Hype um den Jungfrau-Marathon

Historie: Vor 20 Jahren

Wieso der Jungfrau-Marathon plötzlich so begehrt wurde.

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Als der Jungfrau-Marathon 1998 vom amerikanischen «The Ultimate Guide to International Marathons» zur weltweit schönsten Strecke auserkoren wurde (vor dem Big Sur Marathon in Kalifornien und den Marathons von Rom und Tahiti), konnte die bis heute währende Erfolgsgeschichte definitiv nicht mehr aufgehalten werden. Sage und schreibe 5000 Läuferinnen und Läufer wollten am 4. September 1999 bei der 7. Austragung am Start stehen, die limitierten 3200 Startplätze waren bereits vier Monate im Voraus ausgebucht.

Was danach geschah
Der Hype um den spektakulärsten Schweizer Marathon ist bis heute ungebrochen, nach wie vor ist die Nachfrage grösser als das Angebot. Kein Wunder daher, ist der Jungfrau-Marathon regelmässig kurz nach Öffnung der Anmeldeplattform ausgebucht. Die Beliebtheit ist nicht zuletzt dem magischen Bergpanorama zu verdanken, welches die Teilnehmer beim Lauf auf der Gletschermoräne direkt unter der Jungfrau hautnah miterleben können. Die faszinierenden Ausblicke haben dazu geführt, dass rund die Hälfte der Teilnehmer aus dem Ausland anreisen und vor allem für Deutsche Läufer der Jungfrau-Marathon als ein Highlight in ihrem Laufleben gilt, dass sie mindestens einmal im Leben absolviert haben wollen.

2002 kamen manche gar zum Vergnügen der doppelten Jungfrau, als der Marathon anlässlich der 10. Austragung an zwei Tagen hintereinander durchgeführt wurde. So konnten für einmal an einem Wochenende gleich 6000 von Interlaken auf die Kleine Scheidegg kraxeln. 66 nutzten dies gar für einen Doppelstart und erreichten sowohl am Samstag wie Sonntag das Ziel. 2007 wurde innerhalb des Jungfrau-Marathons erstmals die Langdistanz Berglauf-Weltmeisterschaft durchgeführt. Und 2012 kam es bei der 20. Austragung erneut zur «doppelten Jungfrau» mit zwei Marathons an zwei Tagen und darin integrierter Langdistanz Berglauf-WM.

Der Benefit für die ganze Region ist riesig. Bereits 2001 wurde in einer Studie die Wertschöpfung alleine am Marathon-Wochenende mit 2,7 Millionen Franken beziffert. Die Begehrtheit ist bis heute geblieben, verändert haben sich dafür die Geschlechterverhältnisse: 1998 betrug der Frauenanteil beim Jungfrau-Marathon noch mickrige 12%, 20 Jahre später ist er mit 25% auf über das Doppelte angewachsen – Tendenz steigend!

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