Wer rastet rostet! Bewegte Fragen und Antworten

Marco Caimi

Stephanie Hofschlaeger/pixelio.deKoordination: Keine Luxusausstattung

Unter Koordination verstehen wir die fein abgestufte Steuerung sämtlicher an einer Bewegung beteiligten Muskeln. Koordination entsteht, wenn wir gleiche oder ähnliche Bewegungsabläufe häufig üben. Sie ist spezifisch, das heisst, die im Gehirn verfügbaren Koordinationsprogramme können nicht einfach von einer Bewegungsform auf die andere übertragen werden. Wenn Sie schwimmen gelernt haben, können Sie deshalb nicht besser Fahrradfahren.

Ihr Koordinationspotential ist von ihrem aktuellen Kraftniveau abhängig und hat grosse Bedeutung, wenn es darum geht, Stürzen vorzubeugen.

Ein Beispiel: Nach einem längeren Spitalaufenthalt haben vor allem ältere Menschen oft Gangstörungen, welche mit einem hohen Risiko für Stürze und Knochenbrüche einhergehen. Üblicherweise werden dann Gehübungen mit den Patienten gemacht – wirkliche Erfolge bleiben meistens aus, es geht nur schleichend voran. Woran das liegt, zeigt eine Studie, bei der die geschwächten Patienten statt Gangschulung ein intensives Krafttraining erhielten: Sie eroberten innert kürzester Zeit ihren sicheren Gang zurück.

Warum? Vier Wochen Spitalbett ändern an den im Gehirn einprogrammierten Bewegungsmustern nichts. Diese sind abgestimmt auf das gewohnte Kraftniveau. Das Gehirn und das Nervensystem können diese Leistung aber nur dann umsetzen, wenn die ausführenden Werkzeuge in Ordnung sind. Wenn die Patienten wochenlang das Bett gehütet haben, sind sie es nicht mehr.

Eine gute Muskelkraft ist also in jeder Lebensphase keine Luxusausstattung, sondern die notwendige oder die Not wendende Grundausstattung für ein selbständiges Leben!

Antje Strathmann-Finweg/pixelio.de

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