Núria Picas veröffentlicht ihre Biografie

Laufen, um frei zu sein - Córrer per ser lliure

Die katalanische Ultra-Trailläuferin Núria Picas versteht es wie keine zweite, sich über Berge zu kämpfen. Woher kommt diese Leidenschaft? Ihr Buch verrät es.

Núria Picas: «Córrer per ser lliure», hrsg. von Gustau Raluy mit einem Vorwort von Kílian Jornet, Columna Edicions 2015, ISBN: 978-84-664-1988-8.
Núria Picas (Copyright: Sho Fujimaki)
Ultra Pirineu 2014 (Copyright: Jordi Canyameres)
Ultra Trail du Monta Blanc 2013 (Copyright: Jordi Saragossa)
Ultra Trail du Monta Blanc 2013 (Copyright: Jordi Saragossa)
Diagonale des Fous 2015 (Copyright: Alex Berg)
Diagonale des Fous 2015 (Copyright: Alex Berg)

«Córrer per ser lliure» von Núria Picas

Trailer zum Buch in katalanischer Sprache.

Je widriger die Verhältnisse, je abschüssiger die Trails und je stärker die Konkurrenz, desto leidenschaftlicher tritt sie auf. Jetzt erst recht!, sagt sie sich und stürmt mit wilder Entschlossenheit ihrem Ziel entgegen. Und Ziele hat sich wahrlich schon viele erreicht in ihrem Leben: Sie ist nur mehrfache Gesamtsiegerin der Ultra-Trail World Tour (zuletzt 2015) und Weltmeisterin der SkyMarathon Series 2012, sondern hat so bekannte Ultratrail-Wettkämpfe wie den Trans Gran Canaria, den Ultra Trail Mount Fuji, die Salomon 4 Trails und viele weitere mehr gewonnen.

Doch wer ist diese katalanische Ultraläuferin namens Núria Picas, die es wie keine zweite versteht, sich über Berge zu kämpfen? Woher kommt dieses Feuer für kilometerlange Anstiege, knifflige Trails und saftige Downhills? Woher diese Leidenschaft für Laufstrecken, die ihr erst ab Kilometer 80 so richtig Spass machen?

Anworten darauf finden sich in ihrem kürzlich erschienenen Buch, das im Katalanischen den Titel «Córrer per ser lliure» (dt. Laufen, um frei zu sein) trägt. Darin beschreibt sie ihre frühe Kindheit in den Bergen Kataloniens und nimmt den Leser mit in die Tage ihrer Teenager-Zeit, die sie am liebsten mit langen, waghalsigen Klettertouren in den Bergen verbracht hatte, bevor sie mit dem Laufsport begann. Hautnah erfährt man, wie ein schwerer Kletterunfall den linken Fuss so stark beschädigt hatte, dass die Ärzte der damals 22-jährigen Núria eröffneten: «Du wirst nie mehr laufen können!»

Glaube versetzt Berge
Auch wenn das Unterfangen aussichtslos erschien: Núria kämpfte sich verbissen durch jede einzelne Rehastunde, liess nichts unversucht, um wieder ohne Krücken und Schmerzen gehen zu können. Und wenn man sagt, «Glaube versetzt Berge», dann ist bei Núria genau dies eingetroffen. Obwohl es mit Glauben alleine sicherlich nicht getan war. Harte Arbeit – körperlich und mental – war dafür vonnöten.

Die Fortsetzung der Geschichte liest sich wie ein wundersames Märchen, bei der man Núria von einem extremen Traillauf zum anderen begleitet und immer wieder in die Gedanken dieser sympathischen Ultraläuferin eintauchen darf. Wie motiviert sie sich, bei Dauerregen, Schneefall und Temperaturen um den Gefrierpunkt einen Lauf von 110 km und 6800 Hm (Ultra Pirineu) zu bewältigen? Wie ernährt sie sich vor und während eines Wettkampfs, für den es unvorstellbare Mengen an Kohlenhydrate braucht? Welches sind ihre ganz persönlichen Glücksmomente, wenn die Beine bereits Schmerzen und der Kopf beharrlich sagt, es reicht?

Wie gesagt, Antworten darauf liefert ihr Buch, das im September 2015 im Verlag Columna Edicions mit einem Vorwort von Kílian Jornet erschienen ist. Wer der katalanischen Sprache mächtig ist, hat das Privileg, tief in das bewegende Leben und die ganz persönlichen Gedanken einer der erfolgreichsten Ultraläuferinnen unserer Zeit einzutauchen.

Núria Picas: «Córrer per ser lliure», hrsg. von Gustau Raluy mit einem Vorwort von Kílian Jornet, Columna Edicions 2015, ISBN: 978-84-664-1988-8.

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