Barre Pilates

Sportliches Rumpfstabi-Training trifft auf elegantes Ballett

Barre Pilates verbindet kräftigendes Rumpf- und Beinachsentraining mit tänzerischer Eleganz und Ballett. Mit Video!

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Schon einmal von «Barre Pilates» gehört? Nein, hier handelt es sich nicht um Pilates-Training, das man an der Bar in der Begleitung von Cocktails und Bier erledigt; auch wenn der Begriff das akustisch nahelegen mag. Barre kommt aus dem Französischen und bedeutet Stange. Nun gleich an Pole-Dance zu denken, wäre jedoch ebenfalls ein Irrtum.
«Barre Pilates» kann man am besten mit Pilates-Training an der Ballettstange beschreiben. Wer schon einmal Pilates absolviert hat, weiss, dass es sich dabei um ein Ganzkörpertraining handelt, welches primär den Rumpf – also die Körpermitte – wie auch Beine und Arme kräftigt, stabilisiert und mobilisiert.

Das ist Barre Pilates
Das Besondere an Barre Pilates: Das Training findet im Stehen statt. Eine oder wahlweise beide Hände liegen locker auf einer Ballettstange und finden Halt, während Füsse, Beine und Rumpf koordinativ anspruchsvolle Bewegungsmuster ausführen, die aus dem klassischen Ballett stammen. Pliés, Tendus, Rond de jambes, Frappés, Arabesque, Attitude, Grand Battements kommen genauso vor wie Port de bras und Relevés. Wem das Spanisch vorkommt: keine Sorge! Die meisten Bewegungselemente kennt man längst vom Turnen in der Schule, nur hiessen sie da Kniebeugen, Beine heben, Hüfte kreisen, Arme schwingen, Standwaage und mehr.
Die Übungen sind leicht zu erlernen und meist nach einem schematischen Muster aufgebaut. Immer wieder gilt es, auf die Zehenspitzen zu stehen, den Rumpf zu spannen und sich akkurat auszubalancieren, um in der Achse zu bleiben. All dies verbunden mit elegant-fliessenden Arm- und Kopfbewegungen. Wer nicht umfallen will, hat nur eine Wahl: Körpermitte stabilisieren! Beinachsen kräftigen! Atmung kontrollieren! Voilà, das ist Barre Pilates.

Alter Wein in neuen Schläuchen?
Obwohl Pilates derzeit einen Boom sondergleichen erlebt, muss man sagen: «Neu» ist Pilates nicht. Nur nannte man derartiges Training früher vielleicht nicht so. Laufsportler absolvierten als Rumpfstabi-Training einst die «Bänkli-Tour», bei der Rumpfkraft und Beinachsenstabilität auf Parkbänken im Freien trainiert wurde. Schwimmer hatten «Ausgleichs- und Kräftigungsgymnastik» in ihren Trainingsplänen stehen, während Triathleten, Langläufer oder Biker Zusatztraining im Kraft- oder Gymnastikraum ausübten.
Laufsportler genauso wie Triathleten, Schwimmer oder Biker wissen längst um die elementare Wichtigkeit einer kräftigen Rumpfstabilität, ist sie doch Garant für hochintensive Leistungen und unverzichtbare Verletzungsprophylaxe gleichermassen. Anders als beim klassischen Pilates, bei dem eine Vielzahl von Übungen in Bodenlage stattfindet, eignet sich gerade Barre Pilates perfekt für Läufer, Trailrunner, Triathleten, Lang- und Orientierungsläufer, die in ihrem Sport auf eine stabile, kräftige Beinachse und eine gestählte Körpermitte zurückgreifen müssen.

Barre Pilates für Ausdauersportler
Simone Nabholz, Ausbildnerin bei PilateSwiss in Zürich sowie langjährige Pilates-Instruktorin, bestätigt dies: «Barre Pilates ist ein hervorragendes Komplementärtraining für alle Ausdauersportler, bei denen Rumpf-, Fuss- und Beinstabilität massgeblich zur sportlichen Leistung beiträgt.» Die Übungen sind fordernd und fördern nicht nur Koordination, Kraft und Beweglichkeit, sondern setzen dank der Ballettelemente auch neue Reize im Training. «Diese Kombination führt in vielen Fällen bereits nach wenigen Monaten zu einer eklatanten Leistungssteigerung im Ausdauersport», berichtet Expertin Simone Nabholz aus Erfahrung. «Hinzu kommt, dass Barre Pilates aufgrund der aufrechten Haltung langfristig Haltungsschäden vorbeugt, die durch reines Ausdauertraining oder Alltagssitzen verursacht werden. Die bewusste Aufrichtung des Körpers im Barre Pilates ist eine hervorregende Wahrnehmungsschulungen, die einen sensibilisiert für muskuläre Dysbalancen und Fehlstellungen im eigenen Körper.»

Für wen ist Barre Pilates nicht geeignet?
Wenn man Barre Pilates korrekt ausführt, ist es ein sehr intensives, forderndes Training. Umso mehr, wenn man noch Hilfsmittel wie Gewichtsbälle, Therabänder oder Pilates-Ringe einsetzt. Muskelkater an Füssen, Waden, Beinen, Rumpf und Rücken lassen dies nach dem ersten Workout deutlich erkennen. Expertin Simone Nabholz warnt jedoch: «Menschen mit schwerer Knie-Arthrose oder ausgeprägten Fehlstellungen sind im Barre Pilates sicherlich nicht am richtigen Platz.»
Alle anderen sollten sich unbedingt einmal selber vom körperlichen Nutzen einer Barre Pilates-Lektion überzeugen. «Viel Ausrüstung ist gar nicht nötig», verrät die Instruktorin. «Bequeme, enganliegende Kleidung, dazu weiche Ballettschläppli, rutschfeste Socken oder wahlweise barfuss: Mehr braucht es nicht für die erste Klasse Barre Pilates!»

Mehr erfahren im Video
Sehen Sie sich im Videobeispiel einige Ausschnitte aus der Lektion «Pilates Barre Fusion» im Studio PilateSwiss von Karolina Schmid in Zürich an. Trainingsleiterin der Lektion: Simone Nabholz.

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