Federweg bestimmt Einsatzgebiet

Was unterscheidet die einzelnen Mountainbike-Typen?

Wer sich ein neues Bike anschaffen will, klärt am besten zuerst die Frage nach dem gewünschten Federweg.

Copyright: Swiss-Image

Als vor knapp 40 Jahren in Kalifornien die ersten Mountainbikes auftauchten, hatten sie im Vergleich zu herkömmlichen Fahrrädern ein markantes Unterscheidungsmerkmal: 26-Zoll-Felgen, auf denen wuchtige Stollenreifen thronten. Heute bedeutet der Universalbegriff Mountainbike eine ganze Vielzahl von Spielformen, abgestimmt auf die unterschiedlichsten Einsatzgebiete und Komfortwünsche. Die Felgengrösse variiert zwischen 26 und 29 Zoll und es gibt Hardtail-Bikes (Vorderradfederung) oder Fullys (Federung hinten und vorne) in allen möglichen Kombinationsmöglichkeiten von Federsystemen und Komponentengruppen. Klar ist einzig: Heutzutage sind Mountainbikes gefedert und mit Scheibenbremsen ausgestattet.

Die stete Entwicklung hat zu zahlreichen neuen Wortschöpfungen geführt. Sie kennen den Unterschied nicht zwischen Cross-Country-Modellen, All Mountain Bikes, Enduro-Maschinen, Freeride-Boliden oder Downhill-Geschossen? Dann versuchen wir etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Obwohl - so einfach fällt die Abgrenzung selbst der Industrie nicht. Was beim einen Anbieter ein All Mountain Bike ist, würde der andere als Enduro-Modell bezeichnen und umgekehrt. Trotz fliessender Grenzen lässt sich ein gemeinsamer Aufhänger benennen, an dem die Differenzierung quasi aufgehängt ist: die Federung!

Je schwieriger, desto mehr Federweg
Grundsätzlich gilt: Bergauf sind leichte, schlanke Bikes schneller, bergab gut gefederte. Je mehr Federweg ein Bike aufweist, desto mehr Material ist nötig, um diesen zu bewerkstelligen, und trotz immer leichterer Materialien bedeutet das ergo auch, desto schwerer wird das Bike. Jedes Gramm, das dank einer superkomfortablen Dämpfung mühelos den Berg hinunter rauscht, muss im Vorfeld auch den Berg hoch getreten werden, wenn man sich auf seine eigene Muskelkraft verlässt und nicht die Bergbahnen nutzen will. Während ein schlankes Hardtail unter 10 kg schwer ist, schlägt ein Downhill-Bolide rasch mit 16 kg oder mehr zu Buche. Für Mountainbiker, welche die meiste Zeit ihrer Ausfahrten im coupierten Gelände unterwegs sind und da möglichst zügig unterwegs sein wollen, ist die Gewichtsfrage ein schlagendes Argument und daher ein leichtes Hardtail oder ein gemässigtes Fully die beste Wahl, während Fahrer, die nur selten oder gemütlich den Berg hoch fahren und dafür auch gerne mal die Gondel benutzen, den Fokus auf viel Federweg und Komfort legen.

Bei Cross-Country-Rennen der Weltelite sind die meisten Fahrer immer noch mehrheitlich mit Hardtail-Bikes unterwegs. Das geringe Gewicht ist weitaus entscheidender als viel Federweg, zudem ist beispielsweise ein Nino Schurter technisch derart stark, dass er auch extrem schwere Passage mühelos nur mit einer Vorderradfederung meistert. Zum Fully greift er in erster Linie dann, wenn die Bergaufpassagen extrem schwierig sind, denn eine gute Federung bringt bergauf mehr Traktion und Führung. Und mehr Komfort. Immer häufiger entdecken daher auch Tourenfahrer All Mountain Bikes oder Enduros, denn mittlerweile überzeugen auch solche bestens gefederten Bikes mit erstaunlich guten Kletterfähigkeiten.

News teilen