Neopren kaufen - die besten Tipps

Richtig wählen, sicher schwimmen

Es gibt kaum Sportequipment, das man nicht übers Internet bestellen kann. Die wichtigsten Fakten zum Online-Kauf eines Neopren-Schwimmanzugs.

Copyright: iStockphoto.com

Je dicker, desto wärmer
Neopren-Schwimmanzüge ermöglichen einem, längere Strecken in kühlen Gewässern zu schwimmen. Je dicker das verwendete Material, desto besser toleriert der Körper kühles See- oder Flusswasser. Die Schwimmanzüge zeichnen sich durch unterschiedliche Materialstärken aus: Beine und Rumpf sind oft aus festerem, wärmespendendem Material gefertigt, während an Ellbogen und im Schulterbereich leichteres Material eine gute Beweglichkeit ermöglichen.

Einsatzgebiet definieren
Überlegen Sie sich, in welchen Wassertemperaturen der Neopren zum Einsatz kommen soll. Geht es darum, die kalten Frühlings- und Herbstmonate zu überbrücken? Oder planen Sie, im Hochsommer lange Strecken von fünf und mehr Kilometern zu absolvieren? Anzüge, die an Rumpf- und Beinen bis zu 5 mm dick sind, eigenen sich für Wassertemperaturen ab 14 bis 20 Grad, wobei die individuelle Kältetoleranz natürlich immer mit darüber entscheidet, wie lange es man im «kalten» Wasser aushält. Anzüge mit 3-mm-Neopren kommen in Gewässern von rund 18-22 Grad zum Einsatz, während 0,5 mm-Material meist an sogenannten «Shorties» verarbeitet wird. Letztere weisen kurze Beine und Arme auf und sind für «warme» Wassertemperaturen ab 23 Grad empfohlen.

Schwimmtechnik berücksichtigen
Es sind nicht nur die eingesetzten Materialien, die darüber entscheiden, ob sich ein Neopren an Einsteiger- oder Profis richtet, sondern auch deren Verarbeitung und die Passform. Wer im Triathlon-Wettkampf um Sekunden kämpft, sucht im Schulterbereich maximale Bewegungsfreiheit und eine optimale Stromlinienform, «opfert» dafür gerne ein wenig Wärmeleistung und Auftrieb. Handkehrum fühlen sich Einsteiger in enganliegenden (meist teuren) Wettkampfanzügen rasch unwohl, frieren schneller und können die materialtechnischen Feinheiten bei mässiger Schwimmtechnik gar nicht ausnutzen.
Freizeitschwimmer mit eher mässiger Kraul- und Rückenkraultechnik achten auf dickes Material an Beinen und Rumpf, um vom natürlichen Materialauftrieb beim Schwimmen zu profitieren. Je besser die Technik, desto wichtiger wird die Bewegungsfreiheit im Schulter- und Ellbogenbereich. Brustschwimmer sollten bedenken, dass ein Neopren mit langen Beinen die Technik massiv behindert, weil der Auftrieb stört. Wer also wirklich ausnahmslos im Bruststil unterwegs ist, weicht auf einen Shorty aus oder schneidet sich beim Ganzanzug die Beine oberhalb der Knie ab.

Körper ausmessen
Haben obige Überlegungen nun grob vorgegeben, welche Materialdicke und Passform wünschenswert ist, geht es daran, den eigenen Körper auszumessen. Namhafte Hersteller bieten sogenannte «Size Charts» auf ihren Webseiten an. Wer seine Masse wie Körperhöhe, Gewicht, Hüft- und Brustumfang (bei Frauen auch Oberkörperlänge zwischen Schulter und Schambein) kennt, kommt seinem idealen Neopren schon sehr nahe. Im Idealfall bleiben nun zwei, drei Modelle übrig, die man sich nach Hause bestellen und dort probieren kann. Sollte die Grössentabelle nicht perfekt auf die Körpermasse passen, am besten bei der Länge Abstriche in Kauf nehmen. Grosse, dünne Athleten wählen also besser einen Anzug der an Armen und Beinen zu kurz ist. Umgekehrt gilt: Zu lange Arme und Beine können zur Not nach Kauf abgeschnitten werden, da das Material nicht ausfranst.

Testschwimmen: Konditionen vor Bestellung klären
Anders als ein Laufschuh oder einen Velohelm, reicht es bei einem Neopren nicht, diesen daheim kurz einmal anzuziehen, um zu entscheiden, ob er passt. Die Stunde der Wahrheit schlägt beim Neopren erst im Wasser, wenn man wirklich in der Horizontalen liegt und schwimmt. Es ist deshalb unabdingbar, vor der Bestellung beim Händler schriftlich nachzufragen, ob die Anzüge im Freiwasser getestet und zu welchen Bedingungen die Produkte zurückgeschickt werden dürfen!
Ziehen Sie sämtlichen Körperschmuck aus und den Neopren mit Handschuhen an. Wie das geht, zeigt unsere Detail-Bildserie (siehe Button). Unter dem Neopren trägt man eine eng anliegende Badehose oder einen Badeanzug. Bikinis nur dann, wenn sie keine Ösen aufweisen, die ins Fleisch schneiden. Liegt der Neopren nun satt und eng am Körper an, gehts ins Freiwasser. Beobachten Sie, ob der Anzug Blasen aufwirft, Wasserströme im Anzug spürbar sind oder gewisse Stellen unangenehm einschneiden. Manchmal hilft es, den Anzug mit Handschuhen nochmals nachzurücken. Wenn das alles nicht der Fall ist und sich der Neopren wie eine bequeme zweite Haut anfühlt, dann könnte genau dieses Modell Ihr neuer Freund für den Schwimmsommer werden.

Online-Kauf und Miete beim Schweizer Fachhändler
Viele Schweizer Triathlon-Fachhandler bieten jeweils im Frühling Neopren-Testschwimmen an. Wegen Corona fallen diese Anlässe zurzeit aus bzw. sie werden nach Möglichkeit in den Sommer verschoben. Gleichwohl halten Triathlon-Fachgeschäfte wie Tempo-Sport, Powerlab, Schumacher-Sport oder auch Schwimmsport-Spezialisten wie Swimhohlic einen der Situation angepassten Neopren-Verkauf und -Mietservice aufrecht. Temo-Sport offeriert wie andere Händler auch eine eingehende Beratung im Video-Chat. Geschäftsführer Marcel Kamm erläutert: «Wie beim Beratungsgespräch im Geschäft klären wir den Einsatzzweck, die gewünschten und sinnvollen Auftriebseigenschaften, die Budgetvorstellung und weitere Punkte ab. Darüber hinaus gewinnen wir im Video einen wertvollen Eindruck der Körperproportionen.» Sind alle Infos beisammen, erhält der Kunde eine Offerte mit passenden Anzügen. Diese werden anschliessend per Post verschickt oder können kontaktlos im Geschäft abgeholt werden.
Die besten Adressen: www.powerlab.ch, www.schumacher-sport.ch, www.swimhohlic.com, www.tempo-sport.ch

News teilen