Satteltaschen - Retter in der Not

Von Wertsachen-Box bis mittlere Werkzeugkiste

Was gehört alles in die Satteltasche? Tipps, um für die häufigsten Defekte gewappnet zu sein.

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Mit einem Platten muss jeder Radler rechnen. Eine Schraube, die sich löst, ein verbogener Wechsler oder gar ein Kettenriss: Auch diese Probleme gehören zum Alltag eines Radfahrers - zum Glück aber relativ selten. Um Reparaturen möglichst rasch beheben zu können, sollte man auf jeder Velotour das Notwendigste dabeihaben. Denn das Bike schieben oder auf den Felgen zurückfahren kann ja wohl nicht die Lösung sein. Doch was gehört alles mit auf die Tour? Eines ist klar: Auf alle Notfälle vorbereitet zu sein ist unmöglich. In einer Satteltasche kann man indes sicher dasjenige Zubehör mitführen, um für die häufigsten Defekte gewappnet zu sein.

Welche Volumina gibt es?
Standardgrössen von Satteltaschen reichen von 0,4 bis 1,5 Liter. Einige haben einen «Expansionsreissverschluss», wodurch das Volumen um rund 0,5 Liter vergrössert werden kann. Es gibt auch welche, die den Gepäckträger regelrecht ersetzen: Manche sind über 10 Liter gross. Wobei diese nicht mehr wirklich als Satteltasche bezeichnet werden dürfen, sondern als Sattelrohrtaschen, die dann auch nur am Sattelrohr befestigt werden.

Was für ein Befestigungssystem ist zu empfehlen?
Befestigungsvarianten gibt es einige: Klett- und Steckverschlüsse oder ein Klick-System, bei dem man einen Adapter an den Satteldrähten anschrauben muss. Stellen Sie sich folgende Fragen, bevor Sie sich für oder gegen eine Tasche entscheiden:

  • Wie oft nehme ich die Satteltasche weg und bringe sie wieder an?
  • Habe ich einen speziellen Sattel, bei dem nicht jede Tasche befestigt werden kann (Brooks-Sattel)?
  • Brauche ich die Satteltasche für verschiedene Fahrräder?
  • Wenn ich daran rüttle: Wie stabil ist das Ganze? 

Wie sieht das Innenleben aus?
Die rudimentärsten, kleinsten Taschen haben ein Fach, fertig. Je grösser, desto wertvoller sind gewisse «Zusatzfächli». Kleine Netztäschchen für Wertsachen sorgen für ein «aufgeräumtes» Satteltäschchen. Damit das Handy nicht beschädigt wird, sollte man es in ein leicht gepolstertes Täschchen stecken. Bei grösseren Satteltaschen macht eine Unterteilung in zwei Fächer Sinn.

Ist Wasserschutz notwendig?
Das Material soll sicher spritzfest sein, damit das Innere bei einem Wolkenbruch nicht geflutet wird. Ob es auch 100 % wasserdicht sein muss, ist Geschmackssache. Multitool, Ersatzschlauch oder Flickzeugs funktionieren auch wenn sie nass geworden sind. Verstaut man jedoch Handy und etwas zu essen darin, sieht das anders aus. Entweder man stopft dies innerhalb der Satteltasche zusätzlich in einen wasserdichten Sack oder man zieht der Tasche den extra mitgelieferten Regenschutz über. Ansonsten: Schalen-Satteltaschen sind garantiert wasserdicht.

Was nützen Komprimierungsriemen?
Wird das Volumen der Satteltasche nur zur Hälfte ausgenutzt, scheppern die Utensilien. Dies verhindert man, wenn man Komprimierungsriemen festzurren kann. Falls keine vorhanden sind: den Freiraum mit einem Stofflappen ausfüllen.

Was gilt es sonst zu beachten?
Reflektoren bieten Sicherheit, falls die Tour auch im Dunkeln noch im Gange ist. Besser sind natürlich Rücklichter. Deshalb sollte man bei den Satteltaschen an der Aussenlasche ein Rücklicht anclippen können. Mit einem Gummizug an der Seite oder unterhalb der Tasche kann zusätzlich etwas befestigt werden, beispielsweise kleine Kleidungsstücke oder eine Pumpe.

Und wie steht es mit der «Sexyness»?
An das schnellste Rennvelo montiert man wohl kaum eine 2-Liter-Tasche. Das sieht einfach unschön aus. Kleiner ist da sicher feiner. Von der Farbe her ist die Auswahl leider sehr eingeschränkt. Einzig von Brooks gibt es «Old School»-Satteltaschen in verschiedenen Farben. Ansonsten ist ausser Schwarz nichts zu finden. Schade eigentlich. Ein poppiges Teil unter dem Po wäre ein spannender Blickfang!

Was muss in die Satteltasche rein?
Die passende Satteltasche kann man nur finden, wenn man weiss, was man standardmässig alles einpackt. Für eine Tagesfahrt - ob mit dem Bike oder Rennrad - empfehlen wir:

  • Flick, Schmirgelpapier und Leim
  • Ersatzschlauch
  • 2 Reifenheber
  • Pumpe oder Patrone plus Adapter
  • Multitool
  • 1 Kettenniete
  • Kabelbinder
  • Etwas Klebeband, z. B. schmales Leukotape
  • Lappen oder Taschentücher
  • Notfallzettel mit persönlichen Angaben plus Organspenderausweis
  • Wertsachen
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