Die schönsten Rennen 2018

Schweizer Skitouren-Anlässe

Immer mehr Ausdauer- und Multisportler landen auf der Suche nach einem attraktiven Wintertraining bei den Skitouren – vor allem Berg- und Orientierungsläufer, aber auch Mountainbiker und Triathleten.

Copyright: Gerard Berthoud

Immer mehr Ausdauer- und Multisportler landen auf der Suche nach einem attraktiven Wintertraining bei den Skitouren – vor allem Berg- und Orientierungsläufer, aber auch Mountainbiker und Triathleten. Skitouren und Skitouren-Rennen sind als Trainingsform ideal, weil sich dabei Kraft und Ausdauer gleichermassen trainieren lassen, noch dazu als Ganzkörpertraining von Kopf bis Fuss, wie beim Langlauf. Die Schultergürtel- und die Bauchmuskulatur, die beispielsweise beim Laufen und Velofahren schwach beansprucht werden, können bei Skitouren in den Aufstiegen erheblich gefordert und gefördert werden. Allrounder wissen: Die Kombination von konzentrischer Muskelbelastung (Gewicht überwinden, beim Aufstieg) und exzentrischer Muskelbelastung (Gewicht abfangen, bei der Abfahrt) sorgt für ausgeglichenen Kraftzuwachs. Und dies
alles an der frischen Luft, zumeist in einer Höhenlage, die der Leistungsfähigkeit förderlich ist und noch dazu inmitten einer wunderbaren Naturkulisse. Spitzensportler wie Mountainbike-Olympiasieger Nino Schurter schwärmen geradezu von Skitouren: «Eine willkommene Abwechslung und ein super Ausgleich zum Indoortraining.»

Immer mehr Rennen
Mit der Nachfrage ist auch das Angebot kontinuierlich gestiegen: In diesem Winter werden in der Schweiz 55 Rennen ausgetragen, vor fünf Jahren waren es erst 33. Nebst den klassischen Team- und Einzelrennen sind in den letzten Jahren neue Formate wie Sprint, Vertical und Staffel entstanden, Rennen, die nicht abseits, sondern auf den Pisten im Skigebiet stattfinden. Diese neuen Disziplinen erweisen sich für viele Junge, aber auch für Breitensportler als willkommene Einstiegsmöglichkeiten.

So ist der Trend, der in den Walliser und Westschweizer Alpen seinen Anfang nahm, über den Röstigraben geschwappt. Das Nachtrennen NightAttack in Flumserberg beispielsweise hat sich als beliebte Saisoneröffnung etabliert. Die 500 Startplätze sind mittlerweile so schnell ausgebucht wie die 1200 Plätze der traditionsreichen Trophée des Gastlosen und Trophées du Muveran. Und bei der Patrouille des Glaciers, die alle zwei Jahre von der Schweizer Armee organisiert wird und mit 110 Leistungskilometern als härtestes Skitouren-Rennen der Welt gilt, ist das Interesse gar derart gross, dass die 1600 Startplätze für die
Dreierteams verlost werden müssen.

Das Ballungsgebiet des Skitourenrennsports liegt indes noch immer in der Westschweiz. Gemäss Schätzungen des SAC sind rund 75 Prozent der 8000 Schweizer Skitourenrennsportler Französisch sprechend. Dieses Ungleichgewicht beruhe auf «traditionellen, aber auch ethnologischen Gründen», erklärt Beni Hug, Chef Leistungssport bei Swiss Ski Mountaineering mit einem Augenzwinkern. «Im Gegensatz zu den Westschweizern haben Deutschschweizer noch immer Hemmungen, einen Renndress überzustreifen.»

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