‘Ultralauf’
Défi du Val de Travers – Leserbericht von Roland Breitenmoser
von Redaktion FIT for LIFE
Das Gefühl von Länge mal Zeit kann täuschen
Seit ich den Défi du Val de Travers im Jahre 2008 entdeckt habe, gehört er zu meinen Lieblingswettkämpfen. Dieser Lauf in mittlerer Höhe bietet alles was Naturfreaks sich wünschen: viel Abwechslung in einzigartiger Landschaft und hohes läuferisches Können. Nach meinem harten letzten Jahr hat für mich mit dem Défi die Trailsaison begonnen.
Freitag, 19. Juni 2009 mein Telefon klingelt. Marcel Huber meldet sich für den Défi an. So denke ich bin ich nicht der einzige Läufer aus unserer Gegend. Ernst Steffen als mein Betreuer wird uns begleiten.
Ultra Trail Trans Aquitain – Tag 6
von Michael Kunst
Feuchte Glückseligkeit
Sand, darüber haben wir ja beim sechstägigen Ultralauf Trans Aq schon mehrfach gesprochen. Hitze hatten wir auch schon. Lange, nicht enden wollende Strecken, logisch, auch dabei. Fehlt nur noch ein Aspekt: Regen. Oder besser gesagt: strömender, kübelweise ausgeschütteter Regen. Dichte Wolkenwände, die in langen Reihen vom Wind übers Meer zum Strand geschoben werden und immer wieder davor, dabei und danach: Regen.
Ultra Trail Trans Aquitain – Ruhetag und Tag 5
von Michael Kunst
Was sind schon 110 m?
Einhundertzehn Meter kann man sich relativ einfach vorstellen: Lediglich zehn Prozent zum 100-m-Sprint hinzuzählen, et voilà . Nun das Ganze in die Vertikale gesetzt, und zwar ausgehend vom Null-Level am Atlantikstrand und man kann sich ungefähr ausmalen, wie hoch die Düne von Pyla oder Pilat, je nach Schreib-Gusto, aufragt. Nicht unbedingt hoch, oder? Nicht unbedingt etwas, was man einen Berg nennen würde. Das ist das eine. Das andere: Dünen haben es nun mal an sich, dass sie vollständig aus Sand sind. Und wenn dieser Sand seit mehr als einer Woche keinen Regen erlebt hat, dann ist er weich, nachgiebig… und anstrengend. Gnadenlos anstrengend, jedenfalls für Läufer.
Ultra Trail Trans Aquitain – Tag 3
von Michael Kunst
Hört das denn nie auf?
Obwohl wir schon die ganze Zeit während des Trans Aq in relativer Nähe zum Ozean waren, prägte doch die letzte Nacht ein für Mitteleuropäer eher ungewohntes Geräusch: Das Klatschen und Rauschen der Wellen, die sich auf dem Strand, hinter den Dünen, ein paar Hundert Meter neben dem Camp brachen. Ausserdem nutzten einige Läufer den lauen Abend und gingen für ein paar Stunden rüber zum Atlantik, vielleicht, um sich mental ein wenig auf den kommenden Tag einzustimmen. Denn der sollte nicht nur mit 58 Kilometern die längste Strecke dieses Rennens bringen, sondern zudem einen langen Streckenabschnitt direkt am Strand als besondere Aufgabe bereit halten. Unnötig zu erwähnen, dass der aquitanische Atlantikstrand aus Sand, Sand und nochmals Sand besteht, und ebenso so selbstverständlich ist es, dass der Weg dorthin ebenfalls aus Sand besteht.
Ultra Trail Trans Aquitain – Tag 2
von Michael Kunst
Hitze, richtige Hitze! Und Mozartarien im Wald.
Vom Sand habe ich gestern erzählt. Von diesem entmutigenden Gefühl, das immer dann aufkommt, wenn der gerade gesetzte Schritt immer wieder ein paar Zentimeter nach hinten wegrutscht. Heute auf dem Programm: Sand und Hitze! Die zweite Etappe des Trans Aq führt erneut zu fast 100 % durch Wälder, entlang wunderbarer Seen, diesmal ohne Ausflug zum nahen Ozean. Okay, Wälder, das hört sich jetzt ganz nett an: viel Schatten, elastisch-rückfedernder Untergrund, paradiesische Zustände für Läufer eben. Hier gibt es allerdings die erwähnten «Fiesigkeiten» als Zulage, sozusagen: Weiterhin Sand, Sand, Sand als Untergrund plus eine sehr trockene Hitze, die über und in den Wäldern wabert und den Läufern und Marschierern zusetzt, richtig zusetzt. Summa summarum ein Szenario, das nicht unbedingt Lust auf einen Fast-Marathon von 41 km Länge macht.
Ultra Trail Trans Aquitain – Tag 1
von Michael Kunst
Sand, weicher Sand! Die «Hölle für Läufer»?!
Mit Läufern kann man hervorragende Zeiten verbringen. Weil sie zumeist ziemlich locker drauf sind, oft genug gelassen daher kommen, vor allem aber eines bleiben: neugierig! Neugierig auf ihre Limits, neugierig auf die Limits der anderen, neugierig auf alles, was hinterm Horizont ihrer harren könnte. Man muss sowieso ein wenig seltsam sein, um sich überhaupt ohne Grimassen vorzustellen, innerhalb von 6 Tagen 240 Kilometer zu laufen. Das macht im Schnitt immerhin 40 Kilometer, jeden Tag wohlgemerkt. Doch in unserem Fall kommt noch erschwerend hinzu, dass ein Gebiet er-laufen werden soll, das gelinde gesagt, «die Hölle für Läufer» sein müsste: Denn 210 km der Strecke beim Trans Aq werden auf Sand absolviert.












