Olivia Hottinger - Patentochter von FIT for LIFE

FIT for LIFE übernimmt Sporthilfe-Patenschaft

FIT for LIFE hat eine Sporthilfe-Patenschaft für die 17-jährige Velofahrerin Olivia Hottinger übernommen. Wer ist dieses Mädchen mit dem Hang zum Schlamm?

Olivia Hottinger an der Radquer-SM 2015 (Foto: ZVG)

Sie gehört zu den hoffnungsvollsten Radsportlerinnen in der Schweiz, zu jenen jungen Frauen, die auf fast alles abfahren, was zwei Räder hat. Olivia Hottinger fährt Rennvelo, Cross-Velo und Mountainbike. Und ist sich nie zu schade, Drecksarbeit zu verrichten.

Noch ist ihr Name erst einem Insider-Publikum bekannt. Noch beschränken sich ihre internationalen Erfolge auf die Nachwuchs-Stufe. Dies kann sich aber bald schon ändern. Zumindest im Radquer, der favorisierten Disziplin von Olivia Hottinger. Da zählt die erst 17-Jährige aus Esslingen ZH bereits zu den stärksten Schweizerinnen. Letzte Saison gewann sie die Radquer-Jahreswertung bei den Elite-Frauen, bei den Schweizer Meisterschaften holte sie Silber, und bei ihrer Weltcup-Premiere schrammte sie nur ganz knapp an den ersten Punkten vorbei.

Ihre Entwicklung erscheint erstaunlich, zumal sie erblich nicht vorbelastet ist. Ihre Eltern sind zwar sportlich, hatten mit Radrennen aber etwa so viel am Hut wie Beat Breu mit Seidenmalerei. Als Olivia mit sechs Jahren ihr erstes Rennen bestritt, dachte jedenfalls noch niemand im Hause Hottinger an eine mögliche Radsportkarriere. Im Gegenteil. Ihr Vater Peter erinnert sich: «Es war ein Bike-Rennen im Rahmen des Zürich Oberland Cups. Das Wetter war fürchterlich nasskalt. Und ich dachte, dass wir an diesem Tag wohl zum letzten Mal am Start eines Rennens stehen würden.» Peter Hottinger sollte sich täuschen. Klein-Olivia fand sogleich Gefallen am Rennbetrieb im Regen. Eine Woche später drängte sie bereits wieder auf einen Start. Fatale Folge: Seither verbringen die Hottingers den Grossteil ihrer Weekends auf den Rennplätzen im In- und Ausland.

Wer Olivia privat erlebt, ohne Helm und Renndress, mag sich kaum vorstellen, dass hinter dieser fröhlichen und weltoffenen Frau mit den langen Haaren und dem gewinnenden Lächeln eine ehrgeizige Kämpferin steckt, noch dazu eine Vollblut-Crosserin, die weder Sumpf noch Kälte scheut. Wenn es so richtig dreckig wird, scheint die zierliche Brünette erst richtig aufzublühen. «Je schlammiger desto besser», bestätigt sie selber lachend. Mit gutem Grund: Olivia zählt hierzulande zu den technisch versiertesten Fahrerinnen, was ihr im anspruchsvollen Radquer-Sport zugutekommt.

Vos und Ferrand-Prévot als Vorbilder
Entsprechend hoch will sie hinaus. Im Weltcup hat sie sich für diese Saison einen Top-25-Platz zum Ziel gesetzt. Im Weiteren will sie ihren Vorbildern nacheifern, Marianne Vos (Ho, 28) und Pauline Ferrand-Prévot (Fr, 23), den grandiosen Allrounderinnen, die beide schon WM-Titel in drei verschiedenen Disziplinen gewonnen haben. Dafür trainiert Olivia Hottinger neben der KV-Lehre 12 bis 20 Stunden wöchentlich.

Und dafür hat sie ein namhaftes Umfeld geschaffen – mit lauter Spezialisten. Bereits seit acht Jahren fährt sie im Team von Radquer-Nationaltrainer Harald Grab und dessen talentierten Söhnen Joel und Dominic. Die kaufmännische Grundausbildung absolviert sie in der United School of Sports in Zürich. Ihr neuer Lehrmeister im Treuhandbüro ist Beat Morf, der als Mountainbiker und Quer-Fahrer bis vor zehn Jahren zu den stärksten Schweizern zählte. Und ihr Coach ist Christian Heule (40), seines Zeichens sechsfacher Schweizer Meister im Radquer.

Die Warnung von Coach Heule
Heule attestiert der talentierten Zürcherin ein «technisch hohes Niveau». Vor allem aber sei sie «extrem ehrgeizig». Das brauche eine Athletin, um dereinst an die Spitze zu gelangen. Andererseits sei extremer Ehrgeiz auch gefährlich, gerade für eine relativ fragile Athletin. Die zierliche Zürcherin ist auffällig oft verletzt und leidet immer wieder unter Erkrankungen. So musste sie auch beim Start zur EKZ CrossTour in Baden Forfait geben. «Wichtig ist, dass sie lernt auf ihren Körper zu hören», mahnt Coach Heule. Wenn sie auf die Signale ihres Körpers indes richtig reagiere und ihre Physis noch stärken könne, dann sei in Zukunft vieles möglich, ja alles möglich.

FIT for LIFE ist Sporthilfe-Pate von Olivia Hottinger
Wer im Sport an die Spitze kommen will, benötigt zumeist mehr als nur Talent und Wille. Immer wieder stehen Hindernisse im Weg, und oft fehlt das nötige Geld für Material, Trainings und Wettkämpfe. Die Schweizer Sporthilfe zählt zu den Organisationen, die Talente auf dem Weg an die Spitze unterstützen, und bietet dafür beispielsweise Patenschaften an. FIT for LIFE hat eine solche Patenschaft nun für Olivia Hottinger übernommen.