Artikel - FIT for LIFE Magazin

Elektrobikes im Allzeithoch

Der Boom hält an

Der E-Boom ist noch lange nicht zu Ende.

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170 000 E-Bikes wurden letztes Jahr in der Schweiz verkauft. Mindestens 170 000 Menschen haben demnach die Absicht, sich regelmässig auf zwei Rädern fortzubewegen, das ist erfreulich. Gleichzeitig trauen sich scheinbar dieselben 170 000 Menschen nicht (mehr) zu, die gewünschte Distanz aus eigener Kraft zu bewältigen.

Oder sie wollen es nicht mehr. Zu hoffen ist, dass sich dank der E-Mobilität immer mehr Menschen vom Auto aufs Velo schwingen und nicht umgekehrt bislang aktive Menschen zunehmend der Bequemlichkeit eines E-Bikes erliegen.

Unglaubliches Angebot
Kein Zweifel besteht, dass sich der Höhenflug der Strom-Bikes noch weiter fortsetzen wird. City-E-Bikes, Alltag-E-Bikes, Pendler-E-Bikes, Touren-E-Bikes, E-Mountainbikes, Lasten-E-Bikes, E-Rennvelos und neu gar E-Gravel-Bikes: Die gesamte «analoge» Fahrrad-Palette ist um den Faktor Strom bereichert worden. Vor allem E-Mountainbikes sind gross gefragt – und als nächste potenzielle Zielgruppe werden zahlreiche Rennvelofahrer bei ihren Passfahrten auf Zusatzschub per Motor setzen.

Eine neue Generation E-Rennvelos steht dazu bereits in den Startlöchern. Die Bedürfnisse an E-Rennvelos sind dabei grundsätzlich anders gelagert als bei E-Mountainbikes oder schnellen E-Flitzern für den Stadteinsatz: Nicht Kraft, Komfort und Endschnelligkeit stehen im Vordergrund, sondern ein Kompromiss zwischen Gewicht und Zusatzunterstützung.

Rennvelofahrer möchten grundsätzlich etwas leisten und sich körperlich anstrengen. Sie suchen im Flachen das gleiche Fahrgefühl wie auf einem herkömmlichen Rennrad und setzen nur dann temporär auf Unterstützung, wenn sie nicht mehr aus eigener Kraft genügend schnell unterwegs sein können – zum Beispiel im Gegenwind oder bergauf.

Für diesen anspruchsvollen Kompromiss mussten sich die Hersteller gänzlich neue Antriebe und Bauweisen ausdenken ohne voluminöse Zentralmotoren und auch ohne nervtötendes Motorengeräusch, welches das typische Surren der Rennveloräder übertönt. Durch die gewichtssparende Konstruktion der Batterien ist die Reichweite von E-Rennvelos begrenzt. Dafür sind E-Rennvelos mittlerweile schon mit nur 11 Kilogramm Gewicht zu haben, kein Vergleich zu den schwerfälligen E-Mountainbikes fern der 25-kg-Grenze.

Ohne Akku wie leichtes Rennrad
Viele E-Renner können auch ohne Akku – dann wie ein gewohntes Rennvelo – gefahren werden. Die aufwändige Bauweise widerspiegelt sich allerdings im Preis: Die Preisspanne beginnt zwar ab knapp 4000 Franken, doch damit wirklich Rennradfeeling aufkommt, sind rasch 5000 oder noch deutlich mehr Franken hinzublättern – und bereits sind Modelle im fünfstelligen Frankenbereich auf dem Markt.


Merkmale E-Velos

Die Bandbreite ist zu riesig, um sie an dieser Stelle adäquat abbilden zu können. Grundsätzlich gibt es jede Velogattung, die es ohne E-Motor gibt, neu auch mit Strom-Unterstützung.  
In der Schweiz gibt es E-Bikes mit Unterstützung bis 25km/h und solche, die bis 45km/h Vortrieb liefern. Die schnellen E-Bikes müssen mit einer gelben Nummer bestückt sein. 
Bei den Motoren haben sich grosse Zulieferer wie Bosch und Shimano durchgesetzt und nur einige reinrassige Velo-Hersteller (wie z.B. Specialized oder Stromer) setzen auf eigene Antriebe. Bei den Rennvelos mischen auch kleinere Hersteller wie Fazua und Bafang oder der Automobilzulieferer Mahle mit. 
Was man bei E-Bikes bedenken sollte: Die Wartung ist deutlich aufwändiger als bei konventionellen Fahrrädern und selbst kleinere Defekte können kaum selbst repariert werden. Für alle sportlich Aktiven gilt zudem: Die körperliche Anstrengung (inklusive Kalorienverbrauch) ist mit Strom-Unterstützung massiv geringer als ohne, was viele als Vorteil, andere aber eben auch als Nachteil werten. 
Zu den Kosten eines normalen Velos kommen bei E-Varianten die Kosten der ElektroUnterstützung dazu, was sich im Bereich von 1000 – 2000 Franken zusätzlich bewegt. 
Zudem müssen E-Bikes wegen des höheren Gewichts stabiler gebaut werden. E-Mountainbikes kommen so teilweise auf schwergewichtige 27 Kilos. Das freut eine weitere Branche, denn so müssen für das Auto auch spezielle Fahrradträger für E-Bikes her...

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