Skitouren-Highlights 2019

Skialpinismus laufend beliebter

Zwei Highlights stehen an: die WM in Villars-sur-Ollon und die allererste Weltcup-Veranstaltung in der Deutschschweiz.

Copyright: SAC

Skitouren liegen im Trend. Der Rennsport hat sich gar boomartig entwickelt. Vor 15 Jahren liefen rund 1000 Unentwegte um die Wette, heute sind es mehr als 4000. Eine Steigerung um 400%. Entsprechend hat sich auch die Anzahl der Rennen entwickelt. In diesem Winter werden – sofern auch Petrus mitmacht – schweizweit 53 Wettkämpfe durchgeführt. So viele wie noch nie.

Der höchststehende Sport wird dabei in Villars-sur-Ollon geboten. In den Waadtländer Alpen finden vom 9. bis 16. März die Weltmeisterschaften statt. Als Organisator von Welttitelkämpfen kommt die Schweiz bereits zum dritten Mal zum Handkuss. 2008 war Portes du Soleil WM-Gastgeber, 2015 fand die WM in Verbier statt.

Die Schweiz gehört – mit Italien und Frankreich – seit jeher zu den bestimmenden Nationen im Skitourenrennsport. Während der Weltkriege unterhielten sie Gebirgseinheiten zum Schutz der Grenzen in den Alpen. Patrouillenläufe dienten schon vor 100 Jahren dazu, die Ausdauer der Soldaten zu testen. Daraus entstanden Wettkämpfe wie die heute legendären Distanzrennen Pierra Menta in Frankreich, die Mezzalama in Italien oder die Patrouille des Glaciers von Zermatt nach Verbier.

Schweizer als Mitfavoriten
Bei der WM sind die Strecken allerdings wesentlich kürzer: 20 bis 30 km im Teamrennen, 15 bis 20 km im Einzel. Dazu gibt es Medaillen in den Disziplinen Vertical Race (mit einem Aufstieg, ohne Abfahrt) und Sprint (im K.o.-System wie im Langlauf). Die Schweizer zählen in allen Sparten zur Weltelite. Im Sprint verfügen sie mit Iwan Arnold gar über den aktuellen Weltmeister. Der 27-jährige Walliser, der in seinem Heimatdorf Simplon eben wieder Schweizer Meister wurde, freut sich ganz besonders auf die Heim-WM. «Die Chance, in vertrauter Umgebung einen WM-Titel verteidigen zu können, kommt schliesslich nicht alle Jahre.»

Ambitionen auf Edelmetall hat auch der Berner Oberländer Werner Marti. Der 28-jährige Grindelwaldner gewann bei der letzten WM Silber – hinter dem Spanier Kilian Jornet. Der Ausnahme-Athlet, der auch ohne Ski in Rekordzeiten Berge erklimmt, hat die aktuelle Saison ohne Skitouren-WM geplant. Werner Marti dürfte die Absenz des Superstars verkraften können.

Insgesamt peilt die Schweiz in Villars-sur-Ollon «mindestens 20 Medaillen an», wie Nationaltrainer Beni Hug erklärt. Darin sind die Nachwuchs-Wettbewerbe, die ebenfalls in jener März-Woche stattfinden, mit eingerechnet. Im Medaillenspiegel werden dann auch die Auszeichnungen der U23, Junioren und Kadetten berücksichtigt. «Wir Skitourensportler sind wie eine grosse Familie», sagt Beni Hug. In Villars-sur-Ollon sind nicht nur die 35 Schweizer Athletinnen und Athleten im selben Hotel untergebracht, sondern alle 300 WM-Teilnehmer, inklusive Staff.

Röstigraben wird kleiner
Der Skialpinismus ist als Rennsport nicht nur jung, er ist vor allem auch welsch. Die meisten Wettkämpfe finden in der Romandie statt. In der Deutschschweiz fristete der Rennsport bislang ein Mauerblümchendasein. Der Schweizer Alpen-Club SAC ist als Dachverband des Skialpinismus allerdings bestrebt, Skitourenrennen auch ennet dem Röstigraben zu etablieren. Mit zunehmenden Erfolg: Events wie die NightAttack in Flumserberg oder der Skimara in Kandersteg werden laufend populärer.

WM-Revanche in Disentis
Und erstmals wird in der Deutschschweiz nun auch eine Weltcup-Veranstaltung inszeniert. Am 23. und 24. März, eine Woche nach der WM in den Waadtländer Alpen, misst sich die Weltklasse in bündnerischen Disentis in den Disziplinen Individual (Einzel mit Massenstart) und Vertical (Berglauf). Drei Wochen lang gastiert die Weltelite also in den Schweizer Bergen. «Das hat es so noch nie gegeben», freut sich Beni Hug auf die beiden Highlights, in der Hoffnung auf weitere Medaillen und weitere Höhepunkte.

Im Sommer 2016 hat das Internationale Olympische Komitee Ski Mountaineering als olympische Sportart anerkannt – ein erster wichtiger Schritt in Richtung Aufnahme ins offizielle olympische Programm. Vorerst wird die Sportart Teil des Programms der Youth Olympic Games 2020 in Lausanne. Die Wettkämpfe werden in Villars-sur-Ollon ausgetragen.


Die schönsten Volksrennen

Immer mehr Ausdauersportler landen auf der Suche nach einem attraktiven Wintertraining bei den Skitouren. Dabei wird auch der Wettkampfsport laufend populärer. Hier die kommenden Highlights.

27. Trophée des Gastlosen
Wann: 10. Februar
Wo: Jaun FR
Strecken: 20,4 km (2445 Hm) und 13,8 km (1500 Hm)
Wie: Zweierteams
Teilnehmer: ca. 1200
Startgeld: Fr. 75.–
www.trophee-gastlosen.ch 

4. Chnorz & Morx
Wann: 16. Februar
Wo: Klewenalp NW
Strecken: 13,5 km (1370 Hm) und 7,2 km (720 Hm, für Jugendliche)
Wie: Einzel (Massenstart)
Teilnehmer: ca. 100
Startgeld: Fr. 65.–
www.chnorzundmorx.ch 

9. Diablerets 3D
Wann: 2./3. März
Wo: Les Diablerets VD
Strecken: 25,7 km (2700 Hm) und 17,5 km (1670 Hm)
Wie: Zweier- und Dreierteams
Teilnehmer: ca. 350
Startgeld: Fr. 100.–
www.diablerets3d.ch 

3. Heuberge-Lauf
Wann: 16. März
Wo: Fideris GR
Strecken: 11,4 km (920 Hm) und 5,7 km (460 Hm)
Teilnehmer: ca. 200
Startgeld: Fr. 35.–
www.heuberge-lauf.ch 

10. Trofea péz ault
Wann: 23./24. März
Wo: Disentis GR
Strecken: 14,4 km (1745 Hm), 10,87 km (992 Hm) und 4,65 km (676 Hm, Vertical von der Tal- zur Bergstation)
Wie: Einzel, Zweier- oder Dreierteams
Teilnehmer: ca. 200
Startgeld: Fr. 50.–
Besonderes: Das Volksrennen findet im Rahmen der erstmals in der Deutschschweiz ausgetragenen Weltcup-Veranstaltung statt.
www.trofea.ch 

13. Skimara
Wann: 24. März
Wo: Kandersteg BE (Start), Sunnbüel (Ziel)
Strecken: 36 km (3600 Hm) und 29 km (2845 Hm)
Teilnehmer: ca. 300
Wie: Zweier- und Dreierteams
Startgeld: Fr. 100.–
Besonderes: Längstes Skitourenrennen in der Deutschschweiz.
www.skimara.ch 

72. Trophées du muveran
Wann: 7. April
Wo: Les Plans sur Bex VD
Strecken: 32 km (2793 Hm), 28 km (2317 Hm) und 21,5 km (1312 Hm)
Teilnehmer: ca. 1200
Wie: Zweier- und Dreierteams
Startgeld: Fr. 120.–
Besonderes: Ältestes Skitourenrennen in der Schweiz.
www.tropheesdumuveran.ch 


 

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