Marathon-Krise kommt ab km 38

Wann laufen Marathonläufer in die Mauer?

Strava, das soziale Netzwerk zur Online-Erfassung von sportlichen Aktivitäten, hat dem berühmten Hammermann beim Marathon mittels unbestechlicher Daten ein Gesicht gegeben.

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Die «Mauer» beim Marathon ist ein gefürchtetes Damoklesschwert, mit dem zwar niemand Bekanntschaft schliessen will, das aber doch unweigerlich früher oder später über die meisten herunterfällt. Wann genau einen die Krise ereilt, ob bei km 32, 35 oder doch 38, das ist Gegenstand von unendlichen Läuferdiskussionen. Strava, das soziale Netzwerk zur Online-Erfassung von sportlichen Aktivitäten wie Radfahren und Laufen, hat der Mauer beim London und Berlin Marathon 2014 mittels unbestechlicher Daten ein Gesicht gegeben. In London haben knapp 2000 Läuferinnen und Läufer ihre Daten während des Laufs mittels GPS-Uhr erfasst und auf Strava hochgeladen, in Berlin waren es etwas über 1000. Das Resultat: In London ist der klar schwächste Kilometer km 38, da bricht die Leistung um durchschnittlich 18% ein. Ähnliches in Berlin: Da ist km 39 mit einer Durchschnittszeit von6:01 min/km der schwächste und damit 46 Sekunden langsamer als der Durchschnittskilometer über die Gesamtstrecke.

Erstaunlich: Bei Strava sind die älteren Läufer besser. In London kamen die 40-49-Jährigen mit einer Durchschnittszeit von 3:43:14 h ins Ziel, die 20-29-Jährigen hingegen benötigten durchschnittlich 3:44:47 h für den Marathon. Gesamthaft beträgt die durchschnittliche Strava-Marathonzeit 4:06:08 h, was zeigt, dass sich auf dem «Facebook der Gümmeler und Läufer» hauptsächlich ambitionierte Sportler tummeln. Besonders hoch im Kurs ist Strava bei schnellen Schweizern. In der Rangliste der Nationen führt die Schweiz mit einer Durchschnittszeit von 3:24 h, Norwegen und Spanien teilen sich Platz 2 mit 3:32 h.