Berglauftraining mit Jasmin Nunige

Von der Besten lernen

Vom Profi lernen ist wohl der Wunsch vieler Läufer. Unser Lauf-Bloggerin Franziska Greuter hat sich diesen Wunsch erfüllt. Und eine Privatlektion bei Jasmin Nunige gebucht.

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«Als ich vor zwei Jahren mit Berglaufen begann, stellte ich rasch fest, dass mir das Bergauflaufen leicht fällt, ich abwärts aber nicht nur überholt werde, sondern auch wenig Spass habe. Schnell wuchs der Wunsch, mich technisch zu verbessern, um künftig leichter und vielleicht auch schneller den Berg runter zu laufen. Auf der Suche nach einem Kurs entdecke ich überrascht, dass Jasmin Nunige zu einem fairen Preis Privatlektionen anbietet. An der sympathischen Davoserin kommt seit einigen Jahren an Bergläufen kaum jemand vorbei – eine bessere Lehrerin kann ich mir kaum wünschen!

Per Mail sind Termin und inhaltliche Schwerpunkte rasch vereinbart und neugierig mache ich mich auf den Weg nach Davos. Ich bin überrascht, wie perfekt Jasmin ihr Tempo meinem anpasst. Dabei unterhalten wir uns über die klassischen Läuferthemen: Training, Verletzungen, Wettkämpfe. Ich vergesse beinahe, mit einer Läuferin unterwegs zu sein, die zur Zeit praktisch jeden Berglauf als Erste beendet.

Nach ungefähr zehn Minuten stoppen wir das erste Mal, um mit dem Lauf-ABC zu beginnen. Lauf-ABC. Schluck. Im eigenen Training fühle ich mich dabei jedes Mal wie ein Hampelmann, und ich fragte mich bisher jeweils, ob unsere Trainingsleiter einfach anwenden wollen, was sie in der Ausbildung gelernt haben. Doch Jasmin erklärt mir den Zweck der einzelnen Übungen und korrigiert auch meine Ausführung. So fällt ihr auf, dass meine Füsse bei den Übungen auf einem Bein relativ schnell ermüden, was auf eine eher schwache Fussmuskulatur hindeutet. Auch entgehen ihr die Unterschiede, die sich bei mir rechts und links eingeschlichen haben, nicht.

Nach diesen ersten Lerneffekten gilt es ernst mit dem Downhill. Etwas Überwindung kostet es schon, vor den aufmerksamen Augen der Spitzenläuferin zu laufen – doch schliesslich bin ich ja hergekommen, um zu lernen. Immer wieder nehme ich den gleichen Abschnitt in Angriff und versuche, Jasmins Rückmeldungen umzusetzen. Sie zeigt mir beispielsweise, wie ich mit breiteren Schritten eine andere Muskelpartie beanspruchen kann, was gerade bei Ermüdung gegen Ende eines Rennens von Vorteil sein kann. Auch ein stabiler Rumpf hilft, dem übermässigen Krafteinsatz der vorderen Oberschenkel vorzubeugen – gelaufen wird schliesslich nicht nur mit den Beinen. So wollen auch die Arme richtig eingesetzt werden. Anders als beim Strassenlauf müssen sie im Gelände nicht nahe dem Körper entlanggeführt werden, sondern können bergab helfen, die Balance zu halten.

Danach lässt Jasmin mich kürzere Schritte mit höherer Frequenz ausprobieren. Dies führt für mich zur wertvollen Erkenntnis, wie ich mit einem kürzeren Bodenkontakt und anderem Aufsetzen leichter den Berg runterkomme. Durch die kürzeren Schritte fühle ich mich nicht nur sicherer, sondern muss auch weniger Kraft zum Abbremsen einsetzen. «Möglichst wenig Energie mit Bremsen verschwenden» ist denn auch eine der Kernbotschaften, die ich heute mitnehmen werde. Die hohe Frequenz liesse sich übrigens gut mit «Anfersen» üben. Genau, eine Übung aus dem Lauf-ABC.

Auf dem Rückweg laufen wir teilweise über Jasmins Intervallrunde. Während in Interviews mit den meisten Profiläufer jeweils der Eindruck entsteht, ihr Training liefe immer rund, ist sich Jasmin nicht zu schade zuzugeben, dass auch sie manchmal ihre Intervalle lieber hier läuft als auf der Bahn, weil die einem eine schlechte Tagesform gnadenlos vor Augen führt.

«Jetzt bleib mal genau hinter mir» lautet die nächste Übung. Um dies befolgen zu können, darf ich nicht zu zögerlich sein. Und ich merke, dass ein höheres Tempo sogar Spass machen kann. Anschliessend tauschen wir die Positionen und Jasmin wirft nochmal von hinten einen Blick auf meinen Stil. Und dann ist die Stunde auch schon rum und wir sind wieder beim Ausgangspunkt angelangt.

Eine Lektion macht aus mir zwar noch keine Downhill-Spezialistin, doch ich reise mit vielen Lauf-Tipps nach Hause, mithilfe derer ich mich im Training nun weiter verbessern kann. Für mich hat sich der Weg nach Davos auf jeden Fall sehr gelohnt und ich kann jedem Läufer, der sich technisch verbessern möchte, nur empfehlen, diese Möglichkeit zu nutzen und bei Jasmin Nunige eine Privatlektion zu buchen!»

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