Das Quervelo

Grundlegend anders

Ein Quervelo unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum vom Rennrad. Derselbe Rahmen, gleicher Lenker, identische Schaltung - nur die etwas dickeren Reifen fallen sofort auf. Und doch ist das Quervelo grundlegend anders.

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Rahmen: Ein Querrad ist in der Regel rund einen Zentimeter kürzer als ein Rennrad, dafür ist der Radstand geringfügig länger. Das heisst: Die Laufräder stehen weiter auseinander, was eine höhere Laufruhe bringt, die kürzere Sitzlänge bringt bessere Kontrolle im schwierigen Gelände. Gabelscheiden und Sitz-und Kettenstreben stehen weiter auseinander, damit die bis 38 Millimeter dicken Reifen und der daran klebende Schlamm Platz finden. Profiräder werden meist ohne Flaschenhalter gebaut, weil diese im Rennen nur stören. Immer häufiger sind Flaschenhalter-Ösen jedoch vorhanden, Freizeit-Crosser dankens. Ebenfalls ein Detail aus der Profi-Szene: das abgeflachte Oberrohr, das so besser auf der Schulter liegt. Häufig wird auch ein gerader Bikelenker montiert.

Lenker: Er ist etwas breiter als der Rennlenker und liegt höher. Beides hilft bei der Kontrolle des Rades. Ansonsten ist der Querlenker ein konventioneller Rennradlenker.
Laufräder: In der Grösse 700C (28 Zoll) sind die Laufräder gleich gross wie beim Strassenrad.
Reifen: Gebräuchlich sind sowohl Schlauchreifen (Collés oder Tubular) wie Pneu/Schlauch-Versionen (Clincher). Wer keine Rennen fährt, ist mit Pneus besser bedient. Im Pannenfall kann man einfach den Schlauch wechseln. Querreifen sind zwischen 25 und 38 Millimeter dick.
Pedalen: Hier haben sich die Klickpedalen aus dem Mountainbike-Bereich durchgesetzt. Sie werden zusammen mit Mountainbike-Schuhen gefahren respektive gelaufen
Bremsen: Rennradbremsen würden zu wenig Platz für Reifen und Schlamm bieten. Darum sind sogenannte Cantilever-Bremsen montiert, wie sie am Mountainbike zu Beginn Standard waren. Scheibenbremsen tauchen erst vereinzelt auf an Crossrädern. Eine Kombination mit den Bremsschalthebeln ist schwierig. Eine hilfreiche Zusatzkomponente sind Oberlenker-Bremshebel. So kann man in Abfahrten und schwierigen Flachpassagen den Lenker oben greifen und trotzdem bremsen.
Schaltung: Bei der Schaltanlage werden konventionelle Komponenten verwendet. Erst bei der Zusammenstellung der Gänge entdeckt man den Crosser. Die vordere Standard-Bestückung sind ein 48er-und ein 38er-Kettenblatt. Wer damit allerdings längere Steigungen erklimmen will, steht bald am Berg. So macht sich die Compact-Kurbel (50/34 Zähne), wie sie beim Rennrad verwendet wird, auch beim Querrad immer mehr Freunde. Das hintere Ritzelpaket umfasst bis 27 Zähne. Mit einer 34/27er-Übersetzung kommt man einigermassen steile Wege hoch.

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