Polar Vantage V

Leistungsmessung am Handgelenk

Die Leistung gesamtheitlich objektiv zu erfassen, war bislang im Laufsport Wunschdenken. Ändert sich dies mit der neuen Vantage V von Polar?

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Getüftelt mit Sensoren und Apps wird schon länger, doch so wirklich durchsetzen konnte sich die Leistungs- bzw. Wattmessung im Laufsport bislang nie, zu komplex ist die Laufbewegung im Gegensatz zum Radsport, bei dem die Leistungsmessung längst State of the Art ist. Der finnische Sportuhren-Gigant Polar hat sich nun der Thematik im grossen Stil angenommen. Mit dem Modell «Vantage V» hat er eine Multisportuhr zur Serienreife gebracht, welche die Leistungsmessung in die tägliche Trainingsplanung von ambitionierten Läufern und Coaches bringen will – bei Sportuhren ein Novum. Eine Leistungsmessung ist im ambitionierten Trainingsalltag wünschenswert, weil sie die effektiv erbrachte Leistung abbildet. Bislang arbeitet man im Laufsport in erster Linie mit Herzfrequenz- oder Tempovorgaben. Gerade für Leistungssportler haben beide Parameter wesentliche Schwächen. Die Herzfrequenz unterliegt individuell täglichen Schwankungen und reagiert bei raschen Tempowechseln (Intervallformen) zu langsam, um präzise Aussagen zur erbrachten Leistung zu machen. Und Tempovorgaben sind je nach Geländeprofil und Witterungsverhältnissen unbrauchbar, da der Kilometerschnitt im hügeligen Gelände oder bei starkem Gegenwind massiv absinkt.

Unabhängig von Tempo und Steigung
Die Vantage V bietet mit der Messung der Laufleistung als Ganzes einen zusätzlichen Wert, der ein Training qualitativ wiedergibt und unabhängig von Witterung und Geländeform eingesetzt werden kann. Die Berechnung erfolgt über den von Polar entwickelten Algorithmus in Kombination mit den gemessenen GPS- und Barometerdaten (damit die Steigung miteinbezogen wird). So wird während einer Trainingseinheit neben der Herz-Kreislaufarbeit die Gesamtbelastung ermittelt, die auf die Gelenke sowie das Muskel- und Skelettsystem wirkt. Bezüglich der für Sportler so wichtigen passenden Regenerationszeit bietet die Vantage V ebenfalls einiges: Das Konzept «Recovery Pro» umfasst eine Auswertung von 30 Metriken und Feedbacks, auch subjektiven. Das subjektive Feedback wird in die Analyse einbezogen und gibt dem Sportler Inputs dazu, wann welches Training für einen weiteren Formaufbau sinnvoll ist. Auch die Pulsmessung am Handgelenk will die Vantage V revolutionieren. Neun LEDs mit verschiedenen Lichtlängen und vier Elektroden sollen dafür sorgen, dass der Puls jederzeit und auch im Wasser einwandfrei gemessen werden kann. Ein weiterer Quantensprung: Bei permanent aktivem GPS sind bis zu 40 Stunden Akkulaufzeit möglich, wodurch eine Schwachstelle bisheriger GPS-Uhren ausgemerzt wird. Die Aufladung des eingebauten Akkus erfolgt ganz einfach per magnetischem Ladeadapter.

Für Sportler mit Ambitionen
Der erste Eindruck: Mit der Vantage V präsentiert Polar eine leistungsfähige und gleichzeitig elegante und einfach zu bedienende GPS-Sportuhr für ambitionierte Sportler aller Art. Ob die Leistungsmessung im Laufsport damit den Durchbruch schafft, wird erst die Erfahrung zeigen, wenn alle Updates vorhanden sind und möglichst viele Vergleichsdaten zur Verfügung stehen. Um das richtige Gleichgewicht zwischen Training und Erholung zu finden, ist es nach wie vor entscheidend, auf den eigenen Körper zu hören und das subjektive Empfinden mit den gemessenen Daten zu kombinieren. Für den Polar-eigenen orthostatischen Test sowie das Ausnutzen sämtlicher Erholungs - features (Recovery Pro) muss die Vantage V nach wie vor mit dem Brustgurt gekoppelt werden.
Der Verkaufspreis der Vantage V beträgt mit Pulsgurt 699 Franken, ohne Pulsgurt 629 Franken. Gleichzeitig mit der Vantage V kommt eine abgespeckte Version (Vantage M) für 349 Franken auf den Markt, ebenfalls mit vielen Features und Pulsmessung am Handgelenk, aber ohne Leistungsmessung. Beide Modelle sind ab Anfang November im Schweizer Handel erhältlich. www.polar.ch

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