Bike-Spass zwischen Singletrails und Rapsblüten

Mitgefahren am Bike-OL Niederlenz

Bike-OL bedeutet Nervenkitzel und Temporausch in einem. FIT for LIFE-Redaktorin Regina Weiger-Senften berichtet von ihrer Premiere beim 8. Argus O’Bikers Bike-OL.

Keiner zu klein! (Copyright: Regina Weiger-Senften)
Beim Bike-OL sind Kopf und Körper im Einsatz (Copyright: Regina Weiger-Senften)
Kraftvoll und konzentriert dem Ziel entgegen (Copyright: Regina Weiger-Senften)

Als begeisterte OL-Läuferin wollte ich - nachdem ich mich schon erfolgreich im Ski-OL versucht hatte - nun endlich auch Bike-OL ausprobieren. Ich sagte mir: Nur wer Fuss-, Ski- und Bike-OL kennt, kann die Faszination für den Sport mit Karte und Kompass in seiner ganzen Grösse erleben. Also nichts wie hin an den Start nach Niederlenz bei Lenzburg! Bereits das strahlende Sommerwetter machte an diesem Junisonntag Lust, ein paar Stunden auf dem Mountainbike zu verbringen. Und wenn sich das Ganze noch mit dem OL-typischen Reiz des Postenauffindens verbinden lässt; umso besser!

Herzliche Stimmung unter den Teilnehmenden
Nachdem mir freundliche Helfer des OLK Argus am Start ein drehbares Kartengestell auf den Lenker meines Bikes montiert und ich den Zeitmess-Transponder am Rahmen befestigt hatte - Kabelbinder sind für den Bike-OL so unerlässlich wie Zeckenspray am Fuss-OL! - ging es auch schon los in Richtung Vorstart. Dort herrschte bereits eine vorfreudig-aufgeregte Stimmung, die von grosser Herzlichkeit geprägt war. Die Fahrer begrüssten sich gegenseitig und erkundigten sich nach den letzten Veloferien im sonnigen Süden oder klopften auch mal interessiert an den nigelnagelneuen Velorahmen aus Carbon, mit dem ein Teilnehmer vorgefahren war.
Doch einmal im Wettkampf, war es dann vorbei mit den netten Plaudereien. Jetzt galt es, die Posten in der vorgeschriebenen Reihenfolge so rasch wie möglich abzufahren. Ist es schneller, auf dem breiten Waldweg zu bleiben? Oder lohnt sich die Abkürzung auf dem Singletrail bergauf? Als zwar versierte Mountainbikerin, die aber noch ein Greenhorn in Sachen Bike-OL ist, wählte ich am Anfang eine sehr defensive Routenwahl. Lieber einen Umweg fahren, dafür auf Nummer sicher gehen und den Posten ohne Unfall anfahren, sagte ich mir. Im Laufe des Wettkampfs wagte ich mich dann immer weiter ins Gelände vor und nutze mit zunehmender Begeisterung auch die kleinen, feinen Singletrails, die der Waldabschnitt «Lind-Birch» zu bieten hatte.

Nervenkitzel und Temporausch
Anders als beim Fuss- oder Ski-OL dürfen die in der Karte eingetragenen Wege und Pfade beim Bike-OL nicht verlassen werden. Abkürzungen durch dorniges Brombeergestrüpp oder knietiefe Bachläufe, wie man das etwa vom klassischen Wald-OL kennt, sind also schlicht verboten. Wer jetzt denkt, dass Bike-OL langweilig sei, weil der routentechnischen Nervenkitzel, fehlt, irrt gewaltig. Das dichte Wegnetz mit unzähligen eng aufeinanderfolgenden Kreuzungen, knifflige Singletrails, markante Höhenunterschiede und die grundsätzlich hohe Geschwindigkeit auf dem Velo machen Bike-OL zu einem temporeichen, spannenden Sport, der höchste Konzentration, rasches Entscheidungen und überlegtes Handeln erfordert. Dafür wird man mit grossartigen Naturerlebnissen, prickelndem Temporausch und endorphinausschüttenden Erlebnissen auf den Singletrails belohnt.

Wer Erfahrung im Kartenlesen mitbringt, gerne auf dem Mountainbiken sitzt und Lust auf eine sportliche Herausforderung in der blühenden Natur hat, sollte sich unbedingt einmal an einen Bike-OL wagen.