Ausdauersport in UNESCO-Gebieten
Redaktion FIT for LIFEWenn Sport auf Weltkultur trifft
Nirgends lassen sich sportliche Tätigkeiten einfacher mit Kunst und Kultur des UNESCO-Welterbes verbinden als in der Schweiz. Im besten Fall führt der Sportanlass direkt durch das UNESCO-Hoheitsgebiet. Wenn nicht, so läuft, radelt oder walkt man immerhin in Sichtdistanz daran vorbei. Wir stellen ein paar Ausdauersport-Events vor, an welchen sich verschiedene UNESCO-Kulturstätten hautnah erleben lassen.

1972 war es, als die Vereinten Nationen beschlossen, bedeutende Stätten der Kunst, Kultur und Natur mit einer eigenen Konvention zu schützen. Insgesamt umfasst die UNESCO-Liste des Welterbes 890 Denkmäler in 148 Ländern. Davon sind 689 als Kulturdenkmäler und 176 als Naturdenkmäler gelistet, weitere 25 Denkmäler werden sowohl als Kultur- als auch als Naturerbe geführt. Die Schweiz verfügt über 10 Stätten von Weltkulturerbe sowie zwei Biosphären, die unter dem Schutz der UNESCO stehen.
Sportler dürfte vor allem die Tatsache erfreuen, dass sich viele Kultur- und Naturorte perfekt mit einem Ausdauersport-Anlass kombinieren und erleben lassen.
Schweizer Frauenlauf oder Inline Night in der Altstadt von Bern
1983 wurde die Altstadt von Bern in die UNESCO-Weltkulturliste aufgenommen. Die Altstadt ist ein lebendiges Zeugnis mittelalterlichen Städtebaus, geprägt durch die vielen Sandsteingebäude mit ihren Lauben, welche sich über eine Länge von gut sechs Kilometern erstrecken und längste gedeckte Einkaufspromenade Europas bilden. Sportlich erleben lässt sich mittelalterliche Stadtstruktur mit den vielen Arkaden, Erkern und Brunnen am besten beim Grand-Prix von Bern (21. Mai 2011), beim Schweizer Frauenlauf vom 13. Juni oder bei einem der vierzehntäglich, jeweils am Montagabend stattfindenden Skating-Event «Inline Night Bern» mit Start/Ziel auf dem Waisenhausplatz.

Alpinathlon und Alpen-Challenge in der Landschaft Albula/Bernina
Die beiden Hochgebirgsstrecken der Rhätischen Bahn zwischen Thusis und dem italienischen Tirano bilden eine Symbiose von Technik und Natur. Mit vielen innovativen Ideen wurden zahlreiche Schluchten, Felsbarrieren und Steigungen überwunden, die sich heute harmonisch in die Landschaft einfügen. Die eisenbahntechnische Meisterleitung gehört seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sportlich erfahren lässt sie sich zum einen am Radsport-Marathon «Alpen-Challenge», der über die Pässe Albula, Bernina, Forcla di Livigno und Julier führt (22. August, Start und Ziel in Lenz GR) sowie beim Engadin-Radmatahon, der die Pässe Ofen, Forcola di Livigno, Bernina, Albula und Flüela bedient und zudem durch den Schweizer Nationalpark führt (11. Juli, Start und Ziel in Zernez GR). Auch der Multisport-Anlass Alpinathlon geht am 24. Juli am gigantischen Bauwerk des Landwasserviadukts vorbei, da die Radsportler von Bergün über die Albula in die Wechselzone nach St. Moritz fahren. Ebenso führt der DavosRide vom 19. Juni die Gümmeler von Davos über die Pässe Albula und Flüela. Gemütlich kann das Kulturerbe entdecken, wer am SlowUp Mountain Albula vom 5. September teilnimmt. Ohne Wettkampfhektik geht es da in allererstes Linie ums Geniessen der einzigartigen Atmosphäre ohne Motorverkehr.

Jungfrau-Marathon und Aletschlauf im Jungfrau-Aletsch-Gebiet
Die Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch bilden seit 2007 das erste Weltnaturerbe im ganzen Alpengebiet, weil sie eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt rund um den zirka 24 km langen längsten Gletscherstrom der Alpen bilden. Wem es ob der prächtigen Aussicht auf den Gletscher nicht den Atem verschlägt, sollte sich den Aletsch-Halbmarathon vom 27. Juni und den Aletsch Bike-Marathon vom 5. September (beide starten auf der Bettmeralp) vornehmen. Nomen est omen. Deshalb darf auch der Jungfrau-Marathon vom 11. September nicht vergessen werden, wenn es um prächtige Naturkulissen und höchste Sporterlebnisse geht.
Nationalpark Bike Marathon und Biosphären Bike-Marathon
Während der Schweizer Nationalpark bereits seit 1979 auf der Liste der UNESCO-Biosphärenreservate fungiert, gehört das Entlebuch erst seit 2001 dazu. Beiden ist eine intakte natürliche und kulturelle Landschaft eigen, die naturnahe Ökosysteme mit extensiver Nutzung aufweisen. Bikend diese Zonen der nachhaltigen Entwicklung entdecken kann, wer sich für den Nationalpark Bike Marathon (am 28. August mit Start/Ziel in Scuol GR inkl. Zeitmessung) oder für den Biospähre-Bike-Marathon (am 15. August mit Start/Ziel in Schüpfheim LU ohne Zeitmessung) anmeldet.

Ticino Ultramarathon mit Blick auf die Burgen von Bellinzona
Die drei Burgen sowie Festungs- und Stadtmauern von Bellinzona sind im ganzen Alpengebiet das einzige noch vorhandene Beispiel mittelalterlicher Militärarchitektur. Majestätisch ragen sie über die Dächer der Kantonshauptstadt und erinnern bei nächtlicher Beleuchtung an vergangene Ritterspiele und Burgfräulein. Um einen Blick auf die prächtig beleuchteten Burgen zu erhaschen, braucht es einen ganz besonderen Wettkampf. Der AMB Ticino Ultramarathon vom 27. Juni eignet sich perfekt dafür. Weil der Start über die 54 km und 1650 Höhenmeter bereits um 9 Uhr in der Früh erfolgt, lohnt sich eine Anreise am Vorabend gleich doppelt. Wer sich als Bergläufer nicht wirklich wohl fühlt, kann die Strecke um Bellinzona auch walkend (8, 12 und 17 km) zurücklegen und dabei genüsslich die Burgen von Bellinzona aus der Ferne studieren.

Schlagworte: Bike, Halbmarathon













Es gibt im Dreieck der Kantone GL, SG, GR noch ein Welterbegebiet, die Tektonikarena Sardona. Wie wäre es mit einer Bike- oder Wandertour in diesem Gebiet, oder mindestens im Geopark Sardona, ganz nahe an der Tektonikarena?
Für Kontakstellen könnte ich behilflich sein.
Freundliche Grüsse
Ruedi Zuber (081 353 53 77)