Dario Cologna über seine Ernährungsgeheimnisse

«Ich esse einfach ein bisschen mehr»

Langläufer Dario Cologna spricht im Interview über seine Ess- und Trinkgewohnheiten, seine kulinarischen Vorlieben und Gelüste.

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Dario Cologna, kann man Ihnen mit einer Flasche Wein eine Freude machen?

Ja, klar. Wenn es ein guter Wein ist. Eben habe ich von Starkoch Philippe Rochat einen Château Cheval Blanc 1986 erhalten, mein Jahrgang. Das hat mich sehr gefreut.

Lassen Sie sich auch zu einem Bier einladen?

Wenns die Zeit zulässt, gern!

Zu einem Bündner Röteli?

Muss jetzt grad nicht sein, aber in einer gemütlichen Runde – warum nicht? Sie sind alkoholischen Getränken gegenüber also ziemlich aufgeschlossen? Es ist natürlich nicht so, dass ich jeden Tag Alkoholhaltiges konsumiere. Aber einem guten Glas Wein bei einem feinen Essen bin ich nicht kategorisch abgeneigt. Ich sage mir einfach: immer mit Mass!

Haben Sie auch schon mal richtig einen über den Durst getrunken?

Das ist schon eine Weile her. Aber ja, die Erfahrung macht wohl jeder. Worauf achten Sie bei der Ernährung? Auf Ausgewogenheit, sonst auf nichts Spezielles. Ich bin kulinarisch ziemlich unkompliziert, habe eigentlich auch alles gern.

Auch Fast Food? Schnitzel Pommes frites?

Wenn es schnell gehen muss und ich Lust darauf habe…

Ist dies für einen Spitzenlangläufer nicht zu fettig?

Ich verbrauche im Training so viele Kalorien, da kann ich eigentlich essen, was ich will, und worauf ich Lust habe. Ich bin bisher gut gefahren mit diesem Prinzip.

Hatten Sie nie einen Ernährungsplan?

Nein, nie. Aber natürlich weiss ich, was wozu gut ist. Ich ernähre mich grundsätzlich sportgerecht. Dazu darf sich auch mal ein Bier gesellen. Viele Leute meinen, Spitzensportler seien abstinent, picken Körnli und meiden alles, was ein Gramm Fett enthält.

Ein Trugschluss?

Klar gibt es Langläufer, die sehr asketisch unterwegs sind. Frauen noch mehr als Männer. Aber viele kommen mit einer gewöhnlichen Restaurant-Küche bestens über die Runden. Letztlich muss jeder selber wissen, was er wann braucht und was ihm gut bekommt. Ich esse eigentlich ganz normal, einfach ein bisschen mehr als einer, der im Büro arbeitet.

Kochen Sie auch selber?

Wenn ich daheim in Davos trainiere ziemlich oft sogar, zumindest über Mittag.

Was kochen Sie denn so?

Pasta, Reisgerichte, Kartoffeln, Fleisch…

Gemüse?

Kann sein, ist aber nicht wirklich zwingend (er lacht).

Wie verpflegen Sie sich an einem Renntag?

Drei Stunden vor dem Rennen esse ich jeweils richtig. Zum Zmorge Brot, Müesli, ganz normal. Zum Zmittag meist Pasta, nach dem Rennen gibts einen Protein-Shake zur Regeneration. Genug trinken ist wichtig. Das ist bei Sprint- und Distanz-Rennen eigentlich immer gleich.

Und beim 50-km-Rennen?

Da ist es wichtig, dass man den Speicher schon in den Tagen vor dem Rennen füllt. Unterwegs reicht ein Betreuer ungefähr alle fünf Kilometer ein Fläschchen mit einem Sportgetränk, wenns nötig ist auch mal einen Gel. Und vor dem Finale gibts Cola ohne Kohlensäure.

Sie sind oft unterwegs. Was vermissen Sie kulinarisch im Ausland?

Vor allem Schweizer Schoggi. Drum nehme ich im Koffer immer welche mit.

Sie sind 179 cm gross und 75 kg schwer. Achten Sie auf Ihr Gewicht?

Nein. Wenn ich nach der Saison Ferien mache, nehme ich schnell zwei, drei Kilo zu. Aber die sind dann im Training ebenso schnell wieder weg.

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