Reifendruck bei Mountainbikes

Weniger Druck bringt mehr Bodenkontakt

Wie hart werden Mountainbike-Reifen aufgepumpt?

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Im Vergleich zu Rennrädern wird beim Mountainbiken mit viel weniger Druck in den Reifen gefahren. Wie viel genau kommt auch da aufs System an. Beim herkömmlichen System Schlauch und Pneu wird mit rund 1,8 bis 3 Bar gefahren. Dann gibt es auch das sogenannte Tubeless-System, bei dem kein Schlauch im Pneu steckt und dafür die Felgen abgedichtet sind, damit keine Luft entweicht. Zusätzlich wird eine Dichtmilch in den Pneu gefüllt, die im Falle eines Defekts die undichte Stelle sofort wieder verschliesst. Tubeless kann mit etwas weniger Druck gefahren werden (1.2 bis 2 Bar), da es durch den fehlenden Schlauch nicht zu einem Durchschlag kommen kann, wenn der Schlauch zwischen einem Stein und der Felge eingeklemmt wird. Eigentlich könnte das Tubeless-System mit noch weniger Bar gefahren werden, das Problem ist dann aber, dass es den Pneu in einer schnellen Kurve allenfalls von der Felge lösen kann. Für Freerider gibt es daher ein spezielles Zweikammersystem. Hier wird der Schlauch in der inneren Kammer auf 6 Bar aufgepumpt, wodurch der Pneu an die Felge gedrückt wird. In der äusseren Kammer wird mit einem Druck von nur 0.8 bis 1.2 Bar gefahren. Dennoch kann es zu keinen Durchschlägen kommen, da der innere, hart gepumpte Kern davor schützt. Ambitionierte Biker wählen anhand der Strecke und den Wetterverhältnissen das vielversprechendere System aus. Grundsätzlich gilt: Weniger Druck im Reifen bringt mehr Kontraktion auf den Boden, was vor allem bei technisch schwierigen Strecken oder bei Regen viel bringen kann. Ist die Strecke eher schnell und trocken, wird mit etwas mehr Druck in den Reifen gefahren. Neu werden teils auch überdimensionierte Reifen (ähnlich wie bei Fat Bikes) verwendet, auch sie verbessern die Traktion und können mit extrem wenig Druck gefahren werden.

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