50. Ebbser Koasa-Marsch

Mitgelaufen

FIT for LIFE-Leser Thömu Wyss ist beim 50. Ebbser Koasa-Marsch. Sein Fazit? «Der wilde Kaiser is a zacher Hund!»

Erstaunlich frisch beim Zieleinlauf: Thomas Wyss.
Copyright aller Bilder: Thomas Wyss
Thömu knapp zehn Stunden unterwegs.
Carboloading mit Kaiserschmarrn.
Abgekämpft am Ziel.
Der einzige Schweizer am Start: FIT for LIFE-Leser Thomas Wyss.
Copyright: Thomas Wyss
Copyright: Thomas Wyss

Die Affiche war klar: ein gemütlicher Traillauf (52 km und 3450 Höhenmeter) im österreichischen Ebbs bei Kufstein. Herausgekommen ist ein anspruchsvoller, landschaftlich eindrucksvoller Wettkampf im Kaisergebirge. Die Veranstaltung hat, wie so viele 50-Jährige, Kultstatus erlangt. Ursprünglich als reine Wanderveranstaltung gedacht, kamen vor einigen Jahren die Trailrunner hinzu. Durch seine Erreichbarkeit und Nähe zum Süden Deutschlands und dem alpinen Tiroler Charakter ist das Kaisergebirge bei Kufstein Anziehungspunkt für alle Spielarten des Bergsports: Trailrunner, Wanderer, Bergsteiger und Kletterer fühlen sich allesamt im „KOASA“ zu Hause. Angeboten werden 7 Distanzen zwischen 5 km (für Familien) bis 52 km (für Ambitionierte oder Verrückte).

Die lange Anreise mit dem Auto machte schon der Besuch des Biergartens mehr als wett. Gestärkt mit Weissbier und Brezn gings zum Startnummernausgabe. Andi vom veranstaltenden Sportverein begrüsste uns herzlichst und erläuterte mir, ich sei der erste und bisher einzige Teilnehmer aus der Schweiz. Bei so viel Ehrerweisung und wohl auch aus Pflichtgefühl dem Vaterland gegenüber gab es für mich nur noch ein Weizenbier, dafür aber einen riesigen Kaiserschmarrn.

Der Startschuss erfolgt nach kurzer Nacht um 7.00 Uhr bei lauschigen 25 Grad. Ich starte mit 120 weiteren Laufbegeisterten zum kaiserlichen Abenteuer. Der erste Anstieg erfolgt noch auf Forststrassen. Und schon bei der ersten von 9 Labestationen ist der Bidon halb leer. Beim ersten Downhill überholt mich eine Läuferin in horrendem Tempo, den Namen auf der Startnummer kann ich noch flüchtig erkennen: Marie-Luise; sie nimmt mir bis in Ziel über 2 Stunden ab und gewinnt souverän bei den Frauen. Da bin ich froh, dass ich es gemütlich angehen kann und geniesse die flowigen Trails.

Wunderbares Panorama bei bestem Sommerwetter, Läuferherz was begehrst du mehr? Ein munteres Auf und Ab über Wiesen und Almen, über Steinwüsten und wilde Gebirgsbäche. Über Aschinger-Alm, Vorderkaiserfelderhütte, Hochalm und Stripsenjochhaus geht’s runter zum Hinterbärenbad. Erst 25 km geschafft – und ich bin auch schon geschafft. Das wird wohl noch eine zähe Wanderung bis ins Ziel. Und so hangle ich mich hoch zur Kaindlhütte, weiter zum Haberg und erneut rauf zur Duxer Alm. Die Berge geben mir viel und nehmen mir auch viel (Power). Zum Glück gibt’s noch weitere Leidensgenossen, und so wird die Schinderei trotz allem zum Genuss. Die Beine und der Kopf sind leer, doch das Läuferherz macht Freudentänze ob der gewaltigen Gebirgskulisse. Ein letzter, schmerzhafter Abstieg über gefühlte 1000 unregelmässige Treppenstufen runter nach Kufstein und dann noch ein flacher 5000er zurück nach Ebbs zum Geniessen. Das kühle Bier nach gemessenen 58.03 km und 3291 hm schmeckt vorzüglich. Ebbser KOASA-Marsch im Tirol: „Du bis a zacher Hund, aber ich komm wieder!“.

http://newsroom.ofp-kommunikation.at/newsroom/1.250-Teilnehmer-beim-50.-Ebbser-Koasamarsch
https://www.koasamarsch.at/

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