26 Ironman für einen guten Zweck

Interview mit Dimitri «Dimitriathlon» Egger

Der Waadtländer Dimitri Egger absolviert in jedem Kanton der Schweiz einen Langstrecken-Triathlon und sammelt mit seinem Projekt «Cause toujours» Spenden für die Schweizerische Krebshilfe.

Copyright: ZVG Dimitri Egger

Dimitri Egger, Sie haben eben allein einen Triathlon über die Ironman-Distanz absolviert. Warum?

Ich mache in jedem Schweizer Kanton einen Ironman. Heute bin ich 3,8 km durch den Urnersee geschwommen, dann 180 km Velo gefahren, unter anderem über den Klausen- und den Furkapass, und dann bin ich um den Urnersee herum noch einen Marathon gelaufen. Das war mein Ironman im Kanton Uri.

Eine ziemlich harte Tour…

Ja, vor allem das Velofahren war happig. Die 4000 Höhenmeter habe ich beim Laufen danach gespürt.

Und warum tun Sie das alles?

Vor gut zwei Jahren fragte ich mich, wie ich die Schweiz anders kennen lernen könnte. Und da ich gern Sport mache und schon zweimal den Ironman Switzerland finishte, dachte ich, ich könnte ja in jedem Kanton einen Triathlon absolvieren. Ich habe jetzt 18 gemacht. Nun fehlen mir noch Ob- und Nidwalden, Appenzell, Fribourg, Bern und mein Heimatkanton Waadt.

Das ergibt nur 24 …

Bei Basel und Appenzell habe ich etwas geschummelt. In den Halbkantonen wäre es allein vom Platz her schwierig geworden, eine sinnvolle und attraktive Ironman-Strecke zu planen. Schon bei meinem ersten Ironman in Genf bin ich buchstäblich an Grenzen gestossen. Deshalb bin ich um den Genfersee geradelt.

Wie planen Sie die Strecken?

Ich zeichne sie anhand von Karten vor. In den Seen schwimme ich manchmal Schlaufen, auf dem Velo und beim Laufen suche ich nach möglichst attraktiven Kursen. Dabei halte ich mich aber grundsätzlich an die Ironman-Streckenlängen.

Welcher Ironman war Ihr schwierigster?

Ein Ironman wird irgendwann immer hart. Manchmal spielt das Wetter nicht ganz mit, wie im Tessin, als plötzlich ein Sturm aufkam. Manchmal tut irgendwo etwas weh – und manchmal mache ich eben auch ziemlich viele Höhenmeter. Meist bin ich so 17 bis 18 Stunden unterwegs. Ich gehe das Ganze gemütlich an. Wenn ich mich fit fühle, fahre ich abends noch heim nach Lausanne. Ansonsten übernachte ich in meinem Bus, einem umgebauten Ford Transit.

Fühlen Sie sich dabei nie einsam?

Nein, da ich die Touren auf meiner Website (www.causetoujours.ch) ausschreibe, gibt es immer wieder Leute, die mich begleiten. Und das Schwimmen frühmorgens in den spiegelglatten Seen ist ohnehin wunderbar.

Was waren Ihre bislang schönsten Erfahrungen?

Die Natur-Erlebnisse, die spontan-herzlichen Begegnungen mit zum Teil unbekannten Menschen, aber auch die eigentliche Entdeckungsreise durch die Schweiz. Ich habe in den letzten zwei Jahren so viele schöne Orte hier kennen gelernt. Man muss definitiv nicht ins Flugzeug steigen, um in einem tollen Land Sport zu treiben.

Sie tragen selbst beim Sport zumeist ein Edelweisshemd …

… ja, das ist mein Markenzeichen, eine Art Hommage an die Schweiz. Ich habe die Triathlons nie als Wettkampf betrachtet. Wichtig war mir vielmehr, die Aktion gemeinnützig zu gestalten. Mein Vater ist an Krebs gestorben. Deshalb sammle ich Geld für die Krebsliga Schweiz. Bisher sind gut 10 000 Franken zusammengekommen.

Gut zu wissen
Der «Dimitriathlon» führt noch in die Kantone Appenzell (25. Juli 2020), Fribourg (8. August 2020), Bern (29. August 2020) und Waadt (12. September 2020). Mehr Infos auf www.causetoujours.ch, wo man das Projekt unterstützen und für die Krebsliga spenden kann.

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