Grenzenlose SOLidarität

Ski-OL auf dem Weg zur «obligatorischen» Sportart an der Winteruniversiade

Fast eine halbe Million Schweizer Franken sind gesammelt. Mit diesem Betrag schafft es die Sportart Ski-OL ins Programm der nächsten Winteruniversiade.

Copyright: International Orienteering Federation
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Über 460‘000 Franken Spendengelder sind bereits beisammen. Fast eine halbe Million Schweizer Franken! Mit diesem Betrag schafft es die Sportart Ski-OL ins Programm der nächsten Winteruniversiade. Und nicht nur das. Die halbe Million Schweizer Franken trägt ausserdem dazu bei, dass Ski-OL einen wichtigen Schritt Richtung «obligatorische» Sportart macht und dadurch langfristig fix ins Programm aller Winteruniversiaden aufgenommen wird. Denn Sportarten, die drei Mal in Folge im Wettkampf Wettkampfprogramm der Winteruniversiade fungieren, erreichen den Status «obligatorische» Sportart – und müssen fortan zwingend ausgetragen werden.

Da Ski-OL an der Winteruniversiade 2019 in Krasnojarsk (RUS) auf dem Programm stand und auch für 2023 in Lake Placid im Bundesstaat New York (USA) eingeplant ist, fehlte nur noch die Zusage von Luzern, dem Veranstalter der Winteruniversiade 2021. Das OK Luzern stand der Idee, eine Randsportart ins Wettkampfprogramm aufzunehmen, nicht abgeneigt gegenüber, verlangte aber vom Verband Swiss Orienteering, die direkten Kosten selber zu tragen. Rund eine halbe Million Schweizer Franken mussten deshalb her, etwa 5000.- Franken pro Ski-OL-Teilnehmer. Kein Pappenstiel für einen Verband, der insgesamt drei Sportarten (Fuss-OL, Ski-OL und Bike-OL) unter sich vereint und in der Summe knapp 9000 Sportler – die überwiegende Mehrheit im Fuss-OL unterwegs – vertritt...

Zielstrebig engagiert
Wer schon einmal an einem OL teilgenommen hat, weiss: Orientierungssportler sind zielstrebige Menschen. Mit Kompass und Karte navigieren sie auf direktem Weg zum anvisierten Posten, vorbei an gefährlichen Abgründen und fiesem Dornengestrüpp. Genauso zielsicher ging auch der Verband vor, um die grosse Summer für eine kleine Sportart aufzutreiben. Sponsoren wurden angefragt, Donatoren gesucht, Tourismusregionen überzeugt. Simone Niggli-Luder, die 23-fache OL-Weltmeisterin, liess sich als Botschafterin einspannen. OL-Verbände auf der ganzen Welt wurden angefragt und um Spenden gebeten. Jeder einzelne OL-Club in der Schweiz erhielt Post von Projektleiterin Sibylle Boos-Braun, mit der Bitte, unter den Mitgliedern Spendengelder zu sammeln.

Grosse Summen in kurzer Zeit
Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten. Innerhalb von knapp zweieinhalb Monaten war die stolze Summe von 460‘000 Franken Spendengeldern beisammen. «Eine super Leistung», wie Sibylle Boos-Braun vom Swiss Orienteering-Zentralvorstand findet. «Wir haben Beiträge in der Höhe von einem bis zu 100‘000 Franken erhalten.» Grosse Summen hätten ausländische Ski-OL-Verbände wie auch der internationale OL-Verband, Ski-O Sponsorklub und Ski-O Swisswiss oder die Tourismusregion Graubünden zugesagt, da Ski-OL an der Winteruniversiade gemeinsam mit Biathlon auf den Langlaufloipen in Lenzerheide stattfinden wird. Auch Kinder und Jugendliche haben ihr geringes Taschengeld investiert. «Am meisten hat uns die riesengrosse Solidarität gefreut», bilanziert die Projektleiterin. «Etwa 95% aller Spenden stammen von Sportlern, die selber auch im Fuss-OL aktiv sind.» Dass sie sich für die «andere» OL-Sportart einsetzen, ist nicht selbstverständlich. Aber dennoch irgendwie logisch.

Kleiner Schritt für den Ski-OL, grosser Schritt für den OL
Es liegt auf der Hand, dass Ski-OL eine erhöhte Aufmerksamkeit geniesst, wenn die Sportart fortan fixer Bestandteil der Winteruniversiade sein wird. Vom Postenanlaufen mit Karten und Kompass auf Langlaufski ist es nur ein kleiner Schritt bis zum Fuss-OL. Obwohl OL vom Olympischen Komitee als Sportart anerkannt ist, wurde keine OL-Disziplin je für Olympische Spiele vorgesehen. Das könnte sich dank Ski-OL an der Winteruniversiade dereinst vielleicht ändern…

Noch immer fehlen Spendengelder
So ganz in trockenen Tüchern ist der finanzielle Beitrag allerdings noch nicht. «Derzeit fehlen noch immer rund 40‘000.- Schweizer Franken», rechnet Sibylle Boos-Braun vor. «Und wenn man bedenkt, dass Swiss Orienteering ein Darlehen gesprochen hat, so fehlen uns am Ende noch 90‘000.- Franken.» Geld, das die Projektleiterin bis im Januar 2021 noch einzutreiben gedenkt. «Noch längst haben nicht alle OL-Vereine der Schweiz einen Solidaritätsbeitrag geleistet», berichtet die Luzernerin. Wer also noch eine Spende leisten und damit den OL-Sport auf seinem Weg an die Winteruniversiade unterstützen will, meldet sich am besten per Mail an sibylle.boosWe do not like spam..@.. so please: No spamming!swiss-orienteeringWe do not like spam..... so please: No spamming!ch