Olympia wird weiblicher

Gleichberechtigung

Das Olympische Komitee will die Olympischen Spiele gleichberechtigter gestalten.

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Das Internationale Olympische Komitee bietet zuverlässig Angriffsfläche für Kritiker. Stichworte hierzu: Korruption und Machtpolitik. In einer Angelegenheit wirkt die olympische Führung aber schon fast vorbildlich: beim Thema Gleichberechtigung: Die IOC-Herren reden nicht nur davon, sie setzen die Angleichung von Mann und Frau auch erstaunlich konsequent um. Die Jugendspiele in Buenos Aires waren der erste olympische Sportanlass mit gleich vielen Athleten und Athletinnen. Und bei den nächsten Olympischen Spielen sind 48,4% der Quotenplätze für Frauen reserviert (siehe Box unten).

Ein Rekord zeichnet sich in Tokio 2020 auch bei der Anzahl Entscheidungen ab. Von insgesamt 339 Medaillensätzen in 33 Disziplinen gehen deren 156 (46%) an Sportlerinnen. Dabei haben die Männer im Vorprogramm mächtig Haare lassen müssen. Zugunsten von zusätzlichen Frauenwettbewerben sind ihnen vom IOC etliche Wettkämpfe gestrichen worden. So fällt zum Beispiel der Leichtgewichts-Vierer und damit auch die Titelverteidigung von Schweizer Olympiagold ins Wasser. Die Frauen übernehmen das Ruder. Und im Kanu sind gleich vier Männerentscheidungen durch Frauenwettkämpfe ersetzt worden.

 

Olympische Spiele: Entwicklung der Frauenquote

Jahr

Ort Teilnehmer

Frauenanteil

1896

Athen 245

keine

1900

Paris 997

2,2%

1920

Antwerpen 2626

2,5%

1932

Los Angeles 1332

9,5%

1948

London 4104

9,5%

1964

Tokio 5151

13,2%

1976

Montreal 6084

20,7%

1988

Seoul 8391

26,1%

2000

Sydney 10 651

38,8%

2016

Rio de Janeiro 11 238

45,6%

2020

Tokio 10 953

48,8%

 

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