Deep Water Running beeinflusst das Laufgefühl

Die laufspezifische Belastung fehlt im Wasser

Wer aufgrund einer Verletzung Deep Water Running betreibt, darf sich nicht wundern, wenn beim Wiedereinstieg ins Lauftraining anfangs die Spritzigkeit fehlt.

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«Ich bin ein ambitionierter Läufer (Halbmarathon 1:24 h) und musste wegen einer Verletzung letzte Saison zwei Monate mit der Weste im tiefen Wasser trainieren. Einerseits war ich erstaunt, wie intensiv das Laufen im Wasser ist, andererseits hatte ich danach das Gefühl, nicht mehr schnell laufen zu können. Soll man als schneller Läufer das Wassertraining wirklich ganzjährig einsetzen oder nur in speziellen Trainingsphasen?»

Deep Water Running wird von Spitzenläufern als Ergänzung (zusätzlich zum Lauftraining) oder als Alternative (bei einer Verletzung) eingesetzt. Deep Water Running kann zwar das Herz-Kreislauf-Training ersetzen und die Muskulatur trainieren, die laufspezifische Belastung auf den aktiven und passiven Bewegungsapparat ersetzt es aber nicht. Dazu fehlen im Wasser:

• die exzentrische Muskelbelastung, da der Aufprall auf dem Boden fehlt;
• die konzentrische Muskelbelastung gegen die Schwerkraft infolge des Wasserauftriebs;
• die laufüblichen Schrittfrequenzen von 180 und mehr Schritten pro Minute.

Als Folge davon verliert man zum schnellen Laufen die Dynamik und es braucht nach einer längeren Trainingsphase im Wasser rund vier Wochen Geduld, um den Bewegungsapparat wieder laufspezifisch an schnelle Einheiten gewöhnen zu können. Als Zusatz zum Laufen – vor allem für Vielläufer – bietet das Wassertraining allerdings immer eine willkommene und schonende Trainingsalternative.

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