: «Diese Woche arbeite ich an meiner Technik.» Oder: «Die nächsten fünf Tage setze ich den Fokus auf Hügeltrainings oder Treppenläufe.»

Leben Sie den Augenblick
Bundesrat Berset erinnert immer wieder daran, dass wir gemeinsam einen Marathon laufen würden. Der Vergleich hinkt in einem entscheidenden Punkt: Im Gegensatz zu einem Marathon wissen wir nicht, wann die Corona-Krise vorbei sein und der normale (Trainings-)Alltag wieder möglich sein wird. Da hilft es, Tag für Tag oder gar Halbtag für Halbtag zu nehmen. Eine Fähigkeit, die in unserer Gesellschaft, wo wir im Geiste oft schon drei Schritte weiter sind, kaum noch vorhanden ist. Es kann ungemein entspannend sein, sich auf den nächsten kleinen Schritt zu konzentrieren. Und hilft auch im nächsten Wettkampf, wenn eine Krise zuschlägt und das Ziel auf einmal unerreichbar scheint.

Üben Sie sich in Dankbarkeit
Anstatt sich zu ärgern, dass Sie Ihre Trainingspartner nicht sehen oder nicht im Hallenbad trainieren können, freuen Sie sich über das, was möglich ist. Erinnern Sie sich an Ihre letzte Verletzungspause? Damals hätten Sie wohl viel darum gegeben, sich auch nur eine halbe Stunde bewegen zu können, selbst wenn es alleine gewesen wäre.

Schalten Sie einen Gang zurück - mit gutem Gewissen!
Wenn Sie sich ohne das vertraute Trainingsumfeld und ohne Wettkampfziel nicht zum Training im gewohnten Umfang motivieren können, machen Sie sich keine Vorwürfe. Nutzen Sie die Zeit für Dinge, die sonst zu kurz kommen. Erledigen Sie liegengebliebene Arbeiten im Haus, lesen Sie mal wieder ein gutes Buch. Die Zeit des eng getakteten Alltags wird schnell genug wieder einkehren.

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