Laufstil auf der Ironmandistanz

Leistungsfähigkeit und Ambitionen entscheiden

Ironman-Sportler haben bereits müde Beinmuskeln, wenn sie auf die Laufstrecke wechseln. Welches ist der effizienteste Laufstil, mit dem man am einfachsten über die Runden kommt?

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Die Art des Laufstils bei einem langen Triathlon hängt entscheidend von der Leistungsfähigkeit und Ambition des Sportlers ab. Wer gesehen hat, wie Jan Frodeno bei seinem letztjährigen Hawaii-Sieg bis zum Schluss einen dynamischen und aktiven Laufstil durchgezogen hat, war beeindruckt. Bei den Spitzenleuten ist diese Dynamik auch nötig, um Zeiten um die 2:45 Stunden für einen Marathon hinlegen zu können (was den schnellsten Frauen ebenfalls gelingt!). Und auch Zeiten um 3:15-3:30 Stunden, wie sie von ambitionierten Altersklassenathleten gelaufen werden, erfordern ein erhebliches Mass an läuferischen Fähigkeiten. Einige namhafte Coaches verzichten bei ihren Spitzenathleten auf ein Lauf-ABC oder spezifische Lauftechnikübungen (z. B. Brett Sutton mit Daniela Ryf), da sie der Meinung sind, jeder Athlet müsse auf der Langdistanz seinen ganz eigenen Laufstil herausfinden. Sie versuchen vielmehr durch Koppeltrainings und lange harte Intervalltrainings den individuellen Laufstil zu ökonomisieren. Bei Marathonzeiten zwischen vier und fünf Stunden sieht der Laufstil etwas gemässigter aus. Und da gilt grundsätzlich: Je weniger schnell das Tempo, desto flacher wird der Schritt und desto knapper über dem Boden versucht man die Beine nach vorne zu bringen.

Langsamere Sportlerinnen und Sportler geraten oft mit zunehmender Distanz und fortschreitender Ermüdung in eine hockende und gebückte Laufhaltung. Und auch älteren Sportlern fehlt es zunehmend schwerer, eine gewisse Dynamik aufrechtzuerhalten, da sind jüngere und ambitioniertere Athleten meist im Vorteil. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich speziell für Triathletinnen und Triathleten ab 40 Jahren, regelmässig Lauftechnikübungen ins Training einzubauen, kurze Maximalsprints durchzuführen (ca. 30-50 m) oder auch Einbeinsprünge zu integrieren. Das bringt schlussendlich nicht nur für den Wettkampf etwas, sondern sorgt ganz allgemein für einen dynamischeren Laufstil.

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