124davos.ch – das Erlebnis von Joachim und Marcus

Redaktion FIT for LIFE

Joachim und Marcus124davos im 2er-Team – Mit Stolz auf Platz 4

Ja, es gibt noch eine Steigerung zu einem 24h-Solo-Mountainbikerennen: ein 24h Bike-Rennen in einem 2er-Team! Während man im Solo «einfach» nur sein Tempo fährt und versucht, während der 24 Stunden möglichst lange in Bewegung und auf der Strecke zu bleiben, ist man beim 2er-Team ständig unter Strom: Fährt man seine Runden, gibt man Gas, so viel es geht und wenn man Pause macht, versucht man sich so schnell wie möglich zu erholen, zu essen, sich umzuziehen, sich warmzuhalten und bereit zu sein, falls der Kollege wegen Problemen früher wechseln muss.

Doch jetzt der Reihe nach: Gutgelaunt, aber schon etwas mit Kopfweh wegen der 4-stündigen Anreise und der Höhenlage von Davos und ich zusätzlich wegen meiner ausklingenden Erkältung, genossen Tajana und ich den Tag vor dem Rennen im 4-Sterne-Hotel «National». Die Übernachtung im neu renovierten Zimmer inkl. Halbpension, Mittagskaffee, gute Nacht-Gruss gehörte auch zum Gewinn in der Verlosung des Startplatzes der Schweizer Zeitschrift FIT for LIFE und sorgte schon einmal für einen guten Anfang.

Abends trafen dann noch Marcus und Amina mit dem Wohnmobil ein und wir haben zusammen auf dem Eventgelände von 124davos.ch unseren Platz für das 24h-Rennen aufgebaut inkl. Pavillon und einem zusätzlichen Zelt. So waren wir gut gerüstet, denn während des Rennens ist es dann nämlich zu spät, falls man irgendetwas vergessen hat.

Am Rennsamstag wurde dann erstmal ausgiebig ausgeschlafen und gefrühstückt, aber die Aufregung trieb uns dann doch recht früh aufs Gelände um letzte Kleinigkeiten zu regeln, die Taktik zu besprechen (wir wollten jeweils 2 Runden fahren und dann wechseln und evtl. je nach Lage umzustellen) und irgendwie die Zeit bis zum Start um 14Uhr rumzukriegen.

Marcus übernahm den Start nach Le Mans-Manier ein kurzer Sprint aller Startfahrer zu ihren abgelegten Rädern und dann ab auf die erste Runde. Nach den ersten beiden Runden übergab Marcus auf Platz 4, da ging also was! Aber noch waren 23 Stunden zu fahren, also hiess es auch für mich erst mal Gas geben, obwohl es nicht meine Wetterbedingungen waren (Davos: blauer Himmel, heiss, 2 km Asphaltanstieg leicht steil; ich mag es ja eher kalt, im Gelände und möglichst steil).

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Wie versprochen die Fortsetzung, obwohl mich heute morgen der berühmte Mann mit dem Hammer getroffen hat. Gesicht angeschwollen, Muskulatur mit dem Kater des Monats, etc. Die nächsten Stunden hielten wir das Tempo gleichbleibend hoch, Marcus und ich immer mit etwa gleichen Rundenzeiten.

Als es dunkel wurde, begann dann meine Lieblingszeit im 24h-Rennen: Lampe dran und versuchen, die Rundenzeiten konstant hoch zu halten. Das klappte zwar nicht ganz, die Rundenzeiten gingen von Anfangs 21 Minuten ungrad bis auf 25/26 Minuten hoch, weil nach 8-10 Stunden Fahrzeit einfach die Kraft am Anstieg immer mehr nachliess und man nicht mehr nach 6-7 Minuten am Ende des 2 km Asphaltanstieges war, sondern erst nach 8-9 Minuten, gegen Ende hin kämpften wir uns sogar 10 Minuten lang da hoch. Aber die restliche Strecke konnte man zum Glück im Verlauf der 24 Stunden nahezu gleichschnell weiterfahren. Es ging ja die restlichen 5 Km bis auf einen ekligen Gegenanstieg einen relativ ebenen aber immer ruppiger werdenden Wiesentrail, wo einem vor allem mit dem Hardtail alle Gelenke, die Knie, der Rücken und die Arme schmerzhaft durchmassiert wurden, fast nur bergab bis in das Kieswerk rein. Da kam erst ein sehr schneller Abfahrtsteil mit fiesem feinen Schotter und zwei schnellen engen Kurven, wo auch gerne mal das Vorderrad in die Horizontale wollte und zum Abschluss eine grobschottrige 10 cm breite Spur, die man bei hoher Einfahrtsgeschwindigkeit sauber treffen musste, weil rechts und links davon scharfkantige grössere Reifenkillerabbruchsteine warteten.

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Materialtechnisch lief aber alles bestens. Marcus testete die Anfahrtsgeschwindigkeit zum einzigen Singletrail im Laufe des Rennens zwar einmal über das höchstmöglich fahrbare Tempo hinaus, was ihm mehrere Gratisbrandings an Knie und Schenkel einbrachte, ihn aber nicht davon abhielt, weiterhin im Downhill Bestzeiten aufzustellen.

Und zu unserer Überraschung wurden wir plötzlich mitten in der Nacht auf Platz 3 gemeldet! Das mit Abstand führende Team war wohl wegen einer Knieverletzung eines Fahrers ausgefallen… Diesen Platz konnten wir auch bis gegen 8Uhr morgens gegen die nächsten beiden knapp hinter uns fahrenden Teams verteidigen. Dann aber fuhr der stärkere Fahrer des folgenden Teams 3er Runden und setzte sich knapp vor uns, da kamen wir dann bei aller Anstregung nicht mehr ran, konnten aber den super 4.Platz bei unserem ersten 24h-Einsatz als 2er-Team bis zum Schluss verteidigen, worauf wir auch mächtig stolz waren!

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