Kraftwerk Atmung
Redaktion FIT for LIFE
Dank besserer Atemtechnik zur Höchstleistung
Rund 10000 Liter Luft durchströmen am Tag die Lungen, bei Ausdauersportlern sogar noch mehr. Das spezifische Training der Atemmuskulatur soll dafür sorgen, dass den Athleten weniger schnell die Luft ausgeht. Doch was genau bringt das spezielle Schnaufprogramm?
Bislang haben sich die meisten Zweibeiner um ihre Atmung keine Gedankengemacht. Wieso auch? Sie passt sich den Bedürfnissen an und funktioniert voll automatisch. Auch viele Mediziner undPhysiologen sind nach wie vor davon überzeugt, dass die Lungen und die dazugehörenden Muskeln die Leistungsfähigkeit eines gesunden Sportlers nur seltenlimitieren. Gegen diese gängige Meinung regt sich jedoch seit einiger Zeit Widerstand.
Neuere Erkenntnisse zeigen, dass die Atemtechnik und die Ausdauer der Atmungsmuskulatur durchaus über Sieg und Niederlage bei einem Marathon entscheiden können.
Ausdauertrainierte Leistungssportlerkönnen in der Minute unter Belastung maximal 75 bis 80 Milliliter Sauerstoffpro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen – ein 80 Kilogramm schwerer Mensch also rund 6 bis 7 Liter. Mässig aktive Männer kommen gerade mal auf etwas mehr als die Hälfte. Um auf den Ausdauertrainingszustand schliessen zu können, ist die maximale Sauerstoffaufnahmekapazität (VO2max) ein geeigneter Wert.
VO2max gibt an, wie viel Sauerstoffbei voller körperlicher Auslastung pro Minute umgesetzt werden kann. Um den Wert zu ermitteln, wird unter steigender Belastung auf dem Fahrradergometer der Sauerstoffgehalt der eingeatmeten Luft und derjenige der ausgeatmeten Luft ermittelt. VO2max hängt in erster Linie vom Herzminutenvolumen und somit von der Blutmenge, die durch den Körper fliesst, ab.

Die vergrösserten Herzen von Spitzenausdauerathleten können pro Minute40 Liter Blut durch den Kreislauf pumpen. Ausserdem spielt die biochemische Ausstattung der Muskelzelle und damit die Fähigkeit, dem Blut Sauerstoff zu entnehmen, eine entscheidende Rolle. Die Menge an Sauerstoff, die über die äussere Atmung angekarrt wird, ist dagegen weniger limitierend. Das heisst jedoch nicht, dass der Funktionszustand der äusseren Atmung unwichtig ist.
Generell wird beim Sporttreiben öfter als in Ruhe geatmet; mit jedem Atemzug wird mehr Luft ventiliert. In Ruhe werden pro Minute 6 bis 8 Liter Luftbewegt, unter Belastung etwa 20 Mal mehr. Gesteuert wird die Atemtätigkeit insbesondere über zentralnervöse Mechanismen. Wie genau, weiss man noch nicht.
Hoch ausdauertrainierte Sportlerkönnen bei intensivster Belastung nochmal deutlich mehr: Bei Belastungsuntersuchungen schnaufen sie pro Minute bis zu 250 Liter Luft ein und aus, das heisst sie ziehen 60mal pro Minute mehr als 4 Liter Luft in ihre Lungen. Haben Spitzensportler womöglich grössere Lungen als der Durchschnittsschweizer?
Nein.Vielmehr verbessert sich beim Ausdauertraining die Atmungsregulation, wodurch die Atmung ökonomisiert wird. Während Untrainierte einem erhöhten Sauerstoffbedarf in erster Linie mit einer Steigerung der Atemfrequenz beikommen, reguliert der Sportler den Mehrbedarf eher über eine Steigerung des Atemzugvolumens. Bei einer tiefen Atmung gelangt mehr frische Luft in die Lungenbläschen als bei einer flachen Atmung. Folglich kann mehr Sauerstoff ins Blutgelangen.
Um die Leistungsfähigkeit der Lungen zu bestimmen, bedient man sich unterschiedlicher Messwerte. Diese und ihre Beurteilung namhafter Sportwissenschaftler sind im folgenden Artikel «Kraftwerk Atmung» der Wissenschaftsjournalistin Sabine Olff zu finden.
›› Download FIT for LIFE-Artikel «Wissen: Atemtraining» (PDF)

Schlagworte: Marathon, Sportwissenschaft













Ich mache seit ca. 10 Jahren Atemmuskeltraining mit einem Power-Lung (ähnliches Modell wie POWER Breathe). Heute 2x pro Woche 100 Atemzüge aneinander. Als Bergläufer (inzwischen 67-jährig), habe ich damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Wichtig ist, dass dieses Training nur bei warmen Temparaturen durchgeführt wird, um Reizungen der Atemwege zu vermeiden. Bei mir Herbst/Winter/Frühling immer in der Wohnung.