Einfache Sportuhren

Sportuhren müssen nicht immer Alleskönner sein

Wir erläutern Ihnen, was eine leicht zu bedienende Sportuhr ausmacht.

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Die klassische Stoppuhr ist out: Am Läufer- Handgelenk baumeln heute wahre Technikwunder, die mit unzähligen Features aufwarten. Für viele Sportler hingegen wäre weniger mehr – sie wünschen sich ein möglichst einfach zu handhabendes Gerät. Wenn Läufer beim Blick auf die Stoppuhr kreidebleich werden, dann liegt das nicht immer an einer schlechten Laufzeit. Vielleicht haben sie in diesem Moment gerade entdeckt, dass das GPS-Signal nicht korrekt empfangen wird oder die Pulswerte Kapriolen schlagen. Auch der Akku der Laufuhr könnte gerade aufgebraucht sein oder ein unachtsamer Knopfdruck hat die Ansicht umgestellt und zeigt statt der Geschwindigkeit jetzt Höhenmeter an.

Fakt ist, was die meisten Läufer heute am Handgelenk tragen, erinnert nur noch am Rande an die klassischen Stoppuhren. Wer etwas auf sich hält, trägt beim Lauftraining eine Multifunktionsuhr mit unzähligen Möglichkeiten. Und wie bei den modernen Handys gilt: Oft braucht man mehr Zeit, um herauszufinden, was die Dinger alles können, als dass man die unzähligen Möglichkeiten auch wirklich sinnvoll anwenden könnte. Die Multitalente bieten jede Menge Schnickschnack zur Auswertung der aufgezeichneten Trainingsdaten. Sie können beispielsweise Herzfrequenzkurven in einer Trainings-Software auf dem Computer auswerten oder die zurückgelegte Wegstrecke via Google Earth verfolgen. Das Problem: Vielen Läufern ist das zu kompliziert, und sie brauchen oder wollen diese Funktionen gar nicht. Sie sind in erster Linie Sportler, die klare Ansprüche haben, was sie von einer Uhr erwarten. Sie wollen zwar beim Laufen Bescheid wissen über Laufgeschwindigkeit und Puls, die zwei wichtigsten Parameter für ein effizientes Training, aber trotzdem eine einfach zu bedienende Uhr am Handgelenk tragen. Ein Widerspruch ? Nein, wir zeigen Ihnen, was eine leicht zu bedienende Sportuhr ausmacht.

Einfache Bauweise
Modelle fürs Handgelenk sind Mobiltelefonen mit spezieller Navi-Software überlegen. Das Display ist leichter ablesbar und auf die Bedürfnisse von Sportlern zugeschnitten. Ein einziges Gerät hat dabei Vorteile gegenüber Modellen, die Uhr und externe GPS-Empfänger oder Speed-Sensoren getrennt nutzen. Der Grund: Schon die Kopplung der Geräte macht in der Praxis oft Probleme. Auch ist es nicht jedermanns Sache, etwa mit einem Oberarmgurt oder Laufsensor am Schuh zu trainieren und immer zu überlegen, ob er alles beisammen hat. Einige Geräte sind durch die Integration von GPS und Pulsmesser aber deutlich grösser als eine «normale» Laufuhr. Unser Tipp: Probieren Sie die Multifunktionsuhr in einem Fachgeschäft an und prüfen Sie, ob Grösse und Gewicht für Sie akzeptabel und praktisch sind.

Grosse Knöpfe
Eine einfache Bedienung alleine reicht für Laufuhren nicht aus, sie müssen sich blind nutzen lassen. Denn wer bei einem Tempolauf die Ansicht von der aktuellen Geschwindigkeit auf die zurückgelegte Strecke umschalten will, der hat nicht viel Zeit, um aufs Display zu schauen. Ein fester Griff und schon sollten sich die passenden Tasten drücken lassen. Seien Sie hier ruhig konservativ, ein Knopf mit festem Druckpunkt ist die beste Wahl. Der Garmin Forerunner 405 z. B. muss in dieser Hinsicht Abstriche in Kauf nehmen. Das Modell verfügt über einen sogenannten Touchring, der auf leichte Berührung reagiert. Leider kann es dadurch sein, dass etwa der Ärmel der Laufjacke durch Berührung den Ring auslöst und die Displayansicht verändert. Wichtig: Die Knöpfe sollten gross genug sein, damit sie sich auch mit dicken Winterhandschuhen bedienen lassen. Praktisch ist zudem, wenn sich bei Knopfdruck die Hintergrundbeleuchtung einschaltet und ein kurzer Piepton ertönt. So hat man auch bei Läufen im Dunkeln oder bei Intervalleinheiten die Uhr sicher im Griff.

Grosses Display
Wichtig ist ein gut ablesbares Display. Viele Hersteller erlauben es, mehrere Trainingsdaten gleichzeitig einzublenden. So kann man etwa die benötigte Zeit, aktuelle Geschwindigkeit und Durchschnittsgeschwindigkeit mit einem Blick erfassen oder sich den aktuellen Pulswert einblenden lassen. Wichtig ist, dass sich die Einstellungen für die Anzeige verändern lassen und dass man auch unterwegs mit wenigen Aktionen die Anzeige bei Bedarf umschalten kann.

Passende Funktionen
Wenn es Ihnen auf eine einfache Bedienung ankommt, dann ist weniger oft mehr. Gemeint sind weniger Funktionen. Überlegen Sie sich deshalb vor dem Kauf genau, welche Funktionen Ihnen wichtig sind. Wenn Sie etwa Triathlet sind und die Uhr auch beim Schwimmen tragen wollen, dann brauchen Sie ein wasserdichtes Modell. Viele Geräte sind nur spritzwassergeschützt. Brauchen Sie möglichst viele Intervallzeiten oder die computergesteuerte Trainingsauswertung? Wer kein Leistungssportler oder Technik-Fan ist, der sollte die Finger von den Top-Modellen der Hersteller lassen. Dabei ist es auch ganz egal, ob Garmin, Suunto, Polar, Nike, Adidas oder sonst eine Marke draufsteht, die Highend-Modelle aller Hersteller bieten immer das Maximum an Funktionen und erinnern eher an Taschen-Computer als an Sportuhren für den Hobbysportler.

GPS ist praktischer als Sensor
Ein aktueller Distanzmesser auf GPS-Basis ist in der Handhabung meist einfacher als ein Laufsensor. Der Grund: Der Sensor muss für Läufer, Untergrund und Schuh immer wieder kalibriert werden, damit er gute Ergebnisse ausspuckt. Und wer regelmässig zwei oder mehr Paar Laufschuhe benutzt, muss immer den Sensor ummontieren. Bei GPS heisst es einschalten und loslaufen. Die Abweichung bei GPS-Geräten liegt meist bei unter 0,5 Prozent. Unter Brücken oder im dichten Laubwald kann es zwar ab und zu vorkommen, dass das GPS-Signal zu schwach wird und deshalb grössere Abweichungen auftreten, das wird in Zukunft wohl aber immer weniger auftreten.

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