Fettstoffwechsel oder Kohlenhydratstoffwechsel?

Worin liegt der Unterschied?

Zwei wichtige Begriffe beim Ausdauersport sind die beiden aeroben Stoffwechselsysteme Fettstoffwechsel und Kohlenhydratstoffwechsel. Sie werden oft verwechselt. Wir zeigen, worin der Unterschied liegt.

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Die Kohlenhydratverbrennung (=Glykogenverbrennung, Zuckerverbrennung) liefert etwa doppelt so viel Energie pro Zeit wie die Fettverbrennung, dafür brennen die Fette wesentlich länger und sind praktisch unbeschränkt im Körper vorhanden, während die Glykogenreserven nur etwa für eine Belastung von 90 Minuten reichen. Die Unterschiede der beiden Systeme kann man sich in etwa so vorstellen, wie wenn etwas auf mittlerer bzw. kleiner Flamme verbrannt wird. Wenn wir rund eine Stunde bei mittlerer bis hoher Intensität laufen, verbraucht unser Körper in erster Linie Glykogen, also eben die Kohlenhydrate. Der Körper bzw. der Muskel versucht, die jeweils der Intensität angepasste günstigste Mischung für die Energiebereitstellung zu verwenden. Sind wir zwei bis drei Stunden bei gemässigtem Tempo unterwegs, wird die Energie vorwiegend aus Fettsäuren gewonnen (vgl. Grafik oben). Der Fettstoffwechsel ist der «Dieselmotor» unseres Körpers. Die beiden Verbrennungsprozesse laufen bei den meisten Lauftrainings nebeneinander ab und nicht «entweder oder». Je nach Intensität und Länge des Trainings überwiegt der Kohlenhydratstoffwechsel (intensivere und kürzere Einheiten) oder der Fettstoffwechsel (wenig intensive und lange Einheiten). Durch die prozentuale Dominanz des Fettstoffwechsels bei mässig intensiven und langandauernden Trainingseinheiten wird diese Trainingsform auch als Fettverbrennungstraining bezeichnet und für die langfristige Gewichtskontrolle eingesetzt. Obwohl dabei beachtet werden muss, dass die effektive Anzahl verbrannter Kalorien bei intensiven Einheiten natürlich wesentlich höher ist als bei weniger intensiven Einheiten bei gleicher Zeitdauer. Allerdings können hohe Intensitäten nicht über einen langen Zeitraum durchgehalten werden, weswegen es durchaus Sinn macht, regelmässig niedrig/mässig intensiv und lange zu laufen.

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