Alternative der Alternative: Neue Bike-Strecke am Gigathlon
Redaktion FIT for LIFELandbesitzer der Alp Grimmi wehrten sich
Erst sprachen die Verantwortlichen des Gigathlon 2010 ein Bike-Verbot für die geplante Bike-Strecke über die Grimmifurggi aus, jetzt wird die Bike-Strecke am Gigathlon-Sonntag komplett verschoben. Grund: Verärgerte Bauern, die Einspruch gegen die geplante Streckenführung erhoben haben.

Im «Berner Oberländer» vom 2. Juli 2010 beschreibt Redaktor Bruno Petroni, wie es zum Eklat kam und warum die Diemtigtaler Bauern keine 1500 Gigathlon-Biker auf Ihren Weiden willkommen heissen wollen:
(Zitat:) «Sie hätte mit ihrer Höhe von 2024 Metern über Meer das Dach des diesjährigen Gigathlons werden sollen: die Grimmifurggi, zuhinterst im Diemtigtal. Jetzt steht zehn Tage vor der polysportiven Veranstaltung fest, dass die Bikestrecke von Zweisimmen nach Spiez vom Sonntag, 11. Juli, auf einer Alternativroute durchgeführt werden muss. Der Grund: Die Organisatoren von Swiss Olympics haben es versäumt, rechtzeitig mit den Grundeigentümern Verhandlungen aufzunehmen. «Erst vor drei Wochen haben wir erfahren, dass unsere Alpschaft von 1500 Bikern durchfahren werden soll», sagt Jakob Erb, der mit seinem Vieh den ganzen Sommer auf Alp Grimmi (1740 m) verbringt.
Ein triftiger Grund für das Scheitern der Verhandlungen und die Sperrung der 2023 Meter hohen Grimmifurggi sind aber neuste Zwischenfälle mit dem auf der idyllischen Alp Grimmi weidenden Vieh. So kam es bei den von Swiss Olympic ausgeschriebenen und propagierten Trainingsfahrten Mitte Juni zweimal vor, dass die Biker weidende Ziegen bis in die Nydegg hinunter vertrieben. «Und als dann kurze Zeit später wegen der Velofahrer zwei junge, in Panik geratene Rinder um ein Haar über eine Felswand in den Tod gestürzt wären, ‹het’s mer du dr Huet glüpft›», erzählt Jakob Erb. In der Folge verhängte Swiss Olympics vor einer Woche ein Trainingsverbot für das Grimmifurggi.
In seiner Mitteilung schreibt nun der Veranstalter, dass dem Gigathlon kurzfristig eine erteilte Bewilligung entzogen worden sei. Martin Wiedmer als Diemtiger Gemeinderatspräsident nimmt dazu wie folgt Stellung: «Hier hat niemand eine Bewilligung zurückgezogen. Die Grundstückeigentümer hatten gar nie eine Bewilligung erteilt.» Entsprechend enttäuscht zeigt sich Wiedmer von der Reaktion des Veranstalters. Mit dem neuerlichen Rundumschlag werde nun offenbar der Gemeinde Diemtigen der Schwarze Peter angehängt, obwohl sich gerade diese stark für das Gelingen des Gigathlons in ihrem Gemeindegebiet eingesetzt habe: «Wir können nichts dafür, wenn der Veranstalter zu spät mit den betroffenen Grundeigentümern zu verhandeln beginnt. Und wir hatten uns sehr darauf gefreut, dass dieses populäre Rennen bei uns vorbeiführt.» Selber Landwirt, zeigt der Gemeinderatspräsident aber auch Verständnis dafür, dass sich gleich vier Grundstückeigentümer gegen die Streckenführung von der Grimmifurggi hinunter nach Diemtigen gewehrt haben.
Der Veranstalter hat bereits eine Alternativroute gefunden: «Es fehlt nur noch die Bewilligung des Strassenverkehrsamtes», sagt Gigathlon-Projektleiter Corsin Caluori auf Anfrage. Am kommenden Montag will Swiss Olympics über die neue Streckenführung informieren.
Bleibt nur noch die Frage des Alphirten Jakob Erb, «wer denn wohl noch die zur Streckenmarkierung verwendeten unzähligen Metallheringe zusammensammeln wird, die über die ganze Grimmifurggi verstreut in den Boden vergraben wurden». (Zitatende)
An der Pressekonferenz vom 5. Juli 2010 in Thun gab Corsin Caluori bekannt, dass die ursprünglich geplante Alternativ-Strecke von Zweisimmen nach Spiez wegen eines Gewitterschadens nicht befahren werden kann. Die Alternative der Alternative heisst jetzt: Zweisimmen-Spiez, direttissima. Happy biking!

Schlagworte: Gigathlon













Die neue Gigathlon-Bike-Strecke vom Sonntag ist nun online:
https://event.swissolympic.ch/home/race.asp?raceID=128