Artikel - FIT for LIFE Magazin

Funktionelles Training

Komplexe Ganzkörperübungen stehen im Vordergrund

«Funktionelles Training» ist ein Überbegriff für eine Vielzahl von möglichen Trainingsinterventionen im Bereich des Krafttrainings.

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Ob eine Übung als funktionell zu betrachten ist hängt nicht von der Übung per se, sondern von deren Einsatzbereich und Ausgestaltung ab. Ganz banal übersetzt bedeutet der Begriff «funktionell» nichts weiter als Zweckorientiert. Das heisst also, dass die Massnahmen im Training auf ein bestimmtes Ziel bzw. eine bestimmte Funktion ausgerichtet werden.

Die Muskulatur soll also so belastet werden, dass sie ihrem Zweck bzw. ihrer Funktion entsprechend trainiert wird. Das oberste Ziel muss nicht zwingend die Bestzeit in einer sportlichen Disziplin oder an Wettkämpfen sein. Schon nur das Verhindern von Verletzungen durch einseitige Belastungen oder das Vorbereiten des Bewegungsapparates auf Wettkampf- oder Trainingsbelastungen reichen. Aus dieser Perspektive betrachtet kommt keiner an funktionellem Training vorbei.

Neben der Orientierung an einer bestimmten Funktion sind noch weitere Punkte zu erfüllen, damit das Training auch als wirklich funktionell bezeichnet werden kann. Wird versucht über Google und Youtube funktionelles Training zu definieren, besteht die Gefahr, dass das Resultat in einer Einheit aus komplizierten und hochintensiven Übungen endet. Abgerundet wird alles mit diversen Hilfsmitteln und Kleingeräten. Die Übungen, die Intensität und die eingesetzten Tools haben ihren berechtigten Platz, doch bewirken sie nicht zwingend das erwünschte Resultat. Bei falschem Einsatz und schlechter Ausführung können sie sogar gefährlich sein. Nicht Kettlebells, Schlingen, Ropes oder Burpees an sich machen funktionelles Training zu dem, was es ist. Funktionelles Training kennzeichnet sich viel mehr dadurch aus:

Bewegungen werden trainiert, welche dem Sport oder dem Alltag nahe kommen
Für einen Läufer wären das zum Beispiel Übungen welche die Ein-Beinphase im Fokus haben und die dazugehörige Hüftstabilisation verbessern. Und da im Alltag und im Sport beinahe immer gegen die Gravitation gearbeitet wird und die Beine Kontakt mit dem Boden haben werden die Übungen «ground based» durchgeführt. Das heisst, dass die Beine immer Kontakt zum Boden haben.

Grundlegende Bewegungsmuster stehen im Vordergrund
Die sogenannt fundamentalen Bewegungsmuster orientieren sich an den meist vorkommenden Bewegungen im Alltag, einer Sportart oder der Entwicklung eines Kindes bis zum natürlichen Gang. Dazu gehören Rollen, Kriechen, Stützen, Ziehen, Stossen, Bücken, Heben, Hocken und Aufstehen sowie Drehbewegungen.

Die Bewegungen sind mehrgelenkig
Das heisst, es wird nicht nur ein Gelenk beansprucht wie zum Beispiel beim seitlichen hochheben einer Hantel. Die Übungen integrieren die Arbeit mehrerer Gelenke. So hat bei einer tiefen Kniebeuge zum Beispiel jedes Gelenk von Sprunggelenk bis hin zum Nacken eine Funktion im Bereich Stabilität oder Mobilität.

Komplexe Ganzkörperübungen stehen im Vordergrund
Es werden vor allem Ganzkörperübungen mit freien Gewichten oder dem eigenen Körpergewicht eingesetzt. Das schult neben der Zielmuskulatur auch unterstützende Muskelgruppen, so dass komplexe Zielbewegungen unterstützt werden und in jeder Phase Stabilisationsarbeit nötig ist. Das Wegfallen der Stabilisationsarbeit an Maschinen ist denn auch der Grund, weshalb Geräte nur selten in ein solches Training mit einbezogen werden.

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