Laktatstufentest

Zuverlässig Auskunft über die Ausdauerleistungsfähigkeit

Worum geht es beim Laktatstufentest und was bringt dieser?

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Anders als etwa der Conconi-Test schliesst der Laktatstufentest nicht von der Pulsfrequenz auf das Laktat im Muskel, sondern analysiert dieses direkt. Jeweils während mehrerer Minuten wird im Leistungsbereich einer Stufe gelaufen. Nach einer festgelegten Zeit (ideal sind fünf Minuten) wird die Leistung erhöht, das heisst, das Laufband zwingt den Läufer nun, z.B. 1,8 km/h schneller zu laufen. Nach Ablauf jeder Leistungsstufe wird an der Fingerspitze (oder am Ohr) Blut entnommen, worin das entstandene Laktat gemessen wird. Die Testperson trägt während des Tests ein Pulsmessgerät, das den Pulsverlauf aufzeichnet. Praktischerweise wird der Test auf dem Laufband oder dem Radergometer absolviert, aber immer sportartspezifisch (also Läufer auf Laufband und Radfahrer auf Ergometer).

Als grosser Vorteil eines Laktattests kennt man neben dem Puls auch die dazugehörige Laktatkonzentration im Blut. Der Vorteil bei langen Stufen von mehreren Minuten (im Gegensatz zum Conconi-Test) ist, dass der Laktatgehalt auch wirklich der gemessenen Stufe bzw. Belastung entspricht. Ein Laktatstufentest gibt zuverlässig Auskunft über die Ausdauerleistungsfähigkeit und kann gut auch zur Trainingsplanung eingesetzt werden. Nachteilig dabei ist, dass eine Blutentnahme (dies bedarf der nötigen Sorgfalt) und einige Messinstrumente nötig sind.

Obwohl Pulsfrequenz und Laktatkonzentration bekannt sind, stellt auch ein Laktatstufentest hohe Ansprüche an den Testanbieter, die Messwerte korrekt zu interpretieren. Die als anaerobe Schwelle definierte Konzentration von 4 mmol Laktat pro Liter Blut gilt nur als Durchschnittswert und kann im Einzelfall von der realen Konzentration an der Schwelle abweichen. Deshalb setzen erfahrene Tester heute eine individuelle anaerobe Schwelle, die deutlich von der Standardkonzentration abweichen kann. Dazu braucht es aber eine Vielzahl von Angaben: Neben Alter, Gewicht und Ernährung vor dem Test sollten auch Trainingsvolumen, Belastungsdauer, Trainingsintensität und Herzfrequenz aufgenommen und berücksichtigt werden. Sowohl Schwellenbereich wie die Trainingsbereiche können so sehr genau bestimmt werden.

Eine entsprechende Trainingsberatung nach dem Test ist unabdingbar. Wer die recht hohen Kosten nicht scheut, dem kann auch als Breitensportler ein Laktatstufentest empfohlen werden. Für ambitionierte Läufer und Leistungssportler ist ein Laktatstufentest der Test der Wahl.

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