Ironman Switzerland Zürich – Schweizer Dominanz in Zürich
Redaktion FIT for LIFE
Seriensieger Ronnie Schildknecht
Am diesjährigen Ironman Switzerland Zürich gaben die Schweizer Athleten den Ton an. Dem Topfavoriten Ronnie Schildknecht gelang der vierte Sieg in Folge und auch die nach einem Abstecher zum Profiradsport in den Triathlon zurückgekehrte Karin Thürig stand am Sonntag ganz zu oberst auf dem Treppchen.
Ronnie Schildknecht legte den Grundstein für seinen bereits vierten Erfolg in Zürich auf der Schwimmstrecke. Zum ersten Mal konnte er ohne Rückstand mit der Spitzengruppe aus dem Wasser steigen. «Das Schwimmen lief sensationell. Ich habe mehr Ausdauer im Schwimmen trainiert, zudem wurde heute nicht so schnell geschwommen», erklärte Schildknecht seinen Effort und ergänzte: « Es war ein super Gefühl, einmal nicht aufholen zu müssen». Beim Radfahren kontrollierte Schildknecht zusammen mit Mike Aigroz das Geschehen souverän. Und auf der abschliessenden Laufstrecke liess der Thalwiler seine Widersacher deutlich stehen und verwies den Deutschen Sven Sundberg mit über 16 Minuten auf den zweiten Rang. Schildknecht absolvierte den
Ironman Switzerland Zürich so schnell wie noch nie und erreichte nach 8 Stunden 12 Minuten und 40 Sekunden das Ziel auf der Landiwiese. Dennoch benötigte er 13 Sekunden zu viel, um Olivier Bernhards Streckenrekord aus dem Jahr 2000 brechen zu können. Die Enttäuschung darüber hielt sich bei Schildknecht jedoch in Grenzen, wichtiger für ihn war die Qualifikation für den finalen Ironman in Hawaii. Mit seinem dritten Platz sicherte sich auch der Westschweizer Mike Aigroz sein Ticket nach Hawaii. Auf dem vierten Platz landete Stefan Riesen. Der Berner fing sich bereits auf der Schwimmstrecke einen Rückstand von 8 Minuten ein, welchen er auf der Rad- und Laufstrecke nicht mehr wettmachen konnte.
Karin Thürig und ihr Comeback
Bei den Damen riss die 38-jährige Karin Thürig auf der Radstrecke das Zepter an sich. Nach dem Schwimmen, bei dem es ihr gar nicht nach Wunsch lief, hatte sie noch einen deutlichen Rückstand auf die Führenden. Auf der Radstrecke spielte Thürig aber ihr enormes Leistungsvermögen aus und fuhr mit einer Zeit von 4:43 h mitten in die besten Männer und über 15 Minuten schneller als die zweitbeste Frau. Damit übernahm sie vor dem Laufen die Frauenspitze und baute diese bis ins Ziel sogar noch aus. «Mein Schwimmen war eine Katastrophe, das Radfahren begann ich dosiert und beobachtete meine Wattleistung», so Thürig. «Mein Ziel war einen guten Marathon zu laufen und dies ist mir gelungen». Und wie; die Athletin aus Retschwil lief die 42.2 Kilometer in 3:04:24 Stunden. Thürig siegte mit grossem Vorsprung auf die Holländerin Heleen Bij de Vaate und die Schweizerin Monika Lehmann. Simone Benz wurde Vierte. Mit 9 Stunden und 4 Sekunden brach Thürig ihren eigenen Streckenrekord und realisierte ein beeindruckendes Comeback in den Triathlonsport. Den Ironman in Zürich gewann sie nach 2005 bereits zum zweiten Mal.
Enttäuschender Mathias Hecht
Gar nicht nach Wunsch lief es dem zweiten Schweizer Topkandidaten, Mathias Hecht. Der Willisauer war mit dem Ziel ins Rennen gestartet, Schildknecht den Sieg streitig zu machen. Aus dem Wasser stieg der starke Schwimmer dann auch als erster, sah aber unerwarteterweise auch bereits Ronnie Schildknecht in der Spitzengruppe wechseln. Bereits nach wenigen Kilometern auf dem Rad verlor Hecht bedenklich an Boden und musste Schildknecht & Co ziehen lassen. Den Wechsel in die Laufschuhe trat er bereits mit 29 Minuten Rückstand auf die Spitze an und nach zwei Laufkilometer gab Hecht schliesslich das Rennen frustriert auf. Für seine schlechte Form habe er keine Erklärung, so Hecht nach dem Rennen. Glück für Hecht ist, dass er seine Hawaii-Qualifikation bereits im Sack hat.
Mit geschätzten 100’000 bis 120’000 Zuschauern lag das Interesse der Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr um rund 20% tiefer.
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