Leonie Baumgartners Feuertaufe beim Inferno Triathlon

Auf den Spuren von «Bäppu Bidu»

Just an ihrem 18. Geburtstag wird Leonie Baumgartner erstmals den Inferno Triathlon bestreiten – und damit einen ganz besonderen Kreis schliessen.

Im Frühtau zur Jungfrau: Leonie und Bidu Baumgartner. (Copyright: ZVG)

Sie war gerade mal zwei Tage alt, als sie erstmals mit dem Höllen-Event im Berner Oberland in Berührung kam. Denn zwei Tage nach ihrer Geburt bestritt ihr Vater Beat «Bidu» Baumgartner den Inferno Triathlon im Berner Oberland – jenen Event, den er bis dahin jedes Jahr bestritten hatte und den er auch in all den Jahren danach mit einer stupenden Regelmässigkeit als Single finishen sollte.

Seine Tochter Leonie und seine fünf (!) Söhne waren stets mit dabei, wenn er den anspruchsvollen Multisport-Event in Angriff nahm. 3,1 km Schwimmen im Thunersee, 97 km mit dem Rad über Beatenberg und die Grosse Scheidegg, 30 km Mountainbike über die Kleine Scheidegg, und 25 km Berglauf hinauf aufs Schilthorn. «Meine Familie gab mir stets die nötige Kraft, um die 5500 Höhenmeter zu bewältigen», sagt der 46-jährige Dauerb(r)enner.

Frau und Kinder standen stets mit am Start, wenn er frühmorgens in den Thunersee sprang, sie empfingen ihn in Oberhofen, wenn er aufs Rennrad wechselte, feuerten ihren „Bäppu“ an, wenn er durch Interlaken preschte, in Grindelwald aufs Bike wechselte, sie reichten ihm Cola in Mürren, damit er im Finale nicht mürrisch wurde, und manchmal drückten sie ihm als Motivation auch einen Muntsch auf die Backe.

Nicht erstaunlich, dass auch sie, die Kinder von „Bidu“, des Urgesteins im felsigen Berner Oberland, sich alsbald an den Klassiker wagten. Vor zwei Jahren bewältigte Leonie die Ausdauerprüfung mit ihrem älteren Bruder Andri als Couple. Nun nimmt die 18-Jährige an ihrem Geburtstag am 17. August den Inferno Triathlon solo in Angriff. Ein Zeit- oder Rangziel hat sich die angehende Fachfrau Gesundheit nicht gesetzt. „Einfach ins Ziel kommen“, sagt sie im Stile ihres „Bäppu“, der bislang sämtliche 22 Infernos erfolgreich gefinisht hat.

Leonies bevorzugte Disziplinen sind Schwimmen und Biken. „Sie ist aber auch auf dem Rennvelo und beim Laufen stark“, hält ihr Bäppu fest. Dass er schneller sein werde, darauf wagt der 46-jährige Leiter eines Rettungsdienstes im Berner Oberland nach gemeinsamen Trainings jedenfalls nicht zu wetten. Auf dem Weg durch die Hölle in Richtung Himmel kann vieles passieren. In einem Punkt sind sich Vater und Tochter jedoch einig. „Wir haben beide das beste Betreuer-Team."

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