Arena Swim Keel und Arena Flex Paddles

Praxistest von FIT for LIFE

Mit dem neuen Swim Keel und den wasserdurchlässigen Flex Paddles macht Arena all jene Schwimmer glücklich, die im Training auf Qualität statt Quantität setzen.

Copyright: Andreas Gonseth / FIT for LIFE

Ich will ganz offen sein: Den meisten Schwimmgadgets, die neu auf den Markt kommen, stehe ich zunächst einmal skeptisch gegenüber. Ist das vor allem ein Marketing-Gag, um Geld in die Kasse zu spülen? Oder wirklich ein Tool, worauf die Schwimmwelt gewartet hat? Ich habe auch immer die mahnenden Worte meines Berliner Schwimmtrainers im Ohr, die besagen: «Qualitatives Schwimmtraining kommt ohne Hilfsmittel aus!» Meist zeigen schon die ersten Meter im Praxistest, ob ein Schwimmgadet den Weg auf meine persönliche Hitliste findet oder nicht.

Der neuartige Swim Keel und die weichen, wasserdurchlässigen Flex Paddles - beide aus dem Hause Arena - haben mich auf den ersten Bahnen im Pool überzeugt. Aber der Reihe nach:

Der keilförmige Arena Swim Keel wiegt schwer im Rucksack, spielt seine Qualitäten jedoch beim Beinschlagtraining im Wasser aus. Weil die Hände den Swim Keel unter der Wasseroberfläche fassen, entspricht die Wasserlage dem natürlichen Kraulschwimmen. Das hat die angenehme Folge, dass die Schultern nicht mehr überstreckt werden, was all jene Athleten freut, die an einer «Schwimmerschulter» oder sonstigen Schulterschmerzen leiden.

Der Keil eignet sich nicht nur fürs «Beineschwimmen», sondern ermöglicht auch als Pull-Buoy neuartige Erfahrungen. Weil das Gewicht des Keils im unteren Teil liegt, kann das Auftriebsmoment frei gewählt werden. Schwimmt man Rückenkraul mit dem Swim Keel, wird man ihn umgedreht zwischen die Beine legen als wenn man damit Kraul in Bauchlage schwimmen würde. Ein tolles Ad-on für alle Rückenschwimmer, die es schon immer gehasst haben, mit «normalen» Pull-Buoys in Rückenlage zu schwimmen, weil der Auftrieb total ungünstig war!

Neue Bewegungserfahrungen lassen auch die Flex Paddles zu. Neuartig daran ist, dass die Handfläche auf einem wasserdurchlässigen Netz liegt. Das bedeutet einmal, dass der Widerstand moderater ausfällt als bei Plastik-Paddles und die Verletzungs- und Überlastungsgefahr also deutlich geringer ist. Das in meinen Augen grosse Plus der Flex-Paddles ist aber vielmehr die Tatsache, dass man das Wasser gleichwohl spürt und jederzeit eine taktile Rückmeldung beim «Wasserfassen erhält!

Arena hat die Flex Paddles in zwei verschiedenen Grössen auf den Markt gebracht. Ich lege allen Breitensportlern ans Herz, zunächst mit der kleinen Ausführung zu beginnen und frühestens nach einem halben auf die grossen Paddles zu wechseln - wenn überhaupt. Mit den Flex Paddles lässt es sich auch hervorragend an der Technik arbeiten: Etwa, indem man nur ein Paddle anzieht und einarmig krault. Oder für Sculling-Übungen und Gegensatz-Erfahrungen wie Paddle/Faust, Paddle/gespreizte Finger oder Paddle/schmale Finger.

Der langen Rede kurzer Sinn: Arena hat mit diesen Tools meiner Meinung nach zwei Schwimm-Gadgets auf den Markt gebracht, die nicht nur Geld in die Marketing-Kasse spülen, sondern Breitensportlern und Spitzenschwimmern einen echten Mehrwert für abwechslungsreiches, qualitativ ausgerichtetes Training bieten.