Wettergefahren beim Berglauf

Regina Senften

Die Gefahr läuft mit

In den Bergen kann sich die Wettersituation innert Minuten verändern. Dies mussten im Juli 2008 die Läufer beim Extrem-Berglauf auf die Zugspitze erfahren. Bei dem Rennen knapp unter den Gipfel des 2962 Meter hohen Berges sind nach einem Wettersturz mit zehn Zentimetern Neuschnee zwei Menschen an Erschöpfung gestorben.

Inferno by Swiss-Image

In den Bergen gelten eigene Gesetzmässigkeiten. Zum einen nimmt die Temperatur in der Höhe konstant ab. Rund ein Grad pro 200 Höhenmeter. Startet ein Lauf auf 1000 Meter, kann es oben im Ziel frostig sein. Zum anderen ändert das Wetter in den Bergen sehr schnell, wie der Meteorologe Patrick Hächler von Meteoschweiz erklärt. «Im Gebirge ist man viel eher starkem Wind und Nebel ausgesetzt als in den Niede rungen. Zudem gibt es Wetterentwicklungen, die in den Bergen sehr schnell erfol gen, wie die Bildung von Quellwolken mit Schauern oder Gewittern im Sommerhalbjahr.»

Inferno by Swiss-ImageZwar weist jede Webseite eines Berglaufes darauf hin, dass die Läufer gut trainiert und richtig ausgerüstet zum Wettkampf im hochalpinen Gelände erscheinen müssen. «Aber alle Sicherheitsvorkehrungen nützen nichts, wenn die Sportler nicht auch Eigenverantwortung übernehmen», meint Andrea Schneider vom Zermatt Marathon und spricht damit allen Veranstaltern aus der Seele.

Dass es mit der Selbsteinschätzung nicht immer klappt, weiss Silvia Walker, Rennärztin beim Glacier 3000 Run. Sie steht mit ihren Helfern während des Wettkampfs zwei Kilometer vor dem finalen Schlussanstieg bereit, schaut jedem Läufer tief in die Augen und fragt, ob es gut gehe. «Da sehe ich dann auf einen Blick, ob einer ‹zwäg› ist oder nicht.» Ein leerer Blick, keine Antwort, Schlottern oder Hühnerhaut – das sind für die Ärztin deutliche Zeichen, dass etwas nicht stimmt. «Personen in diesem Zustand auf einen abschüssigen Bergweg zu schicken, hätte fatale Folgen. Deshalb erkläre ich ihnen, was mich an ihrem Zustand beunruhigt und schlage vor, eine Pause einzuschalten und etwas zu trinken.»

Viele Sportler merken in der Belastung nicht, wenn es zu viel ist. Das hat mir dem Endorphin zu tun, einer körpereigenen Morphium-ähnlichen Substanz, welche Schmerzen und körperliche Alarmzeichen vergessen lässt. «Manche Sportler sind mir danach dankbar, dass ich sie angehalten habe», sagt die Ärztin. Alleine wären viele weitergelaufen. «Oft braucht es einen Kick von aussen, um zu erkennen, dass es keinen Sinn mehr hat.»

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Kommentare

Ein Kommentar zu “Wettergefahren beim Berglauf”
Doris Antener-Müller 28.5.2010 10:56 Uhr

Hallo liebe “Fit for life” Redaktoren
Gstaad ist meine 2. Heimat. Meine Urgrossmutter lebte in Gstaad und hinterliess unserer Familie eine Ferienwohnung, in der ich seit ich ein kleines Mädchen bin regelmässig Sommer- Herbst und Winterferien verbringe. Zuerst mit meinen Eltern und Geschwistern, dann mit meiner eigenen Familie und nun meistens zu zweit oder mit Freunden. Zu Fuss, per Velo und auf den Rollerblades erleben wir immer wieder wunderbare Ferien in und um Gstaad. Letztes Jahr sind wir gerade am 8.8. angekommen, war leider zu spät um teilzunehmen, habe mir aber gleich das Datum 7.8.10 in die Agenda eingeschrieben. Jetzt trainiere ich fleissig für diesen Lauf. Die Ferien sind gebucht: Wir treffen bereits eine Woche früher ein, damit ich mich schon ein wenig akklimatisieren kann. Mit sportlich fitten Grüssen

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