Bucketlist für Langläufer

Diese 10 Dinge sollten Sie als Langläufer erlebt haben

Den Engadin Skimarathon? Unbedingt! Den Vasalauf? Keine Frage! Es gibt aber noch viele andere Dinge, die man als Langläufer(in) einmal tun sollte. Lassen Sie sich von unserer Bucket-List inspirieren!

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1. Highlight der Saison

Engadin Skimarathon

Natürlich, der Engadiner, ein Kult-Event, ein Mythos, selbst unter den bedeutendsten Sportanlässen hierzulande. Seit einem halben Jahrhundert schon ist der Engadiner für Tausende von Schweizern das Saison-Highlight schlechthin. Unverrückbar wie das Bernina-Massiv.

In diesem Jahr, bei der 50. Austragung, standen am zweiten März-Sonntag 14200 Unentwegte am Start – so viele wie noch nie. Rund 1000 Laufwillige mussten aus Platzgründen gar abgewiesen werden.

Auch bei der kommenden Inszenierung am 10. März zeichnen sich wieder eindrückliche Zahlen ab. Bereits im Sommer waren 7500 Anmeldungen registriert. Mit ein Grund für den Frühbucher-Rekord: Bis Ende August betrug das Startgeld «nur» 100 Franken. Ab dem 1. Januar 2019 kostet die prestigeträchtige Teilnahme bereits 140, ab 1. März gar schon 180 Franken. Wer sich das Highlight nicht entgehen lassen will – früh buchen lohnt sich!

www.engadin-skimarathon.ch  

2. Heimische Weltcup-Rennen miterleben

Davos Nordic live

Am 15. und 16. Dezember steht Davos wieder ganz im Zeichen der Langlauf-Weltelite. Am Fuss des Flüela werden an diesem Wochenende bereits zum 38. Mal WeltcupRennen inszeniert. Davos Nordic nennt sich der Event, der den besten Schweizer Langläufern als willkommenes Schaufenster dient. Gegen 20000 Zuschauer werden im Landwassertal erwartet, wenn Dario Cologna und Co. vor heimischer Kulisse über die Loipen schnellen.

Den wohl traditionsreichsten Langlauf-Weltcup-Wettbewerb in Mitteleuropa sollte man einmal miterleben (www.davosnordic.ch). Vielleicht ergattern Sie noch einen VIP-Platz. Und möglicherweise werden Sie gar Zeuge des ersten Schweizer Triumphes seit 2007 (Toni Livers). Die Lokalmatadoren Laurien van der Graaff (am Samstag im Sprint) und Dario Cologna (am Sonntag über 15 km) zählen jedenfalls zu den aussichtsreichsten Sieganwärtern.

www.davosnordic.ch 

Samstag, 15. Dezember
10.30 Uhr Sprint freie Technik, Frauen und Männer (Prolog)
13.10 Uhr Sprint freie Technik, Frauen und Männer (Final)

Sonntag, 16. Dezember
09.30 Uhr 10km freie Technik, Frauen
11.45 Uhr 15km freie Technik, Männer

3. Teilnahme am Finale der Tour de Ski

Anstieg auf Alpe Cermis

Bereits nach wenigen Jahren ist er zum Mythos geworden: Der Anstieg hinauf zur Alpe Cermis, der am 6. Januar 2019 den Abschluss der Tour de Ski bildet. Vom Langlaufstadion in Lago di Tesero im italienischen Val di Fiemme führt die letzte Etappe zunächst sechs Kilometer relativ flach bis zur Talstation der Gondelbahn. Dann folgt der atemberaubende Aufstieg auf der Skipiste hoch zur Mittelstation der Alpe Cermis – nur 3,65km lang, aber mit 435 Höhenmetern und einer Steigung bis zu 28% überaus knackig.

Auf dieser ganz besonderen Strecke wird seit sieben Jahren auch ein Rennen für Hobbysportler veranstaltet, das «Rampa con i campioni». Die «Rampen-Sauen» starten morgens um 9.30 Uhr kurz vor den Weltcup-Athleten, finden also die gleichen Bedingungen vor wie die Langlauf-Stars. Anmelden kann man sich für 25 Euro bis am 4. Januar.

www.fiemmeworldcup.com 

4. Der Klassiker schlechthin

Wasalauf

Was der Ironman Hawaii für Triathleten und der New York Marathon für Läufer ist der Wasalauf für Skilangläufer: ein Höhepunkt der sportlichen Laufbahn. Das Traditionsrennen über 90 Kilometer von Sälen nach Mora in Schweden ist der Klassiker schlechthin. Rund 300000 Langläufer und Zuschauer zieht es jedes Jahr am ersten März-Wochenende in die abgeschiedene Waldregion am Siljansee, wo noch Elche und Bären leben. Beim Hauptlauf am Sonntag ist das Feld auf 16 000 Teilnehmer begrenzt. Die Startplätze sind jeweils innert weniger Sekunden ausverkauft. Chancen auf einen Start hat man am ehesten bei einem Reiseanbieter, der ein Startplatz-Kontingent erworben hat. (Tipp: www.kontiki.ch).

Erst ein Schweizer hat das älteste Rennen, das bereits seit 1922 ausgetragen wird, bislang gewinnen können: Koni Hallenbarter 1983. Als erster Langläufer überhaupt bewältigte er die Strecke damals unter vier Stunden. Zu den passioniertesten Wasaläufern hierzulande zählt übrigens Bundesrat Ueli Maurer. Der 68-Jährige startet 2019 bereits zum 10. Mal – sofern ihm sein neues Amt als Bundespräsident eine Teilnahme erlaubt.

5. Quer durch die Heimat laufen

Cross Country-Cruising

Sollte vor Ihrer Haustür wieder mal genügend Schnee liegen, nutzen Sie die Gelegenheit, um in Ihrer unmittelbaren Umgebung die Langlauf-Ski anzuschnallen und Ihre eigene Spur über die Felder oder gar durch die Wälder zu ziehen. Quer durch die Landschaft – ein Abenteuer der besonderen Art. Sie werden staunen, wie sich Ihre vertraute Umgebung präsentiert – und werden begeistert sein von Ihrem Vorstoss. Und sollte dabei noch der frische Schnee in der Sonne glitzern, wird das Erlebnis schlichtweg wunderbar.

6. Alpines Abenteuer

Abfahrt auf der Skipiste

Wer schon etwas geübter ist auf den schmalen Latten, sollte sich einmal auf der Skipiste versuchen. Abfahrten in unterschiedlich anspruchsvollem Gelände sind spassig, herausfordernd und schulen auf spielerische Weise die technischen Fertigkeiten. Und die Aufmerksamkeit der «normalen» Skifahrer ist Ihnen erst noch sicher.

Aber Vorsicht: Wählen Sie bei Ihrem Alpin-Abstecher ein Gebiet, wo Sie die Verhältnisse einigermassen kennen. Denn die Erfahrung zeigt: Bei Fremdgängern ist der Grat zwischen Held und Depp ziemlich schmal.

7. Von Oberwald nach Niederwald

Das Goms erfahren

Was das Engadin für die einen, ist das Goms für die andern: ein Langlauf-Paradies. 90 Kilometer Loipengenuss. Klassisch und Skating. Von Oberwald (1377m) nach Niederwald (1251m). Immer schön der Sonne entgegen. Tiefenentspannung im Hochtal.

Stundenlang lässt sich der Rhone, die hier noch «Rotte» heisst, entlang gleiten. Und sollten Beine und Arme etwas schwerer werden, laden 30 Restaurants und gemütliche Beizli zur verdienten Pause – oder die Matterhorn Gotthard Bahn auf den Rückweg.

www.obergoms.ch 

8. Persönliche Bestleistung

Rennen auf der Hausstrecke

Seien wir ehrlich: wie oft drehen wir auf unserer Hausstrecke chillig Runden, ohne auf die Uhr zu schauen? Dagegen ist nichts einzuwenden. Wie heisst es so schön: Der Kultivierte bedauert nie einen Genuss. Falls aber Langeweile aufkommen sollte, dürfen wir unsere Standard-Runde auch mal auf Tempo laufen. Und sehen, wozu wir fähig sind.

Und wenn uns das Rennfieber gänzlich packt, können wir unsere Bestzeit mittels GPS-Gerät bei strava.com anlegen. So können wir uns mit anderen Langläufern auf der Hausstrecke messen, ohne dass wir direkt gegen sie gelaufen sind. Die Trainingsintensität wird nicht darunter leiden.

9. Langlauf mit Schiessen

Biathlonschnupperkurs

Von der Loipe in den Schiessstand und wieder zurück auf die Loipe – Biathlon zählt zu den vielseitigsten, herausforderndsten und deshalb faszinierendsten Wintersportarten. Für Langläufer ist es höchst eindrucksvoll zu erfahren, ob und wie man mit hohem Puls noch treffsicher sein kann und wie sehr das Gewehr beim Stehend-Schiessen schwankt.

Die Biathlon Arena Lenzerheide bietet für Einsteiger jeweils am Dienstagnachmittag und am Samstagmorgen zweistündige Schnupperkurse an – mit einem kleinen Plausch-Biathlon zum Abschluss. Kosten pro Person: Fr. 70.–

www.biathlon-arena-lenzerheide.ch 

10. Von Blaubeerkuchen zu Rentiersuppe

Langlauf in Lappland

Endlose Loipen durch endlose Wälder, ein Blockhaus mit Sauna fernab aller Hektik – und sonst nichts. Für alle, die Rückbesinnung und körperliche Ertüchtigung in perfekter Weise miteinander kombinieren möchten, gehören Langlaufferien in Finnisch-Lappland ganz oben auf die Wunschliste.

Vielleicht schaffen Sie es dabei sogar, den Rhythmus der Einheimischen aufzunehmen. Denn für die Finnen ist Langlauf keine Trainingsform, bei der es um Sekunden geht, sondern Lebensstil pur. Sie laufen im Diagonalstil mit Sack und Pack und der ganzen Familie von Blaubeerkuchen zu Rentiersuppe und verbringen mehrere Stunden bis ganze Tage auf der Loipe, bevor sie sich im heimeligen Heim in der Sauna die Kälte aus den Gliedern schwitzen.

Das Motto lautet: Minimierter Tagesinhalt, maximierter Erlebniwert, und mit etwas Glück funkelt in der Nacht das Nordlicht in allen Farben. Destinationen gibt es mehrere, ebenso Schweizer Anbieter (zum Beispiel www.faehndrich-sport.ch) – oder individuelle Programme im Internet.

Fotos: ZVG | Swiss-Image | Obergoms Tourismus AG/ Christian Pfammatter

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