Die passende Bekleidung im Lauf-Wettkampf

Besser zu «kühl» starten

Mit funktioneller Bekleidung nach dem Schichtenprinzip kann man sich für jedes Wetter rüsten.

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Laufen ist eine sehr bewegungsintensive Sportart, bei der viel Wärme und Schweiss produziert wird. Einerseits ist schwitzen sehr sinnvoll und nötig, anderseits ist es wichtig, einen Teil des Schweisses von der Haut wegzutransportieren, damit der Körper nicht auskühlt. Doch wie genau soll man seine Laufbekleidung für einen Wettkampf auswählen, damit man in jeder Situation gut ausgerüstet ist? Grundsätzlich gilt: Die gute alte Baumwolle ist im Laufsport längst durch funktionelle Bekleidung verdrängt worden. Funktionelle Kleider bestehen aus Kunstfasern, welche die Feuchtigkeit nicht aufsaugen, sondern je nach Gewebestruktur teils auf der Haut lassen und teils weiterleiten, sodass der Schweiss verdunsten kann. Die Haut bleibt dadurch zwar nicht 100% trocken, aber die Körpertemperatur bleibt konstant.

Bei einem Wettkampf ist die zu erwartende Lauftemperatur massgebend. Obwohl das nicht immer ganz einfach vorauszubestimmen ist, denn bei einem Marathon beispielsweise können sich die Aussentemperaturen im Laufe des Wettkampfs um locker 10-15 Grad erhöhen, vor allem dann, wenn man lange unterwegs ist. Auch bei Bergläufen sind Prognosen oft schwierig, umso wichtiger ist es, sich im Vorfeld möglichst genau bei den lokalen Wetterdiensten zu informieren und die Laufausrüstung entsprechend zusammenzustellen.

Meistens zu warm angezogen
Tendenziell sollte man sich im Laufsport eher «knapp» bekleiden. Also entweder am Star noch etwas frösteln und mit Aufwärmübungen dafür sorgen, dass man nicht auskühlt. Oder aber man trägt (alte) Überkleider, die kurz vor dem Start einer Betreuungsperson übergeben werden können. Die meisten Hobbyläufer sind beim Startschuss zu warm angezogen und nicht selten sieht man bereits nach wenigen Kilometern haufenweise umgebundene Laufjacken, die nicht mehr benötigt werden. Daher eher ein Untershirt mit einem Langarmshirt kombinieren. Oder ein Langarmshirt zusammen mit einer ärmellosen Weste tragen. Und wenn schon eine Jacke (was aber praktisch nie nötig ist ausser bei Winterläufen unter Null Grad), dann wirklich nur ein hauchdünner Windschutz, der bei Bedarf locker um die Hüfte geschlungen werden kann.

Mit der Bewegung kommt die Wärme dann automatisch. Wichtig ist, dass die Kette der Funktionskleider nicht unterbrochen wird. Auch funktionelle Unterwäsche macht daher Sinn. Besonderes Augenmerk sollte – vor allem in kühlen Jahreszeiten –  dem Kopf und den Händen gewidmet werden. Viele ambitionierte Läufer laufen daher trotz kühlen Temperaturen im Trägerleibchen, aber mit Handschuhen und Kopfschutz, damit die Extremitäten nicht auskühlen.

Ein Sonderfall ist Dauerregen. Da der Laufsport wie erwähnt derart bewegungsintensiv ist, kann auch die beste Membran nicht gleichzeitig wasserdicht und derart atmungsaktiv sein, dass die Wärme vollständig abtransportiert werden kann. Daher auch im Regen lieber einen Regenschutz tragen, der nicht vollständig wasserdicht ist, sondern genügend atmet und gleichzeitig warm hält. Bei kurzen Wettkämpfen wie dem Badener Limmat-Lauf sollte man bei cleverer Bekleidungswahl den ganzen Lauf durchlaufen können, ohne dass eine Veränderung des Tenues nötig ist.

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